Selbsthilfegruppe für chronisch Kranke

„Jeder wird ernst genommen“

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Bärbel Lüdeke

Br.-Vilsen - Von Anne Schmidtke. Der Austausch mit Gleichgesinnten steht im Mittelpunkt einer neu gegründeten Selbsthilfegruppe für chronisch Erkrankte und deren Angehörige. Die Mitglieder treffen sich einmal im Monat in Bruchhausen-Vilsen. „Wenn der Bedarf da ist, kann sich das auch ändern. Dann können wir uns auch öfter sehen“, berichtet Bärbel Lüdeke. Die 58-Jährige hat die Gruppe ins Leben gerufen.

„Viele chronisch Erkrankte leiden unter mehreren Krankheiten“, erklärt Lüdeke. Sie weiß, wovon sie spricht. 1980 hatte die Hoyaerin ihren ersten Bandscheibenvorfall, 1986 ließ sie sich deswegen operieren – doch das half nichts. „Ich hatte immer wieder Bandscheibenvorfälle“, sagt Lüdeke. 2015 diagnostizierten Ärzte bei ihr Bechterew, eine rheumatische Erkrankung. Zudem hatte sie vor einigen Jahren ein Burn-Out, und vor kurzem kam eine Senkung der Gebärmutter mit chirurgischem Eingriff hinzu. Seitdem kann sie ihren Beruf in der Altenpflege nicht mehr ausüben. „Es hapert am schweren Heben. Ich würde gerne wieder arbeiten und hoffe, dass ich das schaffe.“ Bisher habe sie immer wieder ins Leben zurückgefunden. Schließlich hat sie gelernt, dass Krankheiten nicht das Leben bestimmen sollten. „Man sollte daran nicht verzweifeln, sondern das Beste daraus machen“, berichtet Lüdeke. Sie will ihre Erfahrungen und ihre Lebensfreude an andere chronisch Erkrankte und deren Angehörige weitergeben. Daher gründete sie am 15. Februar die Selbsthilfegruppe.

„Alles, was dort besprochen wird, bleibt dort auch. Das ist wichtig, damit das Vertrauen untereinander wächst. Zudem werden alle ernst genommen, keiner wird ins Lächerliche gezogen“, betont Lüdeke. Jeder könne so viel von sich preisgeben, wie er möchte. Keiner werde gedrängt, etwas zu sagen.

„Anfangs kann man noch mit der Familie über seine Beschwerden reden. Doch das wird immer schwieriger. Je länger man unter einer Krankheit leidet, desto weniger wollen Verwandte und Freunde etwas davon hören“, weiß Lüdeke. Häufig hätten die Betroffenen das Gefühl, dass die Angehörigen genervt von ihnen seien. In der Selbsthilfegruppe sei das anders. Schließlich säßen dort alle im selben Boot. Wichtig ist für Bärbel Lüdeke auch, dass die Teilnehmer sich über ihren Weg bis zur Diagnose austauschen. „Für viele ist der sehr holperig und lang. Sie werden von einem Arzt zum nächsten geschickt“, weiß Lüdeke aus eigener Erfahrung. Denn einige Mediziner nähmen ihre Patienten nicht ernst.

Die Gruppe nimmt noch chronisch Erkrankte und deren Angehörige auf. Interessierte dürfen jederzeit vorbeikommen. Die Teilnahme ist kostenlos. Das nächste Treffen ist am Montag, 14. März, um 18 Uhr in Bruchhausen-Vilsen am Kirchplatz 4 (gegenüber der Naturheilpraxis Axel G. Tausch an der Brautstraße 22). Weitere Informationen gibt es bei Bärbel Lüdeke, Telefon 0178/1334753, E-Mail gna-vilsen@web.de.

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