Für Wanderer tabu / Gefahr durch Windbruch

Ringwall in Heiligenberg wird gesperrt

Die Bäume auf dem Ringwall haben in den vergangenen Jahren unter der Trockenheit gelitten, es kommt immer wieder zu Astbruch. Daher wird er für Spaziergänger gesperrt. Zuletzt hatten darüber hinaus auch Mountainbikefahrer dem Naturdenkmal zugesetzt.
+
Die Bäume auf dem Ringwall haben in den vergangenen Jahren unter der Trockenheit gelitten, es kommt immer wieder zu Astbruch. Daher wird er für Spaziergänger gesperrt. Zuletzt hatten darüber hinaus auch Mountainbikefahrer dem Naturdenkmal zugesetzt.
  • Anne-Katrin Schwarze
    vonAnne-Katrin Schwarze
    schließen

Samtgemeinde – „Wir müssen den Ringwall sperren.“ Wer gern auf dem Heiligenberg spazieren geht, wird über diese Ankündigung von Christa Gluschak traurig und enttäuscht, vielleicht sogar entsetzt sein. Generationen von Einheimischen und Sommerfrischlern sind gern auf dem vorgeschichtlichen Wall gewandert und gekraxelt. Einige nutzten und nutzen ihn allerdings auch als abenteuerlichen Radweg oder gar Mountainbike-Parcours. Den Denkmalpflegern fällt daher ein Stein vom Herzen: Als Zeugnis einer vorgermanischen Besiedlung wird der Wall damit vor zivilisatorischer Zerstörung geschützt.

Als Verwaltungsmitglied, das auch den Bereich Tourismus verantwortet, hatte Christa Gluschak dem Tourismus-Ausschuss der Samtgemeinde diese Entwicklung mitzuteilen. Anders als bei den meisten anderen Themen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung ging es allerdings nicht darum, ob das von der Politik gewollt ist oder nicht. „Wir können der Verkehrssicherungspflicht auf Dauer nicht nachkommen“, machte sie deutlich. Spaziergänger können vor Astbruch nicht sicher sein, obwohl Sicherungsmaßnahmen begonnen hätten.

„Die vergangenen zwei Jahre haben den Bäumen den Rest gegeben“, erinnerte sie an extreme Trockenphasen. Ein neues Wanderwegekonzept soll dafür sorgen, dass der Heiligenberg dennoch eines der beliebtesten Ziele in der Samtgemeinde bleibt.

Fünf statt bisher sechs ausgewiesene Wege sollen Spaziergänger in Zukunft lenken. Während das Gesetz einen Waldspaziergang nahezu überall erlaubt, stehen offizielle Wanderwege unter einer Obhut, in diesem Fall unter der Kontrolle der Kommune. Zwischen einem und vier Kilometer sollen die Wege im Diller- und Rutental lang sein. Eine erste Idee präsentierte Sarah Verheyen vom „TourismusService“ jetzt dem Fach-Ausschuss.

Noch stünden die Wegstrecken nicht abschließend fest, auch eine Begehung als Tauglichkeitsprüfung sei noch nicht erfolgt. Startpunkte sollen aber in jedem Fall die Parkplätze sein, wo Besucher auch Orientierungspläne finden sollen. Erstmals soll es einen Faltplan zum Streckenverlauf geben. „Wir werden oft danach gefragt, können aber keine Wanderkarte anbieten“, berichtete Sarah Verheyen aus dem Alltag in der Tourist-Information.

Teil des Wanderweges wird auch der seit Längerem geplante Waldlehrpfad, dessen Ausstattung Ratsfrau Christel Stampe (SPD) vermisste. Das Material lagere bereits beim Baumhof, konnte während der Corona-Zwangspause aber nicht aufgestellt werden, erklärte die Verwaltung den Verzug. Ein Arbeiten an der frischen Luft sei zwar grundsätzlich möglich gewesen, nicht aber die Begleitung durch das Landesamt für Denkmalpflege. Auf dem Heiligenberg werde kein Spatenstich mehr gemacht, ohne dass die Archäologen nicht nach Bodenfunden gucken würden, teilte Christa Gluschak mit.

Das gelte vor allem auch für den Ringwall. Müssten Bäume gefällt werden, könnten historische Spuren beschädigt werden. „Den Denkmalpflegern wäre es lieb, wir würden die trockenen Bäume nicht entfernen. Das macht den Weg aber unsicher“, erläuterte Christa Gluschak.

Zur nächsten Besuchersaison ab Ostern sollen die Wanderwege ausgeschildert und auf einer Karte verzeichnet sein. Spätestens dann werde auch der Ringwall auf der Forsthaus-Seite für jedermann deutlich sichtbar, aber doch zur Umgebung passend, gesperrt, sagt Christa Gluschak auf Nachfrage. „Auf keinen Fall mit weiß-roten Schranken“, betont sie.

Hermann Schröder von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) vermisste in diesem Zusammenhang ausgewiesene Wanderwege und Parkplätze an anderen bei Spaziergängern beliebten Flecken der Samtgemeinde wie den Schwarmer Fuhren und der Hoyaer Weide. Da der zuständige Mittelweserverband an der Eyter zwar eine Nutzung gestatte, die Unterhaltungspflicht aber nicht übernehmen werde, habe die Samtgemeinde keine Möglichkeit, dort Wanderwege auszuweisen, erklärte Christa Gluschak, warum es dort keine offizielle Wegführung gibt.

Von Anne-katrin Schwarze

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Hochsommerliche Hitze stellt sich ein

Hochsommerliche Hitze stellt sich ein

Tierische Begegnungen in Badeseen

Tierische Begegnungen in Badeseen

Vogelbeobachtung ist nicht nur etwas für Nerds

Vogelbeobachtung ist nicht nur etwas für Nerds

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Meistgelesene Artikel

Corona-Aus für 265 VHS-Kurse im Kreis Diepholz

Corona-Aus für 265 VHS-Kurse im Kreis Diepholz

Waldlehrpfad wird aufgearbeitet

Waldlehrpfad wird aufgearbeitet

BTR erweckt E-Autos zum Leben

BTR erweckt E-Autos zum Leben

Der Hut ist keine Lösung

Der Hut ist keine Lösung

Kommentare