Ireene Schaufuß hat „Shakespeares Vermächtnis“ geschrieben

Aus der Sandkuhle erhebt sich eine neue Dichterin

Die junge Schriftstellerin Ireene Schaufuß hat gleich drei neue Bücher geschrieben: „Die Scriptorien von Alassia 1 – Dämonium“ sowie zwei Bände von „Versium“. - Foto: Mareike Hahn

Riethausen - Von Mareike Hahn. Shakespeare ist ihr Mentor. Die Schriftstellerin Ireene Schaufuß bezeichnet sich als „stolze Schülerin“ des englischen Dramatikers, und sie widmet ihm ihr wichtigstes Werk. Es heißt „Versium“. Untertitel: „eine Odysee aus Shakespeares Poesie und der Essenz der Nibelungen, als Bühnenstücke in eine Heldenreise gehüllt“.

Keine leichte Kost, aber „ein Fest für alle Shakespeare-Fans“, ist die 28-Jährige aus Riethausen sicher. Der Tragödienzyklus soll die Verse ihres Vorbilds mit den Nibelungen aus Richard Wagners Opernzyklus verbinden. Zwei Bände sind seit Kurzem fertig, weitere werden folgen.

Mehr als ein Jahr Vorarbeit hat Ireene Schaufuß investiert, bevor sie die ersten Zeilen von „Shakespeares Vermächtnis“ zu Papier brachte. Das Werk soll an Hamlet und Macbeth erinnern, an Romeo und Julia, die Nibelungen und Hellir. Sprachlich und inhaltlich.

Die Autorin ließ sich von der im 19. Jahrhundert entstandenen Oper „Der Ring des Nibelungen“ inspirieren, anschließend studierte sie sämtliche Werke von William Shakespeare (1564-1616). Außerdem befasste sie sich mit dem Motiv der Heldenreise des US-amerikanischen Autors Joseph Campbell (1904-1987), um beim Schreiben darauf zurückzugreifen.

Schaufuß wollte es unbedingt schaffen, dass sich ihre Bühnenstücke „vom Wortlaut nahtlos in Shakespeares Werk einfügen würden“. Den Weg dahin nennt sie „fast selbstzerstörerisch“. Beinahe ein Jahr lang saß sie jeden Morgen nach dem Frühstück zwei Stunden in einer Sandkuhle oder im Wald, selbst im tiefsten Winter, denn „draußen kann ich am besten denken“.

Manchmal vor Kälte zitternd, aber stets hochkonzentriert saß Schaufuß also da, schrieb und schrieb, fühlte die Nähe zu Papier und Füller. Fast 600 Buchseiten kamen heraus, als sie die handschriftlich für Band eins und zwei von „Versium“ verfassten Zeilen dann abtippte. Das Ergebnis findet sie selbst „perfekt, das Beste, was ich je geschrieben habe“.

In den bereits erschienenen beiden Büchern des Tragödienzyklus‘ befinden sich die Bühnenstücke sechs bis zwölf von insgesamt 37. Die restlichen „liegen zum Teil schon im Regel“, verrät die 28-Jährige. „Ich wollte einfach erst mal die besten veröffentlichen.“ Dass sie die Bühnenstücke auf zwei Bücher aufgeteilt hat, liegt ausschließlich an der Länge. „Man muss alle lesen, um den Sinn zu verstehen. Und man sollte Shakespeare kennen und mögen.“ Für „Der Ring des Nibelungen“ gelte das indes nicht, „Versium“ sei nur lose daran angelehnt.

Schaufuß hat für ihren Tragödienzyklus eigene Charaktere erdacht, sich aber an denen Shakespeares orientiert. „Alles ist frei erfunden“, betont die Schriftstellerin. Hauptfigur ist ein Dichter, der Tinte blutet – bis sein Herz versiegt und er sich einer abenteuerlichen Odyssee stellen muss, um wieder schreiben zu können und das Schicksal der Welt zu besiegeln. Ein Drama voller Liebe, Intrigen, Hass, voller Geister, Eifersucht, Zaubertränke, Verrat, Mord, Familienzwist und Hoffnung auf Freiheit. Oder, kurz gesagt: „Das Epos hat alle Zutaten einer guten Shakespeare-Tragödie.“

Ihre allerersten beiden Bücher, „Elfenhündchen“ und „Ein Tropfen Leben“, hat die Riethauserin unter ihrem echten Namen veröffentlicht, bei „Versium“ wählte sie das Pseudonym Anonyma Poetria. Angelehnt an den Film „Anonymus“, der ihr den Anstoß gab, sich mit Shakespeare zu befassen. Darin geht es um die Frage, ob der berühmte Lyriker seine Texte tatsächlich selbst verfasst hat.

Riethauserin hat noch viele Ideen im Kopf

Schaufuß‘ großer Traum ist es, dass „Versium“ irgendwann auf einer Bühne aufgeführt wird. Die junge Frau gerät bei dem Gedanken ins Schwärmen, ihre sonst so erwachsene Wortwahl verändert sich. „Der absolute Hammer“, sagt sie, wäre es, wenn ihr Werk irgendwann im Globe Theatre in London zu sehen wäre.

Bis dahin wird Schaufuß sicher noch eine Menge Bücher verfassen. Nicht nur sprachlich höchst anspruchsvolle, sondern auch solche, die sich leicht weglesen lassen. So wie „Die Scriptorien von Alassia 1 – Dämonien“. Der klassische Fantasy-Roman, herausgegeben unter ihrem richtigen Namen, ist zur gleichen Zeit erschienen wie „Versium“.

Den ersten Band der zehnteiligen „Die Scriptorien von Alassia“-Reihe hat die Riethauserin ebenfalls in der Sandkuhle geschrieben, für die 180 Seiten brauchte sie jedoch nur zwei Monate. „Nach ,Versium‘ fiel mir der Roman viel leichter.“ Die Handlung sei ebenfalls anspruchsvoll, aber es seien eben „nur Sätze und keine Verse, die sich reimen müssen“.

Im Mittelpunkt des Buchs stehen die Kriegerinnen Samun und Vorkeesa, die auf einen Zauberer und ein Haremsmädchen treffen. „Wer ,Conan der Barbar‘ mochte, wird sich hier wiederfinden“, sagt die Verfasserin. „Ich muss aber anmerken, dass es sich um ein sprachlich und inhaltlich schönes Buch handelt, das das vermeintlich Düstere und Barbarische zu etwas Schönem umwandelt.“

Ireene Schaufuß sprudelt nur so vor Ideen. Sie hat immer einen Block dabei, um sich Notizen machen zu können. In ihrem Kopf und teilweise auch schon auf Papier stehen viele weitere Geschichten, die sie erzählen möchte. Nur Horrorstorys schließt sie aus. „Davon bekomme ich Albträume.“ Anders als von Shakespeare. Da überrascht es nicht, dass über ihrem Bett ein Filmplakat hängt. Das von „Anonymus“.

Ireene Schaufuß‘ Bücher sind im epubli-Verlag erschienen und sowohl beim Internet-Versandhändler www.amazon.de als auch im Buchhandel zu bestellen. Mehr Informationen online unter www.romdoyle.de

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