Schörkelloser Rock von „Desperate Blues Girls“ reißt Konzertbesucher von den Stühlen

Fünf Frauen mit teuflischer Spielfreude

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Frontfrau Raffaella Monza ließ Erinnerungen an die Sängerin Janis Joplin wach werden.

Hollen - Von Heide Wirtz-Naujoks. Musik voller Spannung und Emotion bot die italienische Frauen-Blues-Band „Desperate Blues Girls“ diese Woche im gut gefüllten Saal der „Kastanie“ in Hollen. Die Gruppe ist bereits in zahlreichen Clubs und auf Festivals in Italien und anderen europäischen Ländern aufgetreten. Bei ihrer Deutschland-Premiere boten die fünf Musikerinnen eine energiegeladene Vorstellung, die keinen Gedanken an die schmachtenden Schlager aus ihrer italienischen Heimat aufkommen ließ.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 entwickelte die Band einen eigenen Sound mit individueller Ausprägung. Unüberhörbar sind die Einflüsse ihrer zahlreichen Vorbilder. Sie lässt sich von Blues-Größen wie B. B. King, Muddy Waters und Etta James inspirieren.

Durch die Kombination mit anderen Musikstilen entsteht ein einzigartiger Mix aus Rhythm & Blues, aufgelockert durch etwas Funk und Soul. Der kraftvolle Gesang der Frontfrau Raffaella Monza ließ Erinnerungen an Janis Joplin wach werden. Die Römerin begeisterte mit ihrer starken Bühnenpräsenz als Sängerin und Entertainerin.

Die weiteren Bandmitglieder Christiana Della Vecchia (Keyboard), Federica Bernabei (Schlagzeug), Flavia Lucchetti (Gitarre) und Martina Bertini am Bass rockten, was das Zeug hielt.

Sie überzeugten mit ihrer überschäumenden Spielfreude und ihrem Temperament. In ihren eigenen Kompositionen spiegelt sich die Freude an der Musik und das damit verbundene Lebensgefühl wider.

Der Funke sprang schnell auf das Publikum über. Der schnörkellose Rock hielt etliche Besucher nicht lange auf den Stühlen. Mit dem Stück „Take me to the river“ aus dem Film „The Commitments“ verbindet die „Desperate Blues Girls“ die Geschichte ihres eigenen musikalischen Werdegangs. Ein temporeiches Medley aus „On the road again“ von „Canned Heat“ und perfekt adaptierten Stücken von „Deep Purple“ und „ZZ Top“ ließ Sängerin und Band zu Hochform auflaufen.

Nicht fehlen durfte der Song „Got My Mojo Working“, der durch die Vertonung von Muddy Waters Weltruhm erlangte. Bei einigen anderen Blues-Klassikern setzte Raffaella Monza die Blues-Harp ein, landläufig als Mundharmonika bekannt.

Nach der regulären Spielzeit stand eine Zugabe mit dem Stück „Move Over“ an, eine Hommage an die Musiklegende Janis Joplin.

Mit dem Motto „Keep the Blues Alive!“ verabschiedeten sich die sympathischen Musikerinnen von ihrem Publikum.

Nach diesem gelungenen Tournee-Auftakt dürften die „Desperate Blues Girls“ in Deutschland nicht mehr lange unbekannt bleiben.

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