Schwarmer Rat beschließt Veränderungssperre / Stall-Pläne liegen damit auf Eis

Im Bruch ist das Bauen für zwei Jahre verboten

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Ein Blick ins Schwarmer Bruch.

Schwarme - Von Mareike Hahn. Der Schwarmer Gemeinderat hat eine Veränderungssperre für den Geltungsbereich des Bebauungsplans (B-Plans) „Bruchlandschaft“ erlassen. Auf den Bruchflächen und Meliorationsanlagen zwischen der Landesstraße 331 und der Grenze zu Beppen – also im nördlichen Teil des Bruchs – sind folglich ab sofort bis zu zwei Jahre lang keine baulichen Maßnahmen erlaubt. Solange darf auch Landwirt Martin Loerke seinen geplanten Hähnchenmaststall am Uhlenbruchsdammnicht errichten.

Ende vergangenen Jahres hatte der Rat einen Aufstellungsbeschluss für den B-Plan gefasst – mit dem Ziel, die Bruchlandschaft zu schützen und die dortige Bebauung zu reglementieren. Gleichzeitig forderten die Schwarmer Politiker die Samtgemeinde auf, ein Landschaftskonzept zu erstellen. Dieses Konzept liegt jetzt vor. Nachdem er es Ende September bereits im Planungsausschuss der Samtgemeinde vorgestellt hatte, war Johannes Ramsauer von der Oldenburger Gesellschaft für räumliche Planung und Forschung NWP am Mittwochabend in Robberts Huus zu Gast.

Er ging insbesondere auf die beiden Entwicklungsgebiete auf Schwarmer Boden ein: die „Natur- und Kulturlandschaft Schwarmer Bruch“ nördlich der L331 sowie die „Nutzungslandschaft Schwarmer Bruch“ im Süden. Im Norden schlägt Ramsauer eine Mischung aus Grünland und Äckern vor. Auch Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der Eyter und zum Vogelschutz sind im Konzept vorgesehen. Der Experte empfiehlt ferner Verweilmöglichkeiten an der Eyter und im Bereich der alten Schleuse. Wichtig sei, die Sicht nicht durch zusätzliche Bepflanzungen zu behindern.

Im südlichen Gebiet wünscht sich Ramsauer neben einer Renaturierung der Eyter unter anderem eine Eingrünung der technischen Anlagen sowie eine Entwicklung von Gräben und Gehölzbeständen. Auch dort sollte man die Wege ausbauen und schützen.

CDU-Politiker Klaus Meyer-Hochheim war nicht zufrieden: „Das Konzept klingt, als wären wir auf dem Weg zum Naherholungsgebiet. Als aktiver Landwirt kann ich das so nicht akzeptieren.“ „Ich bin Landschaftsplaner, Landwirte kann ich nicht beraten“, entgegnete Ramsauer.

Dass das Landschaftskonzept rechtlich nicht bindend ist, machte Bauamtsleiter Bernd Bormann deutlich. „Das Konzept stellt das Optimum für einen Landschaftsplaner dar und ist die Grundvoraussetzung, um den B-Plan weiter zu verfolgen. Das heißt aber nicht, dass wir alle Inhalte so umsetzen werden.“

Um Zeit zu haben, sich ungestört mit den Inhalten des B-Plans „Bruchlandschaft“ für den nördlichen Bereich zu befassen, empfahl die Verwaltung dem Rat, eine Veränderungssperre zu beschließen. Eine kurze Diskussion folgte, bevor alle Ratsmitglieder außer Klaus Meyer-Hochheim und Einzelkandidat Albrecht Apmann diesem Vorschlag folgten.

Politiker wollen Gespräch

zu Landwirten suchen

Bormann betonte mehrfach: „Wir wollen keine Verhinderungsplanung für Ställe, sondern die Landschaft gestalten. Wie der B-Plan am Ende aussieht, muss man sehen. Im Rahmen des Bauleitverfahrens werden wir entscheiden, ob es flächendeckend keine Anlagen mehr geben oder ob in bestimmten Bereichen künftig noch eine Bebauung möglich sein soll.“ Laut Ramsauer widersprächen neue Gebäude dem Schutz der offenen Landschaft.

Meyer-Hochheim blieb bei seiner Meinung: „Wenn uns Landwirten dieses Gebiet genommen wird, haben wir keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr.“ Das sah Nils Bienzeisler anders: „Von einer generellen Abfuhr der Landwirte zu sprechen, halte ich für übertrieben“, sagte der Sozialdemokrat. „Der B-Plan muss doch gar nicht darauf hinauslaufen, dass alles verboten wird.“ Hermann Schröder (UWG) fügte hinzu: „In den letzten 300 Jahren hatten die Landwirte im Schwarmer Bruch freie Hand. Jetzt nehmen wir uns das Heft des Handelns wieder. Das ist nicht das Ende des Bauens im Bruch, aber wir wollen entscheiden, was dort passieren soll.“ Albrecht Apmann mochte das nicht glauben: „Es geht nur darum, Ställe zu verhindern. Alles andere ist vorgetäuscht.“

Versöhnlich zeigte sich Georg Pilz (SPD): „Unsere Aufgabe ist es, die Landwirte mitzunehmen und Kompromisse zu finden.“ Und Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg (SPD) versprach: „Wir werden mit jedem Landwirt über seine Bauvorhaben reden.“

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