Praxen teils mit Nachfrage überfordert

Schnelltest-Pioniere

Corona-Schnelltests für alle? Der Staat wünscht es sich, die Umsetzung ist aber schwierig.
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Corona-Schnelltests für alle? Der Staat wünscht es sich, die Umsetzung ist aber schwierig.

Landkreis – Dass kostenlose Corona-Schnelltests für alle eine feine Sache sind, bezweifelt wohl kaum einer. Deswegen waren auch Dutzende Arztpraxen im Landkreis Diepholz sofort bereit, als die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) sie dazu aufrief, die von der Regierung forcierten Tests für Jedermann bei sich anzubieten (wir berichteten).

Auch die Hausarztpraxis von Dr. Frank Pellmann und Thomas Luley in Bruchhausen-Vilsen gehörte zu den ersten Freiwilligen. „In der Annahme, eine von vielen Anlaufstellen zu sein, haben wir uns solidarisch bereit erklärt, die für die Bürger kostenlosen Schnelltests anzubieten“, sagt Thomas Luley.

Aber kurz darauf folgte die Überraschung: In der Samtgemeinde sind sie (Stand Donnerstagnachmittag) die einzige Praxis mit diesem Angebot. „Wir können es nicht leisten, das Testzentrum für Bruchhausen-Vilsen zu sein“, stellt Luley jetzt klar.

Entspannter sieht es in Barnstorf aus. Die Praxis von Dr. Bernd Roshop hatte sich ebenfalls bei der KVN angemeldet – und sieht sich gut gewappnet. „Es sind noch ausreichend Tests da und wir kümmern und auch zeitnah um Nachschub“, heißt es auf Nachfrage.

Etwas überrascht vom Andrang war hingegen die Hausarztpraxis von Dr. Sönke Neubauer in Bassum. Kurzfristig habe man noch vorhandene Schnelltests angeboten, Unterstützung von der KVN habe es jedoch nicht gegeben. Thomas Luley aus Bruchhausen-Vilsen gibt derweil an, noch gar keine Tests im Haus zu haben. Auch die Abrechnung der Schnelltests sei noch völlig unklar. „Darüber gibt es noch keinerlei Informationen“, so der Mediziner.

Nachfrage bei der KVN in Hannover. Dort heißt es, die Arztpraxen könnten sich freiwillig in die Datenbank eintragen. Auf die räumliche Verteilung der Schnelltest-Praxen habe die KVN dabei keinen Einfluss. Doch die Zahl der Anbieter würde stetig wachsen. Derzeit seien es landesweit schon rund 2 000, die den Test kostenlos anbieten würden, so ein Sprecher. Doch ein Problem räumt auch er ein: Bei der Beschaffung der Tests sind die Praxen derzeit auf sich allein gestellt. Und der Markt ist – wie so oft in dieser Pandemie – sehr angespannt. LUKA SPAHR/ANNE-KATRIN SCHWARZE

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