Keine Türme gen Ortskern

Schwarme diskutiert Konzentration von Windenergieanlagen

Der Windpark im Bruch könnte durch den neuen Flächennutzungsplan größer werden, nicht aber auf Schwarmer Gebiet, wünscht sich der Rat. 
Foto: Anne-Katrin Schwarze
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Der Windpark im Bruch könnte durch den neuen Flächennutzungsplan größer werden, nicht aber auf Schwarmer Gebiet, wünscht sich der Rat. Foto: Anne-Katrin Schwarze
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Schwarme – Berücksichtigt man alle aktuellen Vorgaben, könnten auf Schwarmer Gemeindegebiet weitere Windenergieanlagen (WEA) entstehen. Während seiner ersten Sitzung nach dem coronabedingten Lockdown hat der Rat die zuständige Samtgemeinde jedoch gebeten, das Areal aus dem neuen Flächennutzungsplan zu streichen, das nördlich der jetzigen acht Anlagen im Bruch die Voraussetzungen für weitere Standorte erfüllt – damit der Windpark nicht näher an den Ort heranrückt.

Dass er deutlich größer werden kann als jetzt, ist damit allerdings nicht ausgeschlossen. „Windparks orientieren sich nicht an Gemeindegrenzen“, machte Gemeindedirektor Bernd Bormann deutlich. Plane eine benachbarte Gemeinde Anlagen, dürften die Masten 800 Meter entfernt von den bestehenden aufgestellt werden und müssen nicht den Abstand zwischen Windparks von 3 000 Metern berücksichtigen. Optisch also könne der Windpark im Bruch in Zukunft deutlich größer werden. Nicht nur für die Gemeinde Bruchhausen-Vilsen sei der angrenzende Süstedter Bruch eine interessante Lage. Auch die benachbarten Gemeinden Syke und Emtinghausen haben die Region als tauglich definiert. „Da können 30 bis 40 Anlagen entstehen“, sagte Georg Pilz (SPD).

Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen möchte in diesem Jahr die 102. Änderung des Flächennutzungsplanes in Bezug auf die Windenergieanlagen umsetzen (wir berichteten). Seit Donnerstag werden alle Mitgliedsgemeinden zu dieser Planung gehört. „Wir wollen dazu beitragen, die regenerativen Energien zu entwickeln“, führte Bernd Bormann in einen ausführlichen wie informativen Vortrag in das Verfahren ein. Ziel sei es, Windenergieanlagen an wenigen Standorten zu konzentrieren. Dafür sollen jetzt Flächen ebenso definiert wie ausgeschlossen werden.

Nach umfangreichen Voruntersuchungen kämen Flächen in Hustedt und Neue Weide (Martfeld), Borstel (Schwarme), Süstedter Bruch (Bruchhausen-Vilsen) und Brebber (Asendorf) infrage. Das mit Abstand größte Gebiet ist das im Bruch. Gegen einen Mega-Windpark dort spreche, dass die Hofstelle Holschenböhl nicht von Windenergieanlagen umzingelt werden dürfe. Möglich sei eine Konzentration im Halbkreis um die Bebauung oder durch zwei gegenüberliegende Gebiete jeweils maximal in Form eines Viertelkreises.

Die Anlagen auf Schwarmer Gebiet sind durch den gültigen Bebauungsplan geschützt, dürfen in ihrer jetzigen Form mit höchstens 150 Meter auch erneuert werden. Die neueste Generation sei allerdings 220 bis 250 Meter hoch. In Martfeld und Schwarme stehen jetzt 13 – zum Teil kleine – Anlagen. Aus ihnen könnten „weniger als etwa 20“ zeitgemäße Anlagen werden, antwortete Bormann auf eine Frage von Klaus Meyer-Hochheim (CDU).

Vor zwölf Jahren habe die Untersuchung der Tierwelt und ihres Lebensraums im Süstedter Bruch gegen eine Bebauung mit Windenergieanlagen gesprochen, erinnerte Bernd Bormann. Die Aktualisierung dieser Daten laufe derzeit seit Februar und für mindestens sechs Monate.

Hartmut Helms (Unabhängige Wählergemeinschaft) gefiel die Idee der Konzentration von Anlagen nicht. Er sprach sich grundsätzlich für „versprenkelte“ Standorte in der Samtgemeinde aus. Frank Tecklenborg (SPD) erinnerte, dass in Richtung Beppener Bruch weitere Anlagen entstehen können, die optisch zu Schwarme gehören könnten.

Nach intensiver Beratung bat der Rat die Samtgemeinde einstimmig, auf eine Ausweitung des Sondergebiets gen Ortskern zu verzichten, dafür eine Erweiterung in südlicher oder westlicher Richtung zu verfolgen.

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