Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen: Besucher halten Hygiene- und Abstandsregeln ein

Schwimmen in Zeiten von Corona

Schwimmen in Zeiten von Corona: Nacheinander und mit Abstand.
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Schwimmen in Zeiten von Corona: Nacheinander und mit Abstand.

Br.-Vilsen - Von Andree Wächter. „Den Start haben wir gut hinbekommen“, sagt Schwimmmeister Johann Esdorn. Und die wichtigste Erkenntnis: „Die Leute ziehen mit.“ Gemeint sind damit die Hygiene- und Abstandsregeln. Seit dem 25. Mai hat das Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen geöffnet, als eines von wenigen im Umkreis.

„Viele Schwimmer kommen gezielt aus Twistringen, Bassum oder Weyhe, um hier ihre Bahnen zu ziehen“, resümiert Esdorn nach etwas mehr als einer Woche. In den drei genannten Orten haben die Freibäder noch nicht geöffnet oder werden in diesem Jahr auch nicht mehr öffnen. Ins Wiehe-Bad dürfen pro Öffnungsintervall maximal 150 Personen (wir berichteten). Davon dürfen 20 ins Nichtschwimmerbecken. Am warmen Pfingstwochenende wurde der Platz knapp. „Dann hätten wir die Eingangstür dichtmachen müssen“, erklärt der Schwarmer Esdorn. Grundlagen für die jetzige Öffnung waren eine Lockerung durch die Landesregierung und ein lokaler Hygieneplan.

Welche Einschränkungen es beim Schwimmen gibt, habe ich getestet. Vor dem Betreten des Freibades musste ich durch einen Kanal aus Absperrgittern. Auf dem Boden sind gelbe Abstandsmarken aufgezeichnet und der Hinweis, dass man eine Mund-Nase-Bedeckung tragen muss. Dort steht auch ein Bad-Mitarbeiter. „Für die, die das erste Mal hier sind, geben wir Infos und klären auf“, sagt der Schwimmmeister. Weitere Bauzaunelemente im Bad mit Pfeilen und Hinweisen geben eine gute Orientierung.

Schnell das T-Shirt und Shorts ausgezogen sowie die Sporttasche auf einem der extra aufgebauten Tische abgestellt – sie sind ein Ersatz für die gesperrten Sammelkabinen. Dann muss der Sportler entscheiden, welche der drei Bahnen für ihn die passende ist. Ausschlaggebend sind Schwimmstil und Geschwindigkeit. Ich entscheide mich für die mittlere Bahn, also flottes Schwimmen, aber noch weit weg vom Wettkampfschwimmen.

Es muss immer rechts, hintereinander im Kreis geschwommen werden. Grundsätzlich funktioniert das gut. Nur beim Wenden kann es zu Irritationen kommen, wenn nicht klar ist, ob der Vordermann weiterschwimmt oder eine Pause einlegt. Ein kurzer Blickkontakt und bei allen Beteiligten herrscht Klarheit.

Nach dem Schwimmen folgt die größte Umstellung: keine warmen Duschen, keine Sammelumkleiden, kein Fön – stattdessen fix umziehen in einer Einzelkabine, Mund-Nasen-Bedeckung aufsetzen und durchs Drehtor rausgehen.

Der Badespaß ist zeitlich begrenzt. Nach zweieinhalb Stunden müssen alle das Bad verlassen. Dann desinfiziert das Badteam die Kontaktgegenstände wie Türgriffe, Tische oder Handläufe. „Die Schwimmer haben die Intervalle akzeptiert“, meint Johann Esdorn. „Sie sind froh, dass sie ihren Bewegungsdrang stillen können.“

Das Wiehe-Bad suchen deutlich mehr Schwimmer auf als Familien oder Jugendliche. Die Gründe lassen sich im Hygieneplan finden. So sind alle Attraktionen gesperrt, angefangen vom Startblock, über die Rutsche bis hin zum Babyschwimmbecken und dem Fußballplatz. Aber ein Sonnenbad auf der Liegewiese ist gestattet.

„Trotz dieser Einschränkungen gab es keinen, der ernsthaft gemeckert hat“, sagt Schwimmmeister Esdorn. Solange alle Aktiven diszipliniert mitmachen, steht der Freibadsaison nichts im Weg. Dann hätten die Saisonkarteninhaber alles richtig gemacht. Bei einem Abbruch würden sie kein Geld erstattet bekommen. Des Weiteren helfen sie, dass es vor der Kasse keine „Rudelbildung“ gibt. Denn Karte vorzeigen und durchgehen ist kontaktlos und funktioniert deutlich schneller als Einzelkarten kaufen.

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