Gehweg gepflastert

Schluss mit Stolpern am „TourismusService“

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Ein Probegang: Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann und „TourismusService“-Mitarbeiterin Sarah Verheyen sind mit dem neu gepflasterten Gehweg zufrieden.

Br.-Vilsen - Bruchhausen-Vilsen will barrierefrei werden. Nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für die Touristen. Um diesem Ziel ein bisschen näherzukommen, beteiligt sich der Eigenbetrieb „TourismusService“ an dem deutschlandweiten Projekt „Reisen für Alle“ – in der Hoffnung, die eigene „Qualität im Bereich des barrierefreien Tourismus’“ künftig mit einem Zertifikat belegen zu können. Der erste Schritt ist gemacht: Dank neuer Pflastersteine ist der bis dato ziemlich unebene Gehweg vom „TourismusService“-Büro zum Bereich vor der Gaststätte „Alter Bahnhof“ seit Mitte dieser Woche auch für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte leicht passierbar. Kosten für die Maßnahme: rund 1500 Euro.

„Wir haben uns im Juni für die Zertifizierung angemeldet“, erzählt Sarah Verheyen, Mitarbeiterin im „TourismusService“. „Wir streben die beste der drei Stufen an.“ Bevor der Eigenbetrieb „TourismusService“ allerdings das höchste Prädikat, „Barrierefreiheit geprüft – barrierefrei“, erhalten kann, kommt ein Experte nach Bruchhausen-Vilsen und überprüft unter anderem, ob die Einrichtung auch für Gehandicapte frei zugänglich ist. Das zunächst drei Jahre gültige Zertifikat zeigt dabei nicht nur, dass Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte das Angebot des „TourismusService“ problemlos nutzen können. Auch Hör- und Sehgeschädigte werden berücksichtigt. Daher ist laut Verheyen angedacht, Prospekte „mit starkem Kontrast“ für Sehbehinderte zu entwerfen, beispielsweise mit großer, klarer Schrift auf weißem Hintergrund.

Ferner werde ein Mitarbeiter des „TourismusService“-Teams voraussichtlich im August bei einer 90-minütigen Online-Schulung Tipps für weitere Verbesserungsmöglichkeiten kriegen.

Nicht nur der „TourismusService“ kann sich zertifizieren lassen, sondern auch die Besitzer von heimischen Ferienunterkünften. Ein vergangenes Jahr zu dem Thema anberaumtes Treffen wurde jedoch „wegen mangelndem Interesse“ abgesagt, erklärt Verheyen. Man wolle aber im Herbst einen neuen Anlauf nehmen.

Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann hat in Sachen Barrierefreiheit alle Bereiche Bruchhausen-Vilsens im Blick. Das Rathaus sei mit der Rampe und dem Fahrstuhl bereits barrierefrei, sagt er und ergänzt: „Wir sind dabei, uns den Ort anzugucken. Und natürlich achten wir bei allen Maßnahmen, die wir aktuell im Vilser Ortskern umsetzen, auf die Barrierefreiheit.“ - mah

Das Projekt:

„Reisen für Alle“ ist ein Projekt des „Deutschen Seminars für Tourismus Berlin“ und des „Vereins Tourismus für Alle Deutschland – NatKo“, unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Eine einheitliche Zertifizierung soll Gästen helfen, verlässliche Informationen über die Barrierefreiheit von Betrieben und Einrichtungen zu bekommen. In Niedersachsen können sich die „Leistungsträger der gesamten touristischen Servicekette“ kostenlos um das Zertifikat bewerben. Zurzeit sind deutschlandweit rund 430 Betriebe zertifiziert, davon 59 Touristinformationen.

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