„Einzigartiges Angebot“

Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen verleiht Spezialfahrrad für Rollstuhlfahrer

Sie nehmen das Rollstuhlfahrrad in Augenschein (von links): Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, Sarah Verheyen vom „TourismusService“, Heinrich Immoor vom Arbeitskreis Soziale Versorgung, Cathleen Brinkmann aus dem Sozialamt, Ralf Schmidt von der Fahrradschmiede, Jörn zum Hingst als Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Broksen und Avacon-Kommunalreferent Hermann Karnebogen.
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Sie nehmen das Rollstuhlfahrrad in Augenschein (von links): Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann, Sarah Verheyen vom „TourismusService“, Heinrich Immoor vom Arbeitskreis Soziale Versorgung, Cathleen Brinkmann aus dem Sozialamt, Ralf Schmidt von der Fahrradschmiede, Jörn zum Hingst als Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Broksen und Avacon-Kommunalreferent Hermann Karnebogen.
  • Anne-Katrin Schwarze
    vonAnne-Katrin Schwarze
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Br.-Vilsen – Sechs Leihfahrräder stellt die Samtgemeinde Besuchern gegen Gebühr zur Verfügung. Jetzt ist dieser Fuhrpark um ein außergewöhnliches Exemplar größer: Ein Rollstuhlfahrrad. „Es ist meines Wissens das Einzige im Landkreis“, sagt Heinrich Immoor mit hörbarer Freude. Er wirkt im Arbeitskreis Soziale Versorgung mit und hatte angeregt, auch Rollstuhlfahrern die Möglichkeit zu einem Radausflug zu eröffnen.

Der Listenpreis für das Rollstuhlrad beträgt etwa 9 000 Euro. Dass die Samtgemeinde mit diesem Elektrofahrrad ein einzigartiges Angebot machen kann, verdanke sie der Sparkasse und der Avacon, betont Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann. Auf diesem Modell kann ein Rollstuhlfahrer mitfahren; genauer gesagt, er kann sich fahren lassen. Mit bester Aussicht in der ersten Reihe wird er zum Beifahrer eines Radlers, der hinter ihm sitzt und in die Pedale tritt. Ein Motor macht die Sache leichter.

Dieses Rad ist darüber hinaus mit einem Clou ausgestattet: Der Rollstuhl-Teil kann mit wenigen Handgriffen abgekoppelt werden. „Dann kann man unterwegs zum Beispiel auch einkehren oder einkaufen“, benennt Heinrich Immoor einen weiteren Komfort, den die Anschaffung Menschen mit Beeinträchtigung bietet.

Obwohl Leihfahrrad zunächst wie ein Angebot für Gäste klingt, steht dieses Dreirad allen zur Verfügung, die einen Angehörigen ausführen wollen. „Statt den Rollstuhl zur Eisdiele zu schieben, kann man jetzt einen Radausflug machen“, schlägt Heinrich Immoor vor und hofft, dass das Angebot auch für Menschen aus den Pflegeheimen angenommen wird.

Das Rollstuhlfahrrad ist stationiert in der Fahrradschmiede von Ralf Schmidt an der Bahnhofstraße 51. Dort parken auch die „Vilser Räder“, die blau-gelben Leihräder der Samtgemeinde. Egal ob Zwei- oder Dreirad, die Leihgebühr beträgt einheitlich sieben Euro Pro Tag, 18 Euro fürs Wochenende oder 40 Euro für eine Woche. Ralf Schmidt erweitert das Angebot um Elektroräder, die er verleiht.

Heinrich Immoor empfiehlt, sich vor der ersten Fahrt in den Gebrauch einweisen zu lassen. Das Dreirad ist breiter als man es vom eigenen Fahrrad gewohnt ist.

Geöffnet hat die Fahrradschmiede montags und dienstags sowie donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr. Unter 04252/9382990 erreicht man den Firmeninhaber, um gegebenenfalls andere Ausleihzeiten zu vereinbaren oder ein Rad zu reservieren.

„Vielleicht entwickelt sich auch eine Gruppe von Radlern, die Heimbewohner spazieren fahren“, erhofft sich Heinrich Immoor von der Initiative des Arbeitskreises, dem neben dem Sozialverband, den er vertritt, auch die Altenheime, das Senioren-Servicebüro, der Dienstleiter Umsorgt zu Hause sowie die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe organisiert und vernetzt sind.

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