Neues Projekt stößt auf Zustimmung

Samtgemeinderat gibt sein „Go“ für den Rathausanbau -langjährige Mitglieder erhalten Ehrungen

Die geehrten Mitglieder.
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Die geehrten Mitglieder.

Br.-Vilsen – Der Samtgemeinderat Bruchhausen-Vilsen traf jetzt die Entscheidung: Das Rathaus erweitert. Das Gremium verabschiedete und ehrte zudem langjährige Mitglieder.

„Das ist ein deutliches Signal an das Personal und ein sehr großer Vertrauensbeweis“, bedankte sich Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann am Donnerstag sichtlich erfreut bei den Mitgliedern des Samtgemeinderats für ihre positive Entscheidung in Bezug auf den geplanten Rathausanbau. Mehrheitlich nahmen sie den Planentwurf, den ihnen zuvor Rathausmitarbeiterin Cattrin Siemens vorgestellt hatte, zur Kenntnis.

Zudem schloss sich das Gremium der Empfehlung des Ausschusses an, die für das Vorhaben zur Verfügung gestellte Summe von 480 000 Euro auf 650 000 Euro zu erhöhen. Mehr sollte es jedoch keinesfalls werden.

Wie Cattrin Siemens erläuterte, habe man mehrere Varianten eines eingeschossigen Rathausanbaus erarbeitet. Den Planentwurf und die Kosten hatten Oliver und Franziska Keese vom beauftragten Ingenieurbüro „Keese Ingenieure und Planer“ bereits Anfang des Monats den Mitgliedern des Samtgemeindeausschusses vorgestellt. Von der CDU sei daraufhin die Anregung gekommen, das geplante Gebäude autark zu gestalten, sagte Siemers. Die favorisierte Variante beinhalte nun sechs Doppelbüros, die jedoch je nach Bedarf auch von Einzelpersonen besetzt werden könnten. Darüber hinaus seien ein behindertengerechtes sowie ein standardmäßiges WC vorgesehen. Auch eine Tee-Küche und eine EDV-Abteilung sollen in dem Rathausanbau Platz finden.

Ursprünglich geplant war, das Gebäude hinter dem Rathaus zu errichten. „Dort würden wir aber dem Schulhof Platz wegnehmen“, erklärte Bernd Bormann. Daher sei vorgesehen, den Anbau nun hinter dem Archiv in dessen Garten zu platzieren. Dort würden allerdings noch Garagen stehen. „Diesbezüglich sehen wir dann in der Detailplanung weiter“, sagte Cattrin Siemers gestern auf Nachfrage. Insgesamt belaufen sich die Kosten der favorisierten Variante auf 635 000 Euro. „Auch wenn wir diese Pläne so umsetzen, arbeiten weiterhin sechs Kollegen im Keller des Rathauses. Es besteht aber der Wunsch, im Zuge der Digitalisierung den Keller zu räumen. Das ist jedoch Zukunftsmusik“, fügte Bernd Bormann hinzu.

Notwendig geworden sei ein Anbau unter anderem durch die Einstellung einer weiteren Sozialpädagogin, zweier Fachkräften im IT-Bereich sowie eines Klimamanagers und eines zusätzlichen Technikers. Selbst beim weiteren Ausbau des Homeoffice bestehe ein Bedarf für eine Erweiterung, da sich das Personal die Arbeit von zu Hause nur in einem sehr begrenzten Zeitumfang vorstellen könne, heißt es in der Beschlussvorlage.

Lars Bierfischer (SPD) sprach sich im Namen seiner Fraktion für die Pläne aus, hatte allerdings noch ein paar Anmerkungen: „Es ist nun die Aufgabe der Verwaltung, gute Arbeitsbedingungen auf den Weg zu bringen und mit der Summe verantwortungsvoll umzugehen. Ziel muss jedoch sein, auch das Personal aus dem Keller herauszuholen. Zudem sollte geprüft werden, wie sich das mobile Arbeiten auswirkt. Das muss weiterhin im Blick behalten werden.“

Anfangs seien die Büros im Keller das Hauptargument für einen Anbau gewesen, merkte Marlies Plate (Bündnis 90/Die Grünen) an. Dieser Aspekt sei ihr aktuell zu sehr nach hinten verschoben worden. Trotz dessen spreche sich ihre Fraktion für das Vorhaben aus. „Das ist auch unser Ziel“, bekräftigte sie Bernd Bormann. Heinrich Klimisch (Gruppe CDU/FDP) gab ebenfalls sein „Go“ und erinnerte noch einmal daran, dass Gebäude möglichst autark zu gestalten.

Für zu einfach gedacht, hielt hingegen Torsten Tobeck (Unabhängige Wählergemeinschaft Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen) das Vorhaben. Ihm fehlten umfassende Erfahrungen zur Arbeit im Homeoffice. Außerdem vermisse er die weitere Suche nach Anmietungsmöglichkeiten. „Es sollte eine Übergangslösung her, wie beispielsweise Bürocontainer.“ In dieser Zeit könne man intensiv an den Problemen arbeiten. Momentan gehe es der Unabhängigen Wählergemeinschaft aber zu schnell. Pitt Brandstädter (Bündnis 90/Die Grünen) fragte darüber hinaus noch nach einer möglichen zweigeschossigen Bauweise. „Bisher stand das nicht zur Diskussion, da die Kosten dann mehr als eine Million Euro betragen würden. Aber das Konzept sieht vor, dass man gegebenenfalls aufstocken könnte“, antwortete ihm Bernd Bormann.

Das Projekt gehe nun in die Detailplanung und werde anschließend noch einmal vorgestellt, meinte Cattrin Siemers auf Nachfrage.

Großen Raum nahmen am Donnerstag zudem die Ehrungen und Verabschiedungen einiger Ratsmitglieder ein. Dr. Jan Arning vom Niedersächsischen Städtetag, der im Übrigen 2018 Heiratsvermittler auf dem Brokser Markt war, vergab in diesem Rahmen Urkunden, Gutscheine und nette Worte. „Das Ehrenamt verdient unser aller Wertschätzung, vielleicht besonders im Fall der Kommunalpolitik. Denn diese Menschen müssen Haltung zeigen, sie geben ein Stück ihrer Freizeit auf, und manchmal haben sie unbequeme Entscheidungen zu treffen. Das wird nicht immer anerkannt“, sagte er.

Michael Albers (SPD) nahm von ihm eine Ehrung für 25-jähriges kommunalpolitisches Engagement entgegen. Er ist unter anderem bereits ein Vierteljahrhundert als stellvertretender Bürgermeister in Martfeld aktiv.

Von 1996 bis 2001 saß Reiner Döhrmann im Samtgemeinderat und beteiligte sich unter anderem im Verwaltungsausschuss sowie im Jugendbeirat. Seit 1996 im Marktausschuss ist Hermann Hamann. Zudem engagierte er sich im Bauausschuss sowie im Ausschuss für Jugend und Soziales. Willy Immoor (CDU/FDP) erhielt ebenfalls für 25 Jahre kommunalpolitisches Engagement eine Ehrung. Mit fünfjähriger Pause war er insgesamt 20 Jahre im Samtgemeinderat vertreten. Auch im Fleckenrat zählte man auf sein Wort.

Die verabschiedeten Mitglieder.

Die Verabschiedung einiger Mitglieder übernahm anschließend Claudia Staiger. Auch für sie war es am Donnerstag die letzte Sitzung als Vorsitzende. Ulrike Lampa-Aufderheide (Die Linke) zieht sich aus dem SG-Rat zurück. „Manche Gelder hättest du gern anders verteilt“, sagte Staiger bevor sie ihr – wie auch allen anderen verabschiedeten Mitgliedern – einen Blumenstrauß sowie eine Urkunde überreichte.

Gerda Ravens (CDU/FDP) ist seit 2004 kommunalpolitisch aktiv. Sie habe stets auf die Finanzen geschaut, meinte die Vorsitzende. Ein sehr ruhiger Mensch sei hingegen Nachrücker Klaus Masemann (UWG) gewesen. „Er hat immer für das Gemeinwohl entschieden.“

Pitt Brandstädter rückte 2019 ebenfalls in den Samtgemeinderat nach. „Du hast das Ehrenamt super absolviert“, lobte ihn Staiger. Besonders schätzte die Vorsitzende an Arend Meyer seinen Sachverstand. Er habe ihr Vieles in Sachen Flurbereinigung erklären können. „Werner Pankallas Vita ist lang“, meinte Staiger anschließend. Der Rat habe von ihm (CDU/FDP) stets den Satz gehört: „Wir können nur das ausgeben, was in der Kasse ist.“

Auch Heinfried Kabbert (UWG) tritt nicht wieder an. Der Spagat als Mitglied im Samtgemeinderat und Bürgermeister von Asendorf sei für ihn sicherlich nicht immer einfach gewesen, vermutete die Vorsitzende.

1986 sei Reinhard Thöle, auf dessen Wort man sich stets verlassen konnte, in den Samtgemeinderat eingezogen. Er war bei der Versammlung jedoch nicht anwesend. Ebenfalls gefehlt hat Joachim Dornbusch (Bündnis 90/Die Grünen). Er war Mitglied im Samtgemeinderat von 1996 bis 2021.

Schlussendlich war Heinrich Lackmann (UWG) an der Reihe. Ihn bezeichnete Staiger mit seiner 48-jährigen politischen Karriere als „kommunalpolitisches Urgestein. Sein langer Einsatz spiegele wider, dass seine Meinung stets geschätzt worden ist.

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