Vier Bands, eine Botschaft

Ein Schrei gegen Rechts

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„Anne.Fuer.Sich“ brachte die Zuhörer mit ihrem Genre-Mix zum Abheben.

Br.-Vilsen - Von Jana Wohlers. Mehr Toleranz, mehr Akzeptanz, mehr Miteinander und das Ganze am besten lautstark. In der Mensahalle in Bruchhausen-Vilsen gab es am Samstagabend nur eine Botschaft aus allen Mündern: In der Samtgemeinde haben Rassismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz. Doch die Bands beim Konzert „Turn Up 4 Tolerance“ drehten nicht nur zugunsten der Region ordentlich auf. Die Botschaft der Veranstaltung war ein Schrei, der an geografischen Grenzen keinen Halt macht.

Hunderte Besucher strömten zur Mensahalle, tanzten, sangen und feierten lautstark – lautstark gegen Rechts. Das Konzert zog Jung und Alt, Groß und Klein nach Bruchhausen-Vilsen und vermittelte schon mit seinem Publikum eine wichtige Botschaft: Gemeinschaft kennt kein Alter, keine Religion, keine Staatsangehörigkeit.

„Turn Up 4 Tolerance“ bedeutet frei übersetzt „Aufdrehen für (mehr) Toleranz“. Das Konzert gestaltete sich getreu diesem Motto als die kreative Aufarbeitung eines ernsten und viel diskutierten Themas. Organisiert hatte es die Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ des Gymnasiums. Die 15-köpfige Gruppe trifft sich immer montags und bespricht, was sie an Vorkommnissen (auch rassistischen) beobachtet hat und welche Projekte für die Zukunft in Planung sind.

Die Stuhrer Band „Lenna“, hier Sängerin Alenna, kam mit Power-Pop und Flüchtlingsgeschichten gut an.

Das Konzert war das bislang größte Projekt der Jugendlichen. Kräftige Unterstützung gab es von AG-Leiter Tim Schöning, der bereits Erfahrung mit einem Projekt dieser Art hatte und den Jungen und Mädchen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Rund ein Jahr und unzählige Stunden Arbeit steckten in der fünfstündigen Musikveranstaltung. „Wir haben uns für eine Konzert entschieden, weil Musik bekanntermaßen die Massen verbindet“, erklärte Jalain Scharbert, die für die AG als Pressebeauftragte tätig ist. „Musik schafft eine Identifikation, die Viele erreicht und Viele zum Nachdenken und Handeln anregt“, sagte sie.

Im Rahmen von „Turn Up 4 Tolerance“ gab es nicht nur ordentlich Musik auf die Ohren, sondern auch zahlreiche Infostände von Vereinen, Organisationen und Gruppen zum Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

„Turn Up 4 Tolerance“-Konzert in der Mensahalle

Im Vorfeld galt es, passende Bands für den Abend zu finden und die nötige Werbung für das Konzert zu machen. „Wir waren unter anderem auf anderen Konzerten unterwegs und haben Flyer verteilt“, sagte Scharbert.

Das große Engagement der Jugendlichen sollte sich auszahlen: In der Mensahalle tanzten, feierten und sangen Bands und Besucher gemeinsam lautstark gegen Rechts. Auf der Bühne standen vier Gruppen, alle mit einer musikalischen Botschaft im Gepäck. Von Pop und Rock über Indie und Alternative bis hin zu Punk gab es für jeden Geschmack das passende Lied zu hören.

Die vier Bands

Die vier Punkrocker „Rogers“ waren extra aus Düsseldorf nach Bruchhausen-Vilsen angereist. Sie brachten dem Publikum nicht nur die Botschaft des Abends auf mitreißende Weise näher, sie symbolisierten auch einen regionsübergreifenden Zusammenhalt. Grenzen gibt es für „Rogers“ nicht.

Einen Mix aus Indie-Rock und Rap bot die Band „Faakmarwin“ aus Bremen.

„Anne.Fuer.Sich“ brachte einen fast therapeutischen, mitreißenden Mix aus zahlreichen Genres auf die Bühne, der die Besucher nicht nur einmal springend vom Boden abheben ließ.

Sympathiepunkte sammelte die Band „Lenna“ aus Stuhr. Sie ließ mit ihrem Power-Pop nicht nur die Stimmung im Publikum überbrodeln, sondern punktete auch mit kurzen Geschichten zum Thema – zum Beispiel der über einen Flüchtling, der in Ostfriesland lebt, Maschinenbau studiert und fließend Plattdeutsch schnackt.

Ein Fazit

„Turn Up 4 Tolerance“ war nicht nur durch den musikalischen Genuss ein voller Erfolg. Das Konzert war vielmehr als Musik – es machte einen Gedanken an Gemeinschaft und Zusammenhalt in den Köpfen seiner Besucher stark.

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