Suche nach Schwimmmeister geht weiter

Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen plant „normale“ Badesaison 2021

„Oberstes Ziel“ der Samtgemeinde ist es, im nächsten Jahr auch das Schwarmer Freibad wieder zu öffnen. In diesem Jahr hat es nicht nur eine neue Heizung bekommen, die Samtgemeinde als Betreiberin hat auch zahlreiche Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten vorgenommen. 
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„Oberstes Ziel“ der Samtgemeinde ist es, im nächsten Jahr auch das Schwarmer Freibad wieder zu öffnen. In diesem Jahr hat es nicht nur eine neue Heizung bekommen, die Samtgemeinde als Betreiberin hat auch zahlreiche Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten vorgenommen. Archiv

Samtgemeinde – „Wir planen die Freibadsaison 2021 ganz normal“, sagt Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann auf Nachfrage der Kreiszeitung. Normal heißt dieser Tage ja nicht mehr „wie immer“, sondern „wie vor Corona“. „Wir gehen davon aus, dass wir beide Freibäder öffnen“, heiße die Maxime im Fachbereich Sport und Bäder. „Das sind wir den Schwarmern schuldig“, weiß der Verwaltungs-Chef.

Als Schwarmer Gemeindedirektor und Ur-Schwarmer wisse er, was die Nicht-Öffnung des Freibads für den Ort bedeute, betonte er im Sommer mehrfach; die Samtgemeinde als Betreiberin von zwei Freibädern habe die corona-bedingten Auflagen aber nur in einem Bad umsetzen können, rechtfertigte er die Entscheidung ebenso häufig.

Zur Erinnerung: Da unter den Vorgaben des Landes zu Abstand und Hygiene in Schwarme zeitgleich 75 Schwimmer erlaubt gewesen wären, in Vilsen aber 150, entschied sich der Samtgemeindeausschuss seinerzeit für die Öffnung des Wiehe-Bades. Schwarmes Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg hatte keine Gelegenheit ausgelassen, seinen Unmut darüber öffentlich zu formulieren. Zuletzt erlebte man ihn jedoch versöhnlich. „Die Samtgemeinde hat ganze Arbeit geleistet, sie hat das Schwarmer Freibad richtig toll aufgehübscht“, sagte er während der jüngsten Ratssitzung ebenso öffentlich und bedankte sich für die umfangreiche Sanierung wie Renovierung. Die Schwarmer und ihre Badegäste aus dem Umland, vor allem aus Morsum und Thedinghausen, können sich an neuen Wegen mit neuen Bodenplatten ebenso erfreuen wie an einer rundherum erneuerten Gartenanlage. „Danke dafür an Maik Behlmer und sein Team vom Bauhof“, sagte Oldenburg. „Alles Schlechte hat auch seine guten Seiten“, sehe er heute: weil kein Wasser im Becken war, konnten alle Randfliesen in Ruhe erneuert werden.

Dank einer neuen Heizungsanlage kann jetzt auch Schwarme mit einem beheizten Freibad für sich werben. Die neue Heizungsanlage ermöglicht eine konstante Wassertemperatur von 24 Grad. Sie ist allerdings kein Trostpflaster der Samtgemeine für eine ausgefallene Badesaison, sondern eine geplante Maßnahme, für die 270 000 Euro kalkuliert waren. Der Förderverein Freibad Schwarme hatte sich mit 20 000 Euro beteiligt.

„Unsere Mitglieder waren daher sehr enttäuscht, dass das Bad geschlossen blieb“, blickt Angela Wortmann als Vorsitzende des Fördervereins zurück. Für die Corona-Maßnahmen an sich habe der Großteil allerdings Verständnis. „Wir hätten den Betrieb gerne mit Aufsichtspersonen unterstützt“, erinnert sie an das Angebot des Vereins. „Ich hatte nicht erwartet, dass sich so viele Mitglieder auch tagsüber Zeit genommen hätten“, sagt sie. Und das Jahr bot weitere positive Überraschungen. Bis auf wenige Ausnahmen seien alle Sponsoren bei ihrer Unterstützung geblieben, obwohl der Werbeeffekt ausbleiben musste. „Wer uns nichts spenden konnte, hatte dafür triftige Gründe“, wisse sie. Auch einige Schwimmer zeigten ihre Verbundenheit und überwiesen den Betrag für ihre Saisonkarte trotzdem. Aus Frust ausgetreten aus dem Verein sei niemand, sagt Angela Wortmann. „Wir alle wollen das Bad ja unterstützen“, spricht sie für die aktuell 236 Mitglieder.

Derweil laufe das Blockheizkraftwerk, „damit heizen wir bereits angrenzende Räume“, berichtet der Bürgermeister. „Von uns aus kann es pünktlich zum 1. Mai losgehen, alle Schwarmer warten sehr darauf“, sagte er gestern im Gespräch mit der Redaktion.

Mit etwa 20 000 Badegästen konnte das Wiehe-Bad in diesem Jahr aufgrund der Vorgaben nur weniger Besucher zählen als Besucher in normalen Jahren. 2018 waren es 48 552, im vergangenen Jahr 34 412. Wie sich dieses Corona-Jahr auf die Einnahmen und Ausgaben der Samtgemeinde auswirke, ermittelte die Verwaltung noch, sagt Bernd Bormann.

Da die Öffnung beider Freibäder für 2021 „oberstes Ziel“ sei, werde die Suche nach einem fünften Schwimmmeister schon jetzt fortgesetzt. Sollte es erneut zu Auflagen wegen der Pandemie kommen, wäre eine fünfte Fachkraft Voraussetzung, beide Bäder öffnen zu können. Aber auch unter „normalen“ Bedingungen soll ein weiterer Fachangestellter für Bäderbetriebe das Team ergänzen, damit insbesondere während der Hochsaison ausreichend qualifizierte Aufsichtskräfte zur Verfügung stehen.

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