Gemeinderat beschließt Haushaltsplan / Diskussion über Zuschuss fürs Erntefest

Schwarme blickt zufrieden in die Zukunft

Der Umzug als Highlight des Erntefests ist immer gut besucht. Aber danach bleiben die Gäste weg. Deshalb überlegt der Rat, Geld für die Umsetzung neuer Ideen bereitzustellen. - Archivfoto: jaw

Schwarme - Der Schwarmer Gemeinderat hat den Haushaltsplan 2018 einstimmig beschlossen. „Wir können zufrieden in die Zukunft schauen“, sagte Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg (SPD). Die weiteren sechs anwesenden Ratsmitglieder (fünf waren verhindert) schienen das genauso zu sehen.

Kämmerer Hannes Homfeld stellte die Eckdaten des Haushalts vor. Die Ergebnisrücklage betrug Ende 2017 dank der einmaligen Auflösung von Rückstellungen, ermöglicht durch eine Gesetzesänderung, 1,1 Millionen Euro. Der diesjährige Ergebnishaushalt schließt mit einem Plus von 74 900 Euro.

Für 2018 rechnet Homfeld mit Erträgen von 2,43 Millionen Euro, 2,03 Millionen davon aus Steuern und Abgaben. Allein 1,13 Millionen Euro entfallen auf die Einkommenssteuerbeteiligung, die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde.

Den größten Batzen der Erträge muss Schwarme allerdings gleich wieder abgeben: 1,89 Millionen Euro fließen in die Samtgemeinde-, die Kreis- und die Gewerbesteuerumlage. Bleiben 466 100 Euro für Sach- und Dienstleistungen, Abschreibungen, Personal- und Bauhofkosten, Geschäftsaufwendungen, Deckungsreserve und freiwillige Zuschüsse.

Für die Straßenunterhaltung stehen 75 000 Euro im Ergebnishaushalt, für das öffentliche Grün 29 000 Euro. Der Betrieb der Straßenbeleuchtung kostet die Gemeinde 13 500 Euro.

Die liquiden Mittel im Finanzhaushalt betrugen am 1. Januar rund 1,4 Millionen Euro. Sie reduzieren sich dieses Jahr voraussichtlich um 180 000 Euro. „Der Bestand ist beträchtlich, sodass das Minus zu verschmerzen ist“, sagte Homfeld. Oldenburg ergänzte: „Der hohe Bestand resultiert auch aus dem Verkauf von ,Lindemanns Kamp‘ an die Sparkasse.“ Die Gemeinde hatte das Grundstück für das Baugebiet erworben. Inzwischen gehört es der Sparkasse, die die Bauplätze vermarktet.

Im diesjährigen Investitionsprogramm der Gemeinde Schwarme stehen 100 000 Euro pauschal für den Kauf von Grundstücken. „Konkrete Vorhaben gibt es da aber nicht, wir wollen nur flexibel sein“, erklärte der Kämmerer. 8 000 Euro sind für Spielgeräte auf den Spielplätzen vorgesehen. Die derzeit laufende Flurbereinigung im Schwarmer Bruch schlägt mit 50 000 Euro zu Buche. Für 5 000 Euro soll eine neue Befestigung für den Maibaum neben Robberts Huus gekauft werden, die alte ist 2017 nach 17 Jahren kaputt gegangen.

Im Vergleich zu den anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde liegt Schwarme in Sachen Steuererträge im Mittelfeld: Für dieses Jahr geht Homfeld von 751 Euro pro Einwohner aus. In Martfeld sind es 727, in Asendorf 778 und im Flecken Bruchhausen-Vilsen 870 Euro.

Eine Diskussion entspann sich nach einem Vorschlag von Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft). In der Dezember-Sitzung hatte der Rat beschlossen, die 1 750 Euro Preisgeld des letztjährigen Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, bei dem Schwarme den dritten Platz belegt hatte, ins Erntefest zu stecken. Schröders Idee, den Betrag auf 5 000 Euro aufzustocken, stieß auf Skepsis. „So könnten wir den Erntefest-Sonntag zu einem echten Dorffest mit einem attraktiven Programm für Familien machen“, begründete Schröder. „Nur Schieß-, Würstchen- und Fischbuden locken die Leute nicht mehr an und halten sie schon gar nicht auf dem Platz.“ Schröder wünscht sich, dass sich neben der Krieger- und Soldatenkameradschaft als Veranstalterin auch andere Vereine einbringen, ähnlich wie beim Weihnachtsmarkt.

Dass die überschaubare Besucherzahl insbesondere am Sonntag, dem letzten von jeweils zwei oder drei Festtagen, bedauerlich ist, da waren sich die Politiker einig. Georg Pilz (SPD) befürchtete aber, mit dem Zuschuss Begehrlichkeiten bei den anderen Vereinen zu wecken, die ja auch Veranstaltungen ausrichten. Sein Fraktionskollege Frank Tecklenborg gab zu bedenken, dass es „sich nicht um ein Dorffest handelt, sondern um eine Veranstaltung der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Früher war sonntags der Umzug und der Teufel los, und samstags hat sich die Schule engagiert. Grund für die sinkende Besucherzahl sind die Änderungen im Ablauf durch die Veranstalter und den Festwirt, und dass die Schule nicht mehr mitmacht.“ Der große Umzug, der Höhepunkt des Erntefests, findet inzwischen samstags statt, früher gab es samstags einen eigenen Umzug der Grundschule.

Gemeindedirektor Bernd Bormann regte an, vor der Entscheidung über den Zuschuss die Krieger- und Soldatenkameradschaft einzuladen und mit ihr über ihr Konzept zu sprechen. Diese Idee fand Hermann Schröder „gut“. Er betonte: „Wenn die Gemeinde Geld gibt, muss sie auch vorgeben, wofür es benutzt werden soll.“ J mah

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Gedenken der Opfer des Gladbecker Geiseldramas in Heiligenrode

Gedenken der Opfer des Gladbecker Geiseldramas in Heiligenrode

Gladbecker Geiselnahme: Geblieben sind Schmerz und Trauer

Gladbecker Geiselnahme: Geblieben sind Schmerz und Trauer

Aufbau für jbs-Maisfeldfete und Oldie-Abend in Westeresch

Aufbau für jbs-Maisfeldfete und Oldie-Abend in Westeresch

Brücke von Genua unterlag besonderen EU-Sicherheitsauflagen

Brücke von Genua unterlag besonderen EU-Sicherheitsauflagen

Meistgelesene Artikel

Zu wenig Wasser: Boot sitzt im Dümmer fest

Zu wenig Wasser: Boot sitzt im Dümmer fest

Gladbecker Geiseldrama: Regierungschefs besuchen Silke Bischoffs Grab in Stuhr

Gladbecker Geiseldrama: Regierungschefs besuchen Silke Bischoffs Grab in Stuhr

Spülmaschine verursacht Küchenbrand in Twistringen

Spülmaschine verursacht Küchenbrand in Twistringen

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Großbrand auf Bauernhof in Sulingen: Eine 60-Jährige verletzt

Kommentare