Wiederaufbau in Süstedt

Das Richtfest am alten Fachwerkspeicher steht bevor

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Bernd Brinkmann (links) vom Süster Kring und Architekt Werner Kreitel-Haberhauffe besichtigen die Baustelle gegenüber der Nolteschen Mühle.

Süstedt - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Der Süster Kring wird bald Einladungen verschicken, denn auch wenn man aktuell wenig sieht, möchte der Heimatverein noch in diesem Jahr ein Richtfest feiern. Anlass ist der Wiederaufbau eines denkmalgeschützten Speichers im Bereich der Nolteschen Scheune und Mühle in Süstedt.

Der acht mal fünf Meter große Fachwerkspeicher stand ursprünglich am Nolteschen Hof, zu dem auch die Mühle und Scheune gehörten, bevor sich Gemeinde und Verein der Gebäude annahmen.

„Ich hatte schon immer ein Auge auf den Speicher geworfen“, erklärt Bernd Brinkmann, Vorsitzender des Süster Krings. Nach dem Tod des alten Eigentümers Nolte wurde dessen Hof verkauft, der an das Mühlenareal angrenzt. „Die neuen Besitzer wollten irgendwann den Speicher abreißen lassen beziehungsweise gaben ihn zum Abriss frei. Für uns war klar, dass wir ihn haben wollten“, sagt Brinkmann. In Zukunft soll der Speicher am Parkplatz der Nolteschen Scheune und Mühle stehen.

Gespräche folgten, unter anderem mit der Dorfjugend, die signalisierte, dass sie sich am Wiederaufbau beteiligen und den Speicher mitnutzen möchte. „Wir haben Anfang 2016 eine Bedarfsanalyse gemacht“, sagt Brinkmann. Im Sommer 2017 begannen schließlich die Arbeiten: Der Speicher wurde gesäubert, entrümpelt und dann abgebaut. Besonders viel Einsatz zeigte die Dorfjugend. „Das freut mich sehr, denn so bekommen die jungen Leute auch ein Gefühl für die alte Bausubstanz in ihrem Dorf“, meint Brinkmann.

Das alte Fachwerk des Speichers soll bald auf der Bodenplatte errichtet werden.

Inzwischen ist das Fundament für den Wiederaufbau fertig. Das alte Fachwerk liegt gestapelt daneben. Der Speicher ist laut der Grundliste der Baudenkmale 1737 gebaut worden. Brinkmann: „Die Gefache waren ursprünglich mit Lehmflechtwerk gefüllt, sie wurden später, bis auf einige Fache an der Ostseite, mit Rotstein ausgemauert.“

Ob der Speicher nach dem Aufbau erneut unter Denkmalschutz stehen wird, ist noch nicht klar. „Das wird geprüft, wenn er wieder steht“, erklärt Ingenieur Werner Kreitel-Haberhauffe, der nicht nur ehrenamtlicher Denkmalpfleger im Landkreis Diepholz ist, sondern das Projekt auch als Architekt begleitet.

Der Verein hält das Gebäude als Ergänzung zu Mühle und Scheune für sinnvoll: „Es besteht Bedarf nach weiteren, kleineren Räumlichkeiten. Vor allem fehlt in der Gemeinde ein passender Raum für Kinder und Jugendliche“, sagt Brinkmann. Die Dorfjugend habe sich daher von Beginn an für das Projekt Wiederaufbau begeistern lassen. „Aber auch ältere Menschen können den Speicher natürlich nutzen, dort könnten zum Beispiel Handarbeitstreffen, Klönabende und Ähnliches stattfinden.“

Verein und Dorfjugend übernehmen Pflasterung

Rund 25 Personen, schätzen Kreitel-Haberhauffe und Brinkmann, werden nach der Fertigstellung in den neuen, alten Speicher passen. „Die Sanitäranlagen werden in einem kleinen Anbau untergebracht“, erklärt der Architekt. Beim Innenausbau soll Lehm zur Wärmedämmung verwendet werden, das Gebäude bekommt einen Ziegelsteinfußboden. „Bei der Pflasterung fließt dann wieder viel Eigenleistung des Vereins und der Dorfjugend ein“, sagt Brinkmann.

Jetzt steht aber erst mal der Aufbau des Fachwerks auf der Agenda, und auch das Dach soll bis Jahresende gedeckt werden. „Dann ist das Gebäude erst einmal wetterfest. Nächstes Jahr machen wir dann weiter“, sagt Kreitel-Haberhauffe.

Wiederaufbau kostet rund 200.000 Euro

Der Süster Kring hat den Speicher geschenkt bekommen. Das komplette Wiederaufbauprojekt kostet etwa 200.000 Euro. Der Verein hat mithilfe von Christa Gluschak von der Samtgemeindeverwaltung einen Förderantrag beim Amt für regionale Landesentwicklung gestellt und einen Zuschuss von 95.000 Euro bewilligt bekommen. Außerdem hat der Landschaftsverband Weser-Hunte 20.000 Euro dazugegeben sowie die alte Gemeinde Süstedt, der Flecken Bruchhausen-Vilsen und die Sparkasse Syke jeweils 10.000 Euro. Der Rest soll über Vereinsgelder und Eigenleistungen finanziert werden.

Für Brinkmann steht fest: „Der alte Speicher wird das Bild mit Mühle und Scheune abrunden, der Platz wird als Dorftreffpunkt noch einmal aufgewertet.“

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