Schulausschuss will Satzung ändern

Schluss mit freier Gymnasium-Wahl

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Mediengruppe Kreiszeitung

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Der Schulausschuss hat bei seiner jüngsten Sitzung empfohlen, die „Satzung über die Festlegung von Schulbezirken in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen“ zu aktualisieren. Die wichtigste Neuerung: Künftig wird den Schülern aus der Samtgemeinde die freie Gymnasium-Wahl genommen oder zumindest erschwert. Sie müssen einen „Ausnahmeantrag“ stellen, wenn sie an einem anderen Ort als Bruchhausen-Vilsen zum Gymnasium gehen wollen.

„Die alte Satzung wurde 1998 erlassen“, erklärte Ausschussvorsitzender Wolfgang Griese (CDU). Darin stehe noch Haupt- und Realschule statt Oberschule, und die frühere Schulform Orientierungsstufe sei auch noch aufgeführt. Dafür sei das gymnasiale Angebot nicht genannt, das erst 2004 in Bruchhausen-Vilsen eingeführt wurde.

„Für das Gymnasium bedeutet das, dass kein Schulbezirk eingerichtet ist und dass die Schüler aus dem Gebiet der Samtgemeinde, ohne einen Ausnahmeantrag stellen zu müssen, auch ein anderes Gymnasium besuchen können“, steht in der Sitzungsvorlage der Verwaltung. „Da auch der Landkreis und die umliegenden Schulträger Schulbezirke für die Gymnasien eingerichtet haben, sollte Bruchhausen-Vilsen von dieser Regelung ebenfalls Gebrauch machen, um dem Gymnasium Planungssicherheit zu geben.“

Grünen-Politikerin Marlies Plate wollte wissen, ob die Schüler auch nach der Satzungsänderung noch ein anderes Gymnasium wählen können, etwa wenn ihre Wünsche zu bestimmten Fächern in Bruchhausen-Vilsen nicht erfüllt werden. „In Einzelfällen ist das möglich, es muss aber begründet werden“, entgegnete Griese. Gymnasialleiter Reinhard Heinrichs ergänzte: „Bei pädagogischen Gründen oder Gründen der besonderen Härte kann ein Antrag gestellt werden, über den die Schulbehörde entscheidet. Die Schüler sind hier nicht gefangen.“

Ob es denn viele „Abwanderer“ gebe, hakte Plate nach. „Viele sind es nicht, sondern nur Einzelfälle“, lautete Grieses Antwort.

Mutter kritisiert

Schulbezirk-Einrichtung

Bei der anschließenden Abstimmung sprachen sich alle Ausschussmitglieder für die neue Satzung aus – einzig Plate enthielt sich.

Kritik an diesem Ergebnis übte eine Mutter in der Einwohnerfragestunde. Das Hoyaer Gymnasium habe keinen Schulbezirk, gab sie zu bedenken. „Ich finde es sehr schade, dass einem Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, wenn man ein anderes Gymnasium besuchen will. Über 90 Prozent der Schüler gehen doch eh freiwillig nach Vilsen.“ Ihrer Erfahrung nach gebe es eben „keine begründeten Fälle“ mit Aussicht auf Erfolg: „Sprachwünsche gelten nicht, ADHS und Hochbegabung auch nicht.“

Walter Kreideweiß (Grüne) lenkte ein: „Man kann ja noch mal überdenken, ob man einen leichteren Wechsel ermöglicht, wenn der Bedarf da ist.“

Das letzte Wort in Sachen Satzungsänderung hat der Samtgemeinderat.

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