Vilsa-Brunnen kritisiert Testverfahren

Schlechte Noten von Stiftung Warentest: Vilsa-Wasser auf drittletztem Platz

Br.-Vilsen - Den drittletzten Platz belegt das „Vilsa Brunnen Classic“-Wasser bei einem aktuellen Test der Stiftung Warentest. Die gemeinnützige Verbraucherorganisation aus Berlin hat 30 „Natürliche Mineralwasser Classic“ untersucht und Vilsa die Gesamtnote „Befriedigend (3,5)“ gegeben. Der Hersteller Vilsa-Brunnen aus Bruchhausen-Vilsen kritisiert das Vorgehen der Prüfer: Er spricht von einem „zweifelhaften Waren-Test“ und stellt die „Art der Ergebnisfindung“ infrage.

Die Stiftung Warentest stützt sich auf verschiedene Kriterien, wie aus der Übersichtstabelle zum Test hervorgeht. Ihr „Sensorisches Urteil“ für das Vilsa-Wasser: „Ausreichend“. Soll heißen: Das Getränk schmeckt den Testern nicht besonders gut. Sie beurteilen den Geschmack als „deutlich zitronig, leicht nach Kunststoff“.

Mit „Gut“ benotet die Stiftung die Kategorien „Kritische Stoffe“ und „Verpackung“. Die „Mikrobiologische Qualität“ sei unauffällig, das Wasser auch für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet. „Oberirdische Verunreinigungen“ stellten die Prüfer nicht fest. Als „Befriedigend“ bezeichnen sie die „Deklaration“. Den Preis pro Vilsa-Flasche beziffert die Stiftung auf circa 46 Cent.

Mit der gleichen Gesamtnote und nur einen Platz besser schneidet Mineau, eine günstigere Marke von Vilsa-Brunnen, in dem Test der „Classic“-Wasser ab. Besser sieht es im Bereich „Natürliche Mineralwasser Medium“ aus: Da schafft es Mineau mit der Endnote „Gut (2,5)“ auf Platz acht von 22 Produkten.

Redakteurin Mareike Hahn hat der Firma Vilsa-Brunnen per E-Mail drei Fragen zu dem Testergebnis gestellt:

Bereits im vergangenen Jahr hat das Vilsa-Wasser beim Test der Stiftung Warentest schlecht abgeschnitten, damals landete es auf dem vorletzten Platz. Hat das Ergebnis zu Umsatzeinbußen geführt?

Die Absatzentwicklung 2017 von Vilsa ist im Vergleich zur Brunnenbranche leicht positiv, sodass wir eine unmittelbare Auswirkung der Testergebnisse 2017 nicht erkennen.

Wie reagiert Vilsa auf das aktuelle Testergebnis?

Grundsätzlich kritisiert Vilsa das Test- und Bewertungsverfahren.

Was sind Ihre Kritikpunkte?

– Der Vergleich von unterschiedlichen Materialien und Verpackungsarten: Von 30 getesteten Produkten sind 21 in PET-Einwegflaschen berücksichtigt, Vilsa und Mineau sind die Einzigen im Test in der PET-Mehrweg-Pool-Flasche, dazu kommen ein Produkt in einer PET-Mehrweg-Individualflasche sowie sechs in Glas-Mehrwegflaschen. Sensorisch ist der Vergleich unterschiedlicher Gebinde und Materialien aufgrund der Materialeigenschaften unprofessionell. Darauf haben wir bereits vor einigen Jahren die Stiftung Warentest schriftlich hingewiesen. – Subjektive Sensorik/Geschmack: Der Befund „Kunststoffgeschmack“ entsteht ausschließlich bei unsachgemäßer Lagerung, das heißt unter Sonneneinstrahlung, Wärmeeinwirkung sowie bei Lagerung in der Nähe von geruchsbildenden Stoffen. Unsachgemäße Lagerung muss leider auch wieder auf die Proben im aktuellen Test zutreffen. Auch dazu wurde die Stiftung Warentest in der Vergangenheit wiederholt aufgeklärt. – Deklaration: Sämtliche Produkte von Vilsa-Brunnen erfüllen die gesetzlichen Anforderungen, bei allen Angaben zu Quellort, Quelle, Inverkehrbringer, Mindestschriftgröße, Analyseauszug, Pfand- und Mehrwegausweis. Darüber hinaus wurden alle Anmerkungen der Stiftung Warentest aus der Vergangenheit umgesetzt. Auf dieser Basis hätten die Etiketten einwandfrei bewertet werden müssen.

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