34 Wohnungen sollen entstehen

Bremer Specht-Gruppe plant in Schwarme ein Wohnprojekt für ältere Menschen

So könnte es aussehen, das „Dorf im Dorf“, in dem die Specht-Gruppe 34 seniorengerechte Wohnungen schaffen möchte.

Schwarme - Von Mareike Hahn. 34 seniorengerechte Wohnungen sollen im Südosten Schwarmes, am Ortsausgang Richtung Martfeld, auf einem rund 15. 000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen.

Die Specht-Gruppe aus Bremen möchte dort älteren Menschen mit und ohne Pflegebedarf die Möglichkeit geben, ein selbstbestimmtes Leben in einer Gemeinschaft zu führen. Interesse ist da: Etwa 25 Bürger kamen zu der Sitzung des Schwarmer Gemeinderats, in der das Projekt vorgestellt wurde.

„Wir sind uns parteiübergreifend einig, dass wir Wohnraum für ältere Menschen schaffen wollen, damit sie in Schwarme bleiben können“, sagte Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg (SPD) zu Beginn der Veranstaltung im Feuerwehrgerätehaus. Die vier Initiatoren Jürgen Lemke, Dietmar Langscheid, Jens Otten und Sven Schaper hätten sich an die Specht-Gruppe gewandt, die als Investor und Bauherr auftreten wolle.

Vier Wohnungen mit je 45 Quadratmetern

Die Unternehmensgruppe hat das Grundstück, das an der Verlängerung des Tulpenwegs liegt, bereits von einer Privatperson gekauft. Die grobe Planung steht, einige Details sind aber noch zu klären. „Wir hoffen, 2019 mit dem Bau beginnen zu können“, sagte Architekt Moritz Greiling. Er und seine Kollegin Frauke Meyenberg, Leiterin Unternehmenskommunikation bei der Specht-Gruppe, stellten das Vorhaben während der Ratssitzung vor.

Nach aktuellem Planungsstand sollen vier Wohnungen mit je 45 Quadratmetern Fläche entstehen, sechs mit 75 und 24 mit 80 Quadratmetern. „Viele ältere Menschen wollen aus ihrem Haus ausziehen und sich verkleinern. Sie können hier eigenständig leben und bei Bedarf medizinische und pflegerische Unterstützung erhalten“, sagte Greiling. „Alle Bungalows werden eingeschossig, ebenerdig und barrierefrei errichtet. Sie sollen ähnlich oder gleich aussehen und Pultdächer bekommen. Angedacht sind Backstein, großflächige Fenster und helle Materialien.“ Kleine Terrassen sind vorgesehen, ebenso viel Grün und vielleicht auch ein Gewässer oder eine Boulebahn für alle Bewohner. „Die Häuser sollen in die Natur eingebettet werden“, sagte der Architekt und sprach von einem parkähnlichen Bereich mit vielen Bäumen. „Wir möchten eine schöne Atmosphäre schaffen und viel Platz zum Spazierengehen.“

Gemeinschaftshaus geplant

Ein etwa 140 Quadratmeter großes Gemeinschaftshaus mit Verwaltungsbereich soll das Herzstück des „Dorfs im Dorf“ bilden. „Dort können sich die Bewohner zum Kaffeetrinken treffen oder Familienfeste feiern“, sagte Greiling. Dazu kommen 250 Quadratmeter für einen ambulanten Pflegedienst und eine Tagespflege. Wer Pflegebedarf hat, kann die Leistungen des Pflegediensts in Anspruch nehmen oder tagsüber die Tagespflege besuchen und nachts zu Hause schlafen. „Auch eine individuelle Betreuung durch den Pflegedienst, zum Beispiel eine Begleitung beim Spazierengehen oder Hilfe beim Einkaufen, ist buchbar“, erklärte der Architekt.

Die Specht-Gruppe trage mit diesem Projekt dem Leitsatz der Bundesregierung „Ambulant vor stationär“ Rechnung, ergänzte Meyenberg. „Durch die maximalen ambulanten Versorgungsmöglichkeiten lässt sich der Gang zum Pflegeheim vermeiden oder so lange wie möglich hinauszögern.“

Auf 15 000 Quadratmetern sollen Wohngebäude, ein Gemeinschaftshaus und ein parkähnlicher Bereich entstehen.

Aus den Reihen der Ratsmitglieder und Zuhörer gab es viel Lob für das Konzept – aber auch ein paar Nachfragen und kritische Äußerungen. So zeigte sich Politiker Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft) „geschockt“ angesichts der Gleichförmigkeit der Häuser. „Ich bitte, darüber nachzudenken, ob man nicht die Baumaterialien wechseln oder auch mal ein anderes Dach nehmen kann. So ist das echt öde und für demente Menschen eine Herausforderung“, sagte er. Darüber könne man sprechen, die Einzelheiten sollen erst im nächsten Schritt festgelegt werden, entgegnete Greiling.

Zu den nächsten Schritten gehöre auch, einen geeigneten Pflegedienst zu suchen. „Außerdem müssen wir die stadtplanerischen und rechtlichen Aspekte klären und mit der Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag abschließen“, sagte Greiling.

„Wir können noch keine Preise sagen“

Ein Bürger wollte wissen, ob die Wohnungen nur gekauft oder auch gemietet werden können. Primär sei der Verkauf vorgesehen, antwortete Greiling. Erfahrungsgemäß gebe es aber auch Käufer, die solche Objekte als Geldanlage nutzen und vermieten möchten. Auf die Frage nach den Preisen antwortete Greiling ausweichend: „Wir können noch keine Preise sagen. Aber wir sprechen von Schwarme und von kleineren Wohnungsgrößen.“ Er gehe daher von einem „normalen Level“ aus. Wie viel Geld die Specht-Gruppe in das Projekt investiert, wollte Meyenberg auf Nachfrage der Kreiszeitung nicht verraten.

Die Haupterschließung soll über die Tulpenweg-Verlängerung im Süden der Fläche erfolgen.

Optional könnte nach Ansicht der Specht-Gruppe neben dem Areal eine 630-Quadratmeter-Kindertagesstätte für drei Gruppen gebaut werden. „Eine Kita passt gut zum Seniorenwohnen“, sagte Greiling. „Man könnte Synergieeffekte nutzen, gemeinsame Grünflächen schaffen. Und es wäre schön, wenn auch junge Familien über das Areal gehen.“ Ob die Kindergarten-Idee Realität wird, stehe aber noch nicht fest. Fakt ist: Die Samtgemeinde plant, ab Sommer 2020 in Schwarme oder Martfeld eine zusätzliche Kita zu schaffen, weil die Plätze nicht ausreichen.

Sobald die Details festgelegt sind, will die Specht-Gruppe die Häuser zum Kauf anbieten. Interessenten können sich bereits bei Frauke Meyenberg melden, Telefon 0421/84001234.

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