1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Bruchhausen-Vilsen

Barbara Stadtler macht aus der „Kastanie“ in Hollen eine Kochschule

Erstellt:

Von: Regine Suling-Williges

Kommentare

Köchin in der Küche
Barbara Stadtler eröffnet im ehemaligen Theater in der „Kastanie“ in Hollen eine Kochschule und lädt zum Abend der offenen Tür ein. © Regine Suling-Williges

Hollen – Eine Küche mitten im Theater: Diesen Traum hat sich Barbara Stadler in ihrer „Kastanie“ in Hollen jetzt erfüllt.

Da, wo bis dato ausschließlich Menschen Platz nahmen, um kulturelle Veranstaltungen zu genießen, sollen sie jetzt selbst anpacken. Sie können schnippeln, am Herd stehen, kochen – und schnacken. Am 1. Juni eröffnet die Küchenmeisterin dort offiziell ihre Kochschule. „Die erste Gruppe war schon da“, erzählt die 62-Jährige.

Wenn Menschen hier zusammenkommen, verbringen sie etwa vier Stunden gemeinsam. Zwei Stunden kochen, zwei Stunden zusammen essen: So sieht das Programm dann aus. „Es geht um den Spaß miteinander“, sagt Barbara Stadler.

Für die Küchenausstattung sorgte die Küchenwelt Klingeberg, sodass immer an zwei Stationen gearbeitet werden kann. Ab vier Personen sind Buchungen möglich. Da treffen sich dann kleine Hochzeitsgesellschaften, um ihr Menü selbst zu kochen. Aber auch Großmütter mit ihren Enkelkindern. „Die Gruppen sind durch die Pandemie immer kleiner geworden“, erzählt Barbara Stadler.

Kochkurse gibt sie auch an anderen Orten. „Warum mache ich das nicht auch hier?“, habe sie sich dann gefragt. „Ich habe ja den Raum dafür.“ Wer mit ihr kochen will, kann sich das Thema selbst aussuchen. Auf den Tisch kommt am Ende ein Vier-Gänge-Menü. Mit Zutaten von Lieferanten aus der Region, gerne auch und vor allem vegetarisch. „Wer hier kocht, muss nichts aufräumen oder abwischen. Es geht vielmehr um das Event, darum, etwas gemeinsam zu tun“, unterstreicht die Chefin der Kochschule.

Offene Kurse wird es jedoch erst einmal nicht geben. „Wir sind da sehr pandemiegeschädigt“, sagt sie. Daher richtet sich das Angebot vor allem an feste Gruppen.

Die Ideen für Gerichte gehen ihr nie aus, versichert die 62-Jährige, die seit mehr als 40 Jahren kocht. „Ich habe mehr Rezepte im Kopf als ich verarbeiten kann“, sagt Barbara Stadler, deren Geschäft nach der Corona-Pandemie jetzt wieder merklich anzieht. Darüber ist sie froh. Denn: „Ich brauche das Kochen. Es ist schwierig, wenn man kreativ ist, es aber nicht sein kann.“

Deswegen ergriff sie mitten in Lockdown und Pandemie die Initiative und schickte eine Bewerbung an das renommierte Magazin „Landlust“. Mit Erfolg: Sie entwickelt für das Heft jeden Monat acht Rezepte, kocht diese zweimal zur Probe und kümmert sich auch um das Foodstyling, damit die Gerichte für die Fotografen passend in Szene gesetzt werden.

Für Jobcenter bietet sie Kurse zum Thema „Gesund und lecker kochen mit wenig Geld an“, für die Bio-Stadt Berlin bildete sie Köche fort, sie macht Caterings für Gesellschaften bis zu 30 Personen, gibt Bildungsurlaube, engagiert sich in der „Slow Food Alliance“ und begann während der Pandemie zudem, Ernährungsberatung zu studieren.

Auf die Arbeit in ihrer eigenen Kochschule freut sich Barbara Stadler sehr und blickt nach den ersten Erfahrungen positiv in die Zukunft: „Das funktioniert super und macht Spaß.“

Am 1. Juni veranstaltet Barbara Stadtler von 18 bis 22 Uhr einen Abend der offenen Tür. „Kommen Sie gerne auf einen Schnack vorbei“, lädt sie ein. Es gibt Leckereien ihrer Lieferanten Kay Trinler, Ziegerei Asendorf, Öle von der Wesermühle, Dieter Sonntag, Edith Söffker und Brenda Beckmann vom Ehmken Hoff Café sowie Barbaras hausgebackene Focacchia und Weine aus der Weinscheune Kraft gegen einen Kostenbeitrag.

Außerdem organisiert sie einen kleinen Geschirr- und Küchenflohmarkt.

Kontakt

www.diekastanie.de

Auch interessant

Kommentare