RSVler radeln 550 Kilometer am Stück

„Wir gingen breitbeinig wie John Wayne“

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Kai Heidorn, Günter Kellner, Matthias Griebner und Sönke Hinz erreichten nach 23 Stunden ihr Ziel in Oslo.

Br.-Vilsen - Die Strecke von Trondheim nach Oslo misst 550 Kilometer. Vier Rennradfahrer vom Radsportverein (RSV) Bruchhausen-Vilsen sind den Weg von der 180000-Einwohner-Stadt in Mittelnorwegen bis zur Hauptstadt im Süden des Landes an einem Stück gefahren. Rund 23 Stunden nach dem Start erreichten Kai Heidorn, Günter Kellner, Matthias Griebner und Sönke Hinz ihr Ziel. Sie gehörten zu den rund 2000 Teilnehmern des „Styrkeproven“ (auf Deutsch: Kraftprobe). Der bekannteste Radmarathon Norwegens wird jährlich zur Sommersonnenwende ausgetragen.

Kai Heidorn, Günter Kellner, Matthias Griebner und Sönke Hinz brachten zusammen rund 200 Jahre Lebenserfahrung mit. Um 6.30 Uhr fiel der Startschuss in Trondheim. Bereits kurz nach dem Start fanden die vier Rennradfahrer ihr Tempo und blieben fortan als Gruppe beieinander. Begleitet wurden sie von Arndt Röpke mit einem Auto, der bereit war, in allen Fällen zu helfen – mit Ersatzlaufrädern, Werkzeug, Wechselklamotten und vor allem mit mentaler Unterstützung.

Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 28 Stundenkilometern waren die RSV-Mitglieder unterwegs und erreichten am nächsten Morgen gegen 6 Uhr das Ziel. Die vier Radler waren erschöpft, aber glücklich, nachdem sie 3500 Höhenmeter überwunden hatten. „Wir sind als Gruppe gestartet und auch als solche ins Ziel gekommen“, sagt Heidorn. „Jeder hatte zu einer anderen Zeit seinen Tiefpunkt.“ So konnten sich die vier gegenseitig zum Weitermachen motivieren.

Die Starter hatten dieses Jahr optimale Bedingungen: kein Regen, meist Sonnenschein und kaum Wind. Kai Heidorn und Arndt Röpke hatten die Strecke schon einmal bei Regen und niedrigen Temperaturen absolviert und kennen daher den Unterschied.

Die „Kraftprobe“ ist nur nach intensivem Training zu meistern. 5000 bis 7000 Trainingskilometer hat jeder RSV-Starter dieses Jahr bereits hinter sich gebracht. Trotzdem mussten sich alle nach den neun Verpflegungsstationen aufraffen, um sich trotz Schmerzen am Hintern wieder in den Rennradsattel zu schwingen. „Die Stationen lagen zwischen 40 und 70 Kilometer auseinander. Alle zwei bis drei Stunden machten wir Pause“, sagt Kai Heidorn. „Entschädigt wurden wir durch eine traumhafte Landschaft und beeindruckende Lichtverhältnisse ohne richtige nächtliche Dunkelheit.“

Die Nachwirkungen merkten die Aktiven am nächsten Tag. „Wir gingen alle breitbeinig wie John Wayne“, sagt Heidorn.

awt

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