Schulausschuss segnet Haushalt ab / Sanierung des 78er-Trakts größter Kostenfaktor

Für die Bildung rollt der Euro

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Mediengruppe Kreiszeitung

Br.-Vilsen - Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen steckt viel Geld in ihre Schulen. Das wird im Haushaltsplan 2016 einmal mehr deutlich. „Vom Finanziellen her ist die Bildung auf jeden Fall ein Schwerpunkt“, bemerkte denn auch Wolfgang Griese (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Schulausschusses.

Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung im Rathaus, stellte die für den Ausschuss relevanten Haushaltszahlen vor und arbeitete dabei Schule für Schule ab.

In der Grundschule Bruchhausen-Vilsen stehen dieses Jahr „Akustikarbeiten“ für 13000 Euro an: „Der Musikraum bekommt eine neue Schallschutzdecke und eine neue Beleuchtung“, sagte Siemers. Mit 3000 Euro schlägt der Umbau einer Toilette und eines Waschbeckens in der Schule zu Buche, damit ein körperbehindertes Kind sie nutzen kann. „Hier greift die Inklusion“, kommentierte Ausschussvorsitzender Griese.

10000 Euro kosten Pflasterungs- und Entwässerungsarbeiten an der Asendorfer Grundschule, die laut Siemers nötig sind, „weil der Zugang zur St.-Marcellus-Straße ständig unter Wasser steht“. Hohe Kosten kämen in den nächsten Jahren auf die Schule zu, wenn sie ihren Ganztagsbetrieb aufnehme. „Wir wollen dieses Jahr eine Umfrage zu den Wünschen der Eltern starten“, sagte Siemers. „Angedacht ist, frühestens 2018 die Ganztagsschule einzuführen.“

65000 Euro lässt sich die Samtgemeinde einige Brandschutzmaßnahmen an der Grundschule Martfeld kosten, nachdem 2015 schon 30000 Euro in Umbaumaßnahmen geflossen sind. „Ein Architekturbüro hat für die Schule einen Sanierungsplan für 500000 Euro erstellt, davon entfallen insgesamt gut 100000 Euro auf den Brandschutz“, erläuterte Siemers. Viele Arbeiten seien allerdings erst umsetzbar, wenn die Gruppen aus dem benachbarten Kindergarten 2018 in den noch zu errichtenden Neubau gezogen sind. „Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Das Schulgebäude ist brandschutzmäßig abgenommen“, betonte Griese. „Die Brandschutzmaßnahmen werden erst durch die baulichen Veränderungen nötig, wir fangen aber jetzt schon mal damit an.“

Für einen Lehrerzimmer-Anbau an der Schwarmer Grundschule sind 85000 Euro im Haushalt vorgesehen.

Das Gymnasium Bruchhausen-Vilsen erhält 1000 Euro für seine Schulbücherei. „Es ist schön, auch mal Geld für Bücher und nicht immer nur für EDV auszugeben“, freute sich Sozialdemokrat Michael Albers.

Auch auf die Inklusion ging Cattrin Siemers ein. Dafür habe die Samtgemeinde als Schulträgerin im vergangenen Jahr 27733 Euro vom Land bekommen. „Wir hatten auch einige Ausgaben“, sagte die Rathaus-Mitarbeiterin und nannte umfangreiche Akustikmaßnahmen sowie den Umbau eines Behinderten-WCs an der Grundschule Schwarme, die ein hörgeschädigtes und ein anderweitig körperbehindertes Kind aufgenommen hat. 2016 rechnet Siemers für die Einführung der inklusiven Schulen mit mindestens 40000 Euro vom Land.

Noch nichts Neues

zur Schulsozialarbeit

In Sachen Schulsozialarbeit hat sich noch nichts getan. Wie berichtet, wartet die Samtgemeinde schon seit geraumer Zeit auf ein Konzept vom Land, das die Aufgaben der Sozialarbeiter und die Finanzierung ihrer Stellen regeln soll. „Die aktuell 80000 Euro Personalkostenzuschuss laufen dieses Jahr aus“, sagte Siemers. „Wie es weitergeht, wissen wir noch nicht. Vielleicht müssen wir die 80000 Euro selbst bezahlen, wenn wir uns weiter wie bisher Schulsozialarbeit leisten wollen.“

Den größten Brocken im Investitionsprogramm bildet die geplante Sanierung des 78er-Trakts am Schulzentrum, die insgesamt 5,965 Millionen Euro kosten und 2016 mit der 800000 Euro teuren Dachsanierung starten soll. „Hinsichtlich von Fördergeldern sieht es ganz gut aus, aber wir können noch keine Zahlen benennen“, sagte Siemers. Lediglich eine 198200-Euro-Pauschale aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bunds sei schon fest zugesagt.

Werner Pankalla (CDU) bat darum, die Sanierung komplett zu streichen: „Wir haben das Geld nicht.“ Das sah Albers anders. „Wir haben das Geld, alle Gemeinden tragen das mit“, konterte er. Skeptisch zeigte sich Walter Kreideweiß (Grüne): „Die Kosten übersteigen bei weitem unseren Rahmen“, meinte er und forderte eine genaue Kostenberechnung zu den verschiedenen Schritten. „Wir haben die Details ja noch gar nicht festgelegt“, entgegnete Siemers. „Bevor wir die Millionen ausgeben, werden wir selbstverständlich die Planung in diesem Ausschuss ausführlich behandeln“, versprach Griese.

Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann hatte im Interview mit unserer Zeitung zum Jahresende erklärt, dass die Finanzierung notfalls auch ohne Zuschüsse zu stemmen wäre, die Samtgemeinde dann aber weitere Schulden machen müsse. Zurzeit habe sie rund achteinhalb Millionen Euro Schulden.

Einstimmig empfahl der Ausschuss den Haushalt. Das letzte Wort hat der Samtgemeinderat.

mah

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