Rostig und voll in Schuss

Feldtag lockt etliche Besucher auf Hof Wulfers in Wackershausen

+
Sorgfältig hatte Wolfgang Riemer aus Martfeld seinen zwölf PS starken „Holder“, Baujahr 1959, herausgeputzt. Er und sein Sohn Hannes präsentierten ihn beim Feldtag in Wackershausen.

Schwarme - Von Heiner Büntemeyer. Reichlich was los war am Wochenende auf dem Hof Wulfers in Wackershausen. Zum elften Mal hatte Familie Wulfers zu einem Feldtag eingeladen. Und auch in diesem Jahr kamen die Besucher in großer Anzahl. Es hatte sich herumgesprochen, dass es auf dem großen Areal an der Grenze zwischen Morsum und Schwarme viel zu sehen gibt.

Natürlich standen landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge im Mittelpunkt der Veranstaltung, wenngleich die zahlreichen Unimogs nicht nur in der Landwirtschaft sinnvoll eingesetzt werden können.

Oldtimer schauen nicht nur schön aus - sie sind noch immer effektiv

Auf dem Hof Wulfers teilten sich Unimogs der unterschiedlichsten Baujahre die Arbeit mit alten Traktoren namhafter Hersteller wie Deutz, Hanomag, Eicher, Güldner, McCormack und anderen Oldtimern. Die meisten dieser Fahrzeuge wurden nicht nur präsentiert, sondern auch bewegt. Sie waren als Kreissäge und Holzspalter, beim Pflügen und Häckseln im Einsatz.

Feldtag auf Hof Wulfers in Schwarme-Wackershausen

Der elfjährige Demir durfte auf dem privaten Gelände Opas luftgekühlten „Deutz D 25“ fahren und mit dem Anbaugerät das Heu wenden. Da er mit dem Fuß das Gaspedal noch nicht erreichen konnte, hatte ihm Opa Heiko Dörfer aus Eystrup aus einem Holzklotz eine Verlängerung des Kupplungspedals gebaut. Gemeinsam drehten sie auf der Wiese ihre Runden – mit dabei war auch Dackeldame Maja.

Liebevoll gepflegte Traktoren

Einige Geräte und Traktoren ließen erkennen, dass sie schon viele Jahre auf dem Buckel hatten. Nicht jedoch ein „15er Deutz“. Er trieb unermüdlich einen „Jensen“-Buschholzhacker und die damit kombinierte Kreissäge an. Ein anderer Traktor zog einen „Kuxmann“-Kartoffelroder durch die Kartoffeldämme. Gegenläufig schüttelnde Siebe warfen die Knollen aus.

Den meisten Traktoren sah man an, dass sie liebevoll gepflegt werden. Dazu zählte auch ein kraftvoller „Hanomag R.324.3“, Baujahr 1960, bei dem nicht nur ein Typenschild über Details des Motors Auskunft gab. Auf einem zweiten Schild am Motorgehäuse standen exakte Hinweise dazu, wann und wie die insgesamt aufgeführten 22 Schmierstellen geschmiert werden müssen.

Demir (vorne) durfte den luftgekühlten „Deutz D 25“ von seinem Opa Heiko Dörfer fahren. Mit von der Partie: Dackeldame Maja.

Sorgfältig hatte Wolfgang Riemer aus Martfeld seinen zwölf PS starken „Holder“, Baujahr 1959, herausgeputzt. Er hatte ihn bis über die Achsen eingesunken in einer Baugrube entdeckt und dem Besitzer „abgeschnackt“. Natürlich mussten alle Bleche überarbeitet und viele Teile erneuert werden, „aber der Motor sprang sofort wieder an, der ist top“, berichtete der Besitzer.

70 PS Deutz wird gequält

Die Feldtage wurden auch genutzt, um Fahrzeuge, Teile oder landwirtschaftliche Geräte zu kaufen und zu verkaufen.

Heiner Gerdes aus Heiligenloh hatte einen verrosteten einzylindrigen „15er Deutz“, Baujahr 1950, entdeckt. „Deswegen besuche ich solche Ausstellungen; so einen mit Zapfwelle und Riemenscheibe für den Dreschkasten wollte ich schon immer haben“, berichtete er.

Dagegen wollte Manfred Konrad aus Weyhe seinen kleinen, 18 PS starken „Hako“-Schlepper verkaufen. Er hatte es sich im Anhänger gemütlich gemacht und verhandelte mit mehreren Interessenten.

„Das kann ich gar nicht gut haben, wie der Trecker gequält wird“, sagte ein Besucher und meinte damit den großen, 70 PS leistenden Deutz, der einen schweren Bremsklotz möglichst weit über die etwa 100 Meter lange Sandstrecke zerren musste. Beim Start lag das Gewicht des „Brake-Boosters“ noch auf der Hinterachse des Schlittens, es zog sich während der Fahrt jedoch immer weiter nach vorne. Einige Meter schaffte der Traktor noch mit durchdrehenden Reifen, dann verreckte der Motor.

Werner Rosenhagen verwandelt Rübenhackmaschine in „Traktormobil“

Selbst die brachialen 300 PS des Ford-V-8-Motors, mit dem der „Taifun“ ausgestattet ist, erreichten mit dem „Brake-Booster“ im Schlepp die Zielmarke von 100 Metern nicht.

Für Aufmerksamkeit sorgte auch das „Traktormobil“ von Werner Rosenhagen, das er aus einer selbst fahrenden Rübenhackmaschine konstruiert hatte. „Damit biete ich Kreuzfahrten zu Lande an“, sagte er lachend und verriet, dass er die Stunden niemals ausgerechnet hat, die er für diesen Umbau benötigte. Er demonstrierte stolz, dass die wirkungsvolle Scherenlenkung, mit der sich der Traktor fast auf der Stelle drehen lässt, noch immer eínwandfrei funktionierte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Nach Terrorattacke gehen Ermittler von Islamisten-Zelle aus

Nach Terrorattacke gehen Ermittler von Islamisten-Zelle aus

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen immer

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen immer

Werders Bundesliga-Starts seit der Saison 2007/08

Werders Bundesliga-Starts seit der Saison 2007/08

Podiumsdiskussion vom RWF und der Kreiszeitung zur Bundestagswahl

Podiumsdiskussion vom RWF und der Kreiszeitung zur Bundestagswahl

Meistgelesene Artikel

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Zwei Männer überfallen Tankstelle mit Messer

Zwei Männer überfallen Tankstelle mit Messer

24-Jähriger mit Messer bedroht und ausgeraubt 

24-Jähriger mit Messer bedroht und ausgeraubt 

Kommentare