Berufsorientierungsmesse an der Oberschule

Schüler wollen mehr „BoDo“

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Bogdan und Lara (von links) in einer der Werkstätten.

Br.-Vilsen - Von Jana Wohlers. Handwerker, Journalist, Kindergärtner oder doch lieber Koch? Für viele Schüler stellt sich schon in jungen Jahren die Frage der Berufswahl. Praktika und Informationsveranstaltungen reichen für eine Entscheidungsfindung oft nicht aus. Die Oberschule in Bruchhausen-Vilsen verfolgt seit drei Jahren ein einzigartiges Konzept: die „Berufsorientierung am Donnerstag“, kurz „BoDo“.

Die Ergebnisse dieser Tage präsentierten Schüler und Lehrer gemeinsam im Rahmen einer Berufsorientierungsmesse. Ein kurzer Vortrag zu Beginn der Veranstaltung informierte die zahlreichen Besucher über das Konzept der „BoDo“. Jeden Donnerstag machen sich die über 100 Schüler auf den Weg. Das Ziel: die verschiedenen thematischen Räume in der Schule oder ortsansässige Kooperationspartner. Es steht den Schülern frei, zu wählen, ob sie lieber in einen Bereich in der Schule oder in einen Betrieb gehen möchten, erklärten Friederike Ladenthien und Kristina Kalus.

Die beiden Frauen sind für die Koordination des Konzepts sowie seine stete Entwicklung und Verbesserung zuständig. „Das Konzept soll insbesondere die Selbstständigkeit der Teilnehmer fordern und fördern.“ Durch den ständigen Austausch mit den „BoDo“-Schülern der neunten Klasse entstehen immer wieder neue Ideen und Möglichkeiten.

Durch Schüler, die sich selbstständig für jeden „BoDo“-Tag einen Betrieb ausgesucht haben, seien zahlreiche neue Kontakte zu Unternehmen in der Samtgemeinde entstanden. Ausbildungsplätze wurden durch den Kontakt ebenfalls bereits vermittelt.

Frühe Auseinandersetzung mit der Berufswahl

Ziel des Konzepts ist es, dass sich die Teilnehmer frühzeitig, langfristig und vor allem intensiv mit dem Thema Berufswahl auseinandersetzen. „Sie sollen die Möglichkeit haben, innerhalb des Schuljahres viele Einblicke in verschiedene Tätigkeitsfelder zu sammeln und so ihre Zukunftswünsche zu konkretisieren“, sagte Ladenthien.

Insgesamt neun Bereiche bietet das Konzept – von Wirtschaft und Verwaltung über Soziales und Gesundheit bis hin zu Technik, Dekoration sowie Garten- und Landschaftsgestaltung ist alles vertreten. Mindestens drei davon müssen die Neuntklässler durchlaufen. Maximal können sie innerhalb des Schuljahrs in sechs Bereiche hineinschnuppern. Die Schüler bekommen durch die „BoDo“ einen realen Blick in Berufe.

Auf dem Schulgelände sowie in den Räumen und Werkstätten des Schulzentrums hatte der jetzige neunte Jahrgang ein eindrucksvolles Programm auf die Beine gestellt. Eltern, Lehrer, Schüler und andere Interessierte ließen sich durch die verschiedenen Bereiche führen und wurden von den – mittlerweile fast fachkundigen Schülern über die Arbeiten aufgeklärt. So sorgte die Gastronomen für die schmackhafte Verpflegung der Besucher, die Garten- und Landschaftsgestalter bauten an ihrem Projekt „Geräteschuppen“ weiter, und die Holz-, Metall- und Elektrotechniker zeigten handwerkliche Arbeiten. Auch einige Kooperationsbetriebe waren auf der Messe vertreten.

Fabio, Marec und Ole (von links) beim Sonderauftrag. Die drei haben durch „BoDo“ einen Auftrag bekommen und ein Regal in der Schule umgebaut.

Im kommenden Schuljahr startet der aktuell achte Jahrgang in sein „BoDo“-Jahr. „Wir wünschen uns für die Zukunft, dass wir noch mehr Betriebe – vor allem für die Mädchen – dazugewinnen können“, sagte Kalus. Insbesondere im Bereich Styling und Pflege sei das Angebot noch zu schwach.

Bei den Schülern trifft „BoDo“ auf durchweg positive Resonanz. „Man hat die Gelegenheit, in viele verschiedene Bereiche zu schauen. Zusammen mit Leuten aus dem eigenen Jahrgang fällt es auch leichter, sich an neue Dinge heranzuwagen“, lobte Teilnehmerin Joyce Weber.

Das „BoDo“-Konzept der Oberschule Bruchhausen-Vilsen ist bislang einzigartig – und die jungen Schüler wünschen sich mehr davon. „Dieses Jahr gibt uns mehr Antworten als jedes Praktikum“, finden sie.

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