Haushalt für Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung empfohlen

Schmutzwassergebühr bleibt stabil

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Die Schmutzwassergebühr bleibt stabil, sagte Kämmerer Hannes Homfeld am Montagabend bei der Sitzung des Betriebsausschusses der Samtgemeinde im Rathaus in Bruchhausen-Vilsen. 2017 lag die Gebühr noch bei 2,35 Euro pro Kubikmeter, seit 2018 beträgt sie 2,10 Euro, führte Homfeld weiter aus. Die Gebühreneinnahmen liegen 2019 voraussichtlich bei rund 2,55 Millionen Euro. Die Regenwassergebühr bleibt laut Homfeld konstant bei 40 Cent. Dadurch sind 2019 Einnahmen von 210 000 Euro veranschlagt. Insgesamt betragen die Einnahmen aus privatrechtlichen Entgelten laut Homfeld also rund 2,8 Millionen Euro.

Dies waren nur einige Zahlen, die der Kämmerer mit Blick auf den Haushaltsplanentwurf 2019 des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung nannte, den die Ausschussmitglieder einstimmig an den Samtgemeinderat empfahlen. Dabei betrachtete Homfeld die Bereiche Schmutzwasser (verunreinigtes Wasser von privaten, öffentlichen und gewerblichen Einleitern) und Regenwasser (Oberflächenwasser von befestigten Flächen wie Straßen und Dächern) zunächst zusammen. Der Kämmerer sprach bezogen auf das Jahresergebnis von einem „gesunden Überschuss“ von rund 90 000 Euro.

Hannes Homfeld blickte anschließend detailliert auf die Aufteilung der Aufwendungen im Ergebnishaushalt: Rund 570 900 Euro fließen in Sach- und Dienstleistungen wie die Unterhaltung von Druckrohrleitungen und Pumpwerken sowie die Kanalreinigung. An Transferaufwendungen (Zuweisung an den Abwasserzweckverband, AZV) stehen rund 1,1 Millionen Euro im Entwurf. Dieser Posten werde sich laut Homfeld in den kommenden Jahren erhöhen. Im Jahr 2022 könnte die AZV-Umlage bereits bei rund 1,4 Millionen Euro liegen. „Das ist eine riesige Steigerung, die wir im Haushalt verbuchen müssen, und die sich auch irgendwann auf die Gebühr umschlagen wird“, sagte der Kämmerer. Sonstige ordentliche Aufwendungen wie Geschäftsaufwendungen, Personalkostenerstattungen an die Samtgemeinde - sie beschäftigt das Personal, dafür zahlt der Eigenbetrieb eine entsprechende Erstattung - und Kosten für die Inanspruchnahme des Bauhofs liegen bei etwa 475 000 Euro. Die Abschreibungen schlagen mit etwa 1,13 Millionen Euro zu Buche. Der Zinsaufwand liegt bei rund 221 700 Euro.

Der Kämmerer blickte noch etwas detaillierter auf die einzelnen Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen von insgesamt rund 570 900 Euro im Schmutz- und Regenwasserbereich. Einige Beispiele: Im Schmutzwasserbereich erhöhen sich die Ansätze für die Unterhaltung der Pumpwerke von 35 000 im Vorjahr auf 50 000 Euro. Die Unterhaltung von Druckrohrleitungen ist mit 55 000 Euro im Haushalt vermerkt (Vorjahr: 15 000 Euro). Für die Kanalkontrolle, also das Filmen von Kanälen, sind 5 000 Euro veranschlagt (Vorjahr 12 000 Euro). Dies liegt laut Homfeld daran, dass neue Aufnahmen erst 2020 gemacht werden sollen. Aus diesen Aufnahmen ergeben sich eventuelle Bauunterhaltungs- und dadurch Investitionsmaßnahmen.

Angedacht sei dann, auch weiterhin jedes Jahr zehn Kilometer Rohre zu filmen, sagte Bauamtsmitarbeiter Stefan Wollschläger. Ziel sei es, etwaige Schäden kurzfristig zu beheben. Es sei jedoch schwierig, Firmen zu finden, die die Maßnahmen zeitnah umsetzen. Vom allgemeinen Zustand her gebe es Bereiche, in denen etwas gemacht werden muss, sagte Wollschläger. Als Beispiel nannte er die Maßnahmen in Schwarme. „Die sind jetzt größtenteils durch.“ Dazu kommen „einzelne partielle Schäden“, sagte er.

Im Regenwasserbereich stehen für den Posten „Unterhaltung Regenwasserkanal“ 30 000 Euro bereit, für „Unterhaltung Schachtsanierung“ 15 000 Euro und für „Unterhaltung Regenrückhaltebecken“ 10 000 Euro, „insgesamt also rund 55 000 Euro an Bauunterhaltung“, sagte Homfeld.

Der Finanzhaushalt wies zum 1. Januar 2019 einen Liquiditätsstand von rund 170 000 Euro auf. Angesichts veranschlagter Investitionen von rund 1,2 Millionen Euro sei eine Kreditaufnahme von rund 700 000 Euro im Jahr 2019 wahrscheinlich erforderlich, sagte der Kämmerer.

Homfeld nannte einige Posten des Investitionsprogramms für den Bereich Schmutzwasser, darunter Kosten von rund 140 000 Euro für eine Eisen-Dosieranlage in Martfeld. Mithilfe dieser soll das Geruchsproblem in Schwarme besser werden. „Dann kommt das Wasser aus Martfeld bei uns in Schwarme parfümiert an“, sagte Ausschussmitglied und Bürgermeister von Schwarme, Johann-Dieter Oldenburg (SPD), schmunzelnd.

Für Freispiegelleitungen in Bruchhausen-Vilsen, Asendorf und Schwarme sowie „Kanalerneuerungen allgemein“ stehen insgesamt rund 590 000 Euro im Investitionsprogramm.

Vorsorglich stehen im Bereich Niederschlagswasser für die Erneuerung von Regenwasserkanälen im Flecken 50 000 Euro bereit. Auch für den Ausbau der Kreisstraße 144 in Schwarme sind 240 000 Euro berücksichtigt, „falls die Rechnung dieses Jahr kommt“, sagte Homfeld.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sportlerwahl Rotenburg 2018

Sportlerwahl Rotenburg 2018

Sportlerwahl 2018: Gala in der Kreissparkasse Syke

Sportlerwahl 2018: Gala in der Kreissparkasse Syke

Duo S!sters gewinnt deutschen ESC-Vorentscheid

Duo S!sters gewinnt deutschen ESC-Vorentscheid

Fotostrecke: Zubers Blitz-Start - Klaassens Hammer

Fotostrecke: Zubers Blitz-Start - Klaassens Hammer

Meistgelesene Artikel

Unfall auf der B51 mit vier teilweise schwer verletzten Personen

Unfall auf der B51 mit vier teilweise schwer verletzten Personen

Nach Verlobung in Venedig zur Braut im Glück

Nach Verlobung in Venedig zur Braut im Glück

Neuer Modus hat sich bewährt

Neuer Modus hat sich bewährt

Fotos über Nordirland: Massive Mauern und fragiler Frieden

Fotos über Nordirland: Massive Mauern und fragiler Frieden

Kommentare