Empfang der Kochgruppe mit Flüchtlingsfrauen

Dankbarkeit geht durch den Magen

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Die Besucher klönten bei leckeren Getränken. 

Schwarme - Von Nala Harries. Einfach mal „Danke“ für all die Unterstützung sagen – das wollten einige Flüchtlingsfamilien aus Schwarme und Martfeld kürzlich. Die Frauenkochgruppe hatte mithilfe der evangelischen Kirchengemeinde Schwarme und des Bruchhausen-Vilser Flüchtlingshilfevereins „Lebenswege begleiten“ zum zweiten Mal einen Empfang in der Aula der Grundschule Schwarme organisiert. Dort gab es ein Büfett mit syrischen, kurdischen und deutschen Gerichten sowie viele interessante Gespräche.

Die 16 Frauen der Kochgruppe – darunter gebürtige Martfelderinnen und Schwarmerinnen, aber auch Frauen aus Pakistan, Irak, Iran, Syrien, Mazedonien, Kosovo und Afghanistan – hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt. Tagelang hatten sie den Empfang geplant, die Aula dekoriert, eingekauft und die Gerichte für das Büfett vorbereitet. „Wir können nicht einfach in einen normalen Supermarkt gehen, da bekommt man die Zutaten für die internationalen Gerichte meist gar nicht. Deswegen fahren wir mit den Flüchtlingsfrauen immer zu einem türkischen Laden in Syke“, erzählte Roswitha Nollen von der Kochgruppe.

Seit rund zwei Jahren treffen sich die Frauen regelmäßig zum gemeinsamen Kochen in der Schulküche der Grundschule Schwarme. „Anfangs konnten wir uns nur über einen Dolmetscher verständigen“, sagte Mitinitiatorin Anneliese Schaper schmunzelnd. Nollen fügte hinzu: „Unser Hintergedanke ist, dass die Frauen die deutsche Sprache lernen. Bei unseren Treffen sollen sie natürlich versuchen, nur Deutsch mit uns zu sprechen.“ Das Konzept scheint aufzugehen, denn mittlerweile haben sich die Sprachkenntnisse der Migrantinnen stark verbessert.

Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg schenkte den Frauen Blumen. 

Die Kochgruppe besteht ausschließlich aus Frauen. Einmal im Jahr laden sie zu einem Empfang ein, zu dem auch die Ehemänner und Kinder kommen dürfen. Der Bürgermeister von Schwarme, Johann-Dieter Oldenburg, und Pastorin Meike Müller erschienen ebenfalls zu dem Fest. „Ich wollte mich bei diesen tollen Frauen bedanken und bin schon gespannt, was sie uns heute Leckeres gezaubert haben“, sagte Oldenburg in einer kurzen Ansprache und überreichte jeder Frau eine Blume. Nachdem die rund 45 Gäste mit einem fruchtigen Drink aus Ananas und Kokosmilch angestoßen hatten, wurde das Büfett eröffnet.

Beim Probieren von Baklava, Kuba, Biryani und Co. konnte manch einer ganz neue Geschmacksrichtungen entdecken. „Am besten ist der Reis mit Mandeln, Rosinen und Lammfleisch – einfach lecker und gar nicht so süß, wie man vielleicht denken mag“, erklärte Pastorin Müller, während sie sich genüsslich eine Gabel des Gerichts in den Mund schob.

Heringssalat, rote Grütze und Unmengen von Petersilie

Besonders fiel auf, dass die syrischen und kurdischen Gerichte fast alle mit Petersilie verfeinert waren. „Die Flüchtlingsfrauen benutzen Unmengen von glatter Petersilie. Es kam sogar mal eine beim Kochabend mit einer ganzen Einkaufstüte davon an“, erzählte Nollen.

Zur typisch deutschen Küche passten beispielsweise ein Heringssalat und rote Grütze. In entspannter Atmosphäre wurde den ganzen Abend geredet und gelacht. Zwischenzeitlich flitzten Kinder durch den Raum, und die Teilnehmer schossen gemeinsame Erinnerungsfotos.

Empfang der Frauenkochgruppe in der Grundschule Schwarme

 © Nala Harries
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Schwarme engagiert sich für die Integration von Flüchtlingen. Neben der Kochgruppe gibt es weitere Angebote, beispielsweise einen Nähkurs im Gemeindehaus. Dieser findet alle zwei Wochen donnerstags von 18 bis 20 Uhr statt. „Wir haben gemeinsam schon Turnbeutel für die Kinder, Kissen und einen Mützenschal genäht – der ist in dieser Jahreszeit natürlich der absolute Hit“, erklärte die Organisatorin des Kurses, Gerda Sundermann.

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