Schulsozialarbeit: Ausschuss kritisiert Land

Wer soll das bezahlen?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Br.-Vilsen - Seit zwölf Jahren gehört die Schulsozialarbeit zum Schulzentrum in Bruchhausen-Vilsen wie das kleine Einmaleins zum Matheunterricht – und dennoch steht sie bis heute auf wackligen Füßen: „Das Land hat seine Hausaufgaben nicht gemacht“, monierte Christdemokrat Wolfgang Griese bei der jüngsten Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde. „Wir hätten gerne Planungssicherheit, aber bis heute ist nicht geklärt, wer für die Schulsozialarbeit zuständig ist. Schulträger und kommunale Spitzenverbände sind sich einig, dass sie zum Land gehört.“ Er appellierte nach Hannover, endlich ein Konzept zu den Aufgaben und zur Finanzierung zu erstellen.

Zurzeit sind am Schulzentrum laut Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann 2,5 Stellen für die Schulsozialarbeit eingerichtet. Diese würden über Förderprogramme des Lands, vom Landkreis und zu einem geringen Teil auch von der Samtgemeinde bezahlt. Die Sozialarbeiter Anja Westers, Andrea Sordon und Aytac Dinc seien jeweils projektgebunden mit Zeitverträgen angestellt.

Um deutlich zu machen, wie wichtig ihre Arbeit ist, stellten Dinc und Sordon dem Ausschuss ihre Aufgaben vor. „Verlässlichkeit ist gerade in unserem Beruf wichtig. Man muss Vertrauen zu den Schülern und Eltern aufbauen“, betonte Sozialpädagogin Sordon. „Wir haben relativ oft Beratungsgepräche. Wir begleiten Schüler, die Probleme in der Schule, mit sich selbst oder mit ihrer Familie haben“, ergänzte Dinc. Streitschlichtung, Sozialtrainings zur Vorbeugung von Mobbing und Präventionsprojekte stehen ebenso auf der Liste des Teams.

Dinc berichtete beispielhaft von einer Whatsapp-Nachricht, die eine ganze fünfte Klasse in Angst und Schrecken versetzt hat. Darin erzählte die computergenerierte Stimme eines Jungen, dass er keine Arme und Beine habe – und so werde es bald jedem gehen, der diese Nachricht nicht weiterschicke. „Wenn junge Schüler sowas hören, heulen und schreien sie“, erklärte Sordon. „Die muss man erst mal wieder erden.“ Dinc sprach mit den Kindern, und alle zusammen sagten laut „Vollidiot“ in Richtung des Unbekannten, der die Nachricht erstellt hatte.

Der Aufgabenkatalog orientiere sich am Bedarf, fuhr Sordon fort. Man habe das Bruchhausen-Vilser Konzept stets weiterentwickelt. Einen klar definierten Katalog vom Land wünschte sich Griese: „Alle Förderprogramme laufen 2016 aus, wir warten darauf, wie es weitergeht.“ Bormann mahnte: „Es kann nicht alles auf die Kommunen abgewälzt werden.“ Reinhard Thöle (SPD) sagte, dass in den vergangenen zwölf Jahren immer wieder Projekte ausgelaufen seien: „In der Zeit, in der die Zuschüsse sehr gering waren, hat die Samtgemeinde erkleckliche Summen selbst bezahlt. Ich bin sicher, dass wir auch zukünftig zu einem vernünftigen Ergebnis kommen.“

mah

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