Bafuß und Andina Frey stellen ihre Kunstwerke in der Klostermühle aus

Die Ruhe, das Auge des Sturms

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Die Künstler Andina Frey und Bafuß vor ihren Werken „Leidenschaft“ (r.) und „Mungo“.

Heiligenberg - Von Karin Neukirchen-Stratmann. „Im Auge des Sturms“ – davon war am Sonntagnachmittag draußen an der Klostermühle Heiligenberg in Bruchhausen-Vilsen nichts zu spüren. Anders in dem Gebäude, denn dort eröffnete der Verein Art-Projekt an diesem sonnigen Tag eine Kunstausstellung mit eben diesem Namen.

Die Künstlergemeinschaft Bafuß und Andina Frey zeigt in der Mühle ihre aktuellen Arbeiten. Beide leben und arbeiten in Bissenhausen bei Twistringen; Bafuß präsentiert Holzschnittdrucke, Andina Frey Bilder und Skulpturen.

Bilder und Skulpturen in der „scheinbaren Idylle“

„Im Auge des Sturms“, diesen Titel haben die Künstler bewusst gewählt. „Wir wohnen und arbeiten sozusagen im Auge des Sturms“, erklärte Bafuß. Das Heim in Bissenhausen sei eine „scheinbare Idylle“. „Der Mensch erholt sich bei uns, er kann runterfahren“, ergänzte seine Lebensgefährtin Andina Frey. „In der Welt passiert so viel, bei uns ist Ruhe, sozusagen das Auge des Sturms“, fügte Bafuß hinzu.

Die in Acryl gemalten Bilder von Andina Frey wirken dreidimensional. Nicht ohne Grund: „Ich arbeite recyceltes Material ein, Stoffe oder andere Dinge. Und die Rahmen sind aus Altholz, selbst angefertigt.“ Neben den Werken „Stromschnellen“, „Leidenschaft“ und „Öffnung“ ging Laudator Gert Schröder vom Kunstverein auch auf ein Bild im Erdgeschoss der Mühle ein, das Teeblätter enthält. „Ich weiß aber nicht, ob es Assam- oder Darjeelingtee ist“, witzelte er und bekam von der Künstlerin prompt die Antwort: „Earl Grey“.

Auch einige Skulpturen zeigt Andina Frey in der Ausstellung, etwa den „Bücherwurm“ aus Holz, Keramik und Eisen.

Arbeiten vorzugsweise aus Altmaterial

Holzschnittdrucke bestimmen dagegen das derzeitige Schaffen von Bafuß. Wichtig ist auch ihm, wie er selber sagte, auf Altmaterial zurückzugreifen. „Oft sind es Althölzer, die ich verwende. Das ist spannend, jedes Holz reagiert anders. Durch faseriges, weiches Holz entstehen Zufallseffekte“, sagte er.

Gert Schröder erklärte den rund 20 Besuchern der Vernissage, dass Bafuß am Heiligenberg kein Unbekannter ist: „2013 hat er sich mit einer viel beachteten Skulptur bei den ,Kunstumwegen‘ eingebracht. Zu sehen war ein Mensch, der einen Berg hinaufstürmt und dabei riesige Fußstapfen hinterlässt.“

Sturm bedeutet auch Bewegung, Veränderung oder Umbruch, erklärte Schröder anschließend. Zu Bafuß‘ neuen Holzschnitten sagte er: „Die Motive basieren auf gegenständlichen Bildern im klassischen Stil des schwarz-weißen Hochdrucks, den schon Gutenberg nutzte.“

Die Ausstellung in der Klostermühle Heiligenberg ist bis zum 24. Oktober zu den Öffnungszeiten zu sehen: dienstags bis sonntags ab 11.30 Uhr.

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