Neue Heizung erwärmt Schwarmer Badewasser auf konstante 34 Grad

Das Runde passt nicht durchs Eckige

Der neue Kessel ist zu groß für die bisherige Türöffnung. Fotos: Ane-Katrin Schwarze

Schwarme – Nachdem das Land grünes Licht für den Betrieb der Freibäder ab 25. Mai gegeben hat, ist die Samtgemeinde dabei, die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Was genau in Corona-Zeiten zu beachten sei, dazu mache das Land nur vage Angaben, sagt Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann. Gemeinsam mit dem Veraltungsfachmann für die Bäder, Nils Igwerts, sowie den Schwimmmeistern sei er dabei, ein Konzept für die Öffnung zu errabeiten. Fest steht, dass nur eine begrenzte Anzahl Gäste das Becken nutzen darf. Wie diese Anzahl errechnet wird, wie die Einhaltung der Vorgaben kontrolliert werden kann und an was alles zu denken ist, entscheidet die Verwaltung nicht allein. Der Samtgemeindeausschuss, quasi die Regierung der Samtgemeinde, berät all diese Fragen rechtzeitig während einer Sondersitzung am 18. Mai, kündigt Bernd Bormann an. „Turnusgemäß hätten wir uns am 28. Mai getroffen, also nach dem möglichen Öffnungstermin. Länger als nötig zu warten, wollten wir den Schwimmern aber nicht antun“, sagt er.

Das Freibad in Schwarme wird sich seinen Besuchern in diesem Jahr mit einer konstanten Wassertemperatur von 24 Grad präsentieren. „Die Arbeiten zum Austausch der Heizungsanlage liegen im Zeit- und im Kostenplan“, sagt Insa Twietmeyer, die im Rathaus das Sachgebiet Hoch- und Tiefbau-Management mitverantwortet.

28 Jahre lang hat die bisherige Heizung ihren Dienst geleistet. Auf dem ausgebauten Kessel ist das Herstellungsdatum 1992 deutlich zu erkennen. Um all die anderen Teile zuordnen zu können, die sich vor den Umkleidekabinen auf Paletten stapeln, muss man vom Fach sein. Rohre, Anschlüsse, Ventile, farbig markierte Teile – das Innenleben der Anlage war komplex. Jetzt sieht es wie ein Haufen Schrott aus.

Noch in Kartons verpackt, stehen die Teile für die neue Gasbrenntwert-Anlage parat, um von einer Fachfirma installiert zu werden. Den neuen Kessel in den Technikraum zu schaffen, stellte die Mitarbeiter vor eine Herausforderung. Das Runde wollte nicht durch das Eckige: Der Kessel passte nicht durch die gemauerte Türöffnung. Ein paar kräftige Hammerschläge später ist sie breit genug, um die schwarze Tonne auf Schienen, mit Kraneinrichtung und dreifacher Körperkraft hinein zu buchzieren. Ein neuer Ausgleichsbehälter, eine neue Umwälzpumpe sowie neue Leitungen komplettieren die Heizung, die nicht mehr nur das Brauchwasser, zum Beispiel für die Duschen, erwärmen wird.

Den Wunsch des Fördervereins hat die Schwarmer SPD um Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg vor zwei Jahren aufgegriffen und während einer lebhaften Ratsdebatte durchgesetzt, dass mit Unterstützung eines Blockheizkraftwerks (BHKW) die Wassertemperatur ähnlich wie im Vilser Wiehebad eine gleichbleibende Temperatur haben kann (wir berichteten).

Das BHKW wird voraussichtlich Ende Juni auf der Rückseite des Gebäudes in einer Fertiggarage eingerichtet, erklärt Verwaltungsmitarbeiter Stefan Wollschläger, bei dem die Bauleitung liegt. Es wird mit Gas betrieben werden und Strom produzieren, damit die Heizung die mehr als 1,5 Millionen Liter Beckenwasser auf die gewünschte Temperatur erwärmen kann – vor allem in Zeiten, wenn die Sonne keinen Beitrag zum Badespaß leistet. „Abhängig von der Lufttemperatur, wird es etwas Vorlauf brauchen, um die 24 Grad zu erreichen“, kündigt Insa Twietmeyer an. Dauerhaft soll Schwarme aber als „beheiztes Freibad“ für sich werben können.

Bevor sich die Samtgemeinde als Trägerin der Einrichtung für ein BHKW entschieden hat, seien verschiedenste Alternativen geprüft und gerechnet worden, sagt Insa Twietmeyer. Für eine Holzhackschnitzel-Anlage fehle die Infrastruktur zur Anlieferung des Heizmaterials, eine Biogasanlage sei im erreichbaren Umkreis nicht vorhanden, eine Solaranlage könne die Konstanz nicht garantieren, erinnert sie an die Abwägung. 270  000 Euro sind im Haushalt für die neue Heizung bereitgestelt. An diesen Kosten, die die Attraktivität deutlich steigern werden, beteiligen sich die Gemeinde und der Förderverein Freibad Schwarme, betont Bürgermeister Oldenburg.

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