Seelenreise am Klavier

Pianistin Hauke Kranz überzeugt in Hollen

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Pianistin Hauke Kranz präsentierte in der „Kastanie“ ihr Programm „A new Dawn“.

Hollen - Die Kulturplattform Martfeld veranstaltete am Samstag einen Konzertabend mit der Syker Pianistin Hauke Kranz. Im Theatersaal der „Kastanie“ in Hollen entstand die private Atmosphäre eines Wohnzimmers, in dem Freunde und Familie zusammenkommen, um die Musik gemeinsam mit der Künstlerin zu erleben und genießen.

Die Pianistin und Klavierpädagogin Hauke Kranz nahm ihre Zuhörer mit auf eine musikalische Seelenreise. Überschrieben mit dem Titel „A new Dawn“, der für Neuanfang steht, bildete das gleichlautende Eröffnungsstück den Beginn eines roten Fadens, der das musikalische Programm durchzog. Die dargebotenen eigenen Kompositionen sind oft in Momenten der Stille entstanden. Aus Erinnerungen und Beobachtungen verwobene Gedankenspiele wurden in anmutige Melodien arrangiert. 

Das Klavier fungierte bei der Umsetzung gleichzeitig als Begleit- und Soloinstrument. Die Piano-Songs sind Lieder ohne Gesang für Soloklavier. In einer kurzen Moderation wurden die einzelnen Titel von der Künstlerin vorgestellt. Aufmunternd und fröhlich kam der Song „Easy“ daher, ein klanglicher Wegweiser zur Leichtigkeit und Freude im und am Leben.

Die Verbundenheit zur Natur wurde in mehreren Kompositionen zum Ausdruck gebracht. Der Wald als schattiger Zufluchtsort im Sommer wurde mit „Summer in the Woods“ in einen fließenden Rhythmus aufgenommen. Zum Stück „Coming Home“ rezitierte die Künstlerin das Gedicht „Herbst“ des Lyrikers Rainer Maria Rilke. Das Gefühl, in der Geborgenheit des eigenen Zuhauses und bei sich selbst angekommen zu sein, wurde von der Pianistin virtuos in eine stimmungsvolle Melodie umgesetzt.

Indem Hauke Kranz die Tasten sprechen ließ, gewährte das Stück „Wintermorgen“ eine Ahnung von der Wonne und dem kindlichen Erstaunen über einen plötzlichen Schneeeinfall. Der Songtext „Wenn du fliegst“ der Sängerin Ina Müller inspirierte die Komponistin Kranz zu ihrem Piano-Song „Surrender“. Die zur Einstimmung vorgetragenen poetischen Worte erzählten vom Loslassen im positiven Sinne: Manchmal muss man einen geliebten Menschen loslassen können, damit er glücklich werden kann.

Mit ihren Liedern öffnete Hauke Kranz für die Zuhörer Seelenräume, in denen sie sich entspannen und davon träumen konnten. Eine regelrechte Aufforderung zum Träumen und Sinnieren bekam das Publikum mit dem Stück „Ohne Titel“. Mit einer von der Komponistin unbenannten Melodie eröffnete sich den Zuhörern ein eigener musikalischer Raum, der mit vor dem geistigen Auge entstehenden Bildern gefüllt werden konnte.

Die sich selbst als „Tastenflüsterin“ bezeichnende Hauke Kranz vereinte auf wunderbar leichte Weise ihre Kompositionen zu einem berührenden Liederzyklus mit einem Hang ins Melancholische. Eine musikalische Leistung, die vom Publikum mit viel Applaus quittiert wurde.  

hwn

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