Renovierung der Obermühle Süstedt geplant / Neuer Verein soll entstehen

„Wir haben eine große Sache vor“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Süstedt - Von Anne Schmidtke. Trotz der Kritik von ein paar Bürgern halten Eberhard Schumann aus Bruchhausen-Vilsen und Jörg Peter Lammers aus Vechta an ihrem Plan fest: Sie wollen die Obermühle in Süstedt mithilfe des Vereins „Obermühle Süstedt von 1738“ renovieren. Diesen möchten sie am Sonntag, 17. Januar, gründen. Die beiden Initiatoren können nur schwer ertragen, dass das historische Gebäude immer mehr verfällt. Daher stellten sie am Mittwochabend ihre Ideen zahlreichen Bürgern in der Nolteschen Scheune in Süstedt vor.

Einige Zuhörer befürchteten, dass der neue Verein dem Heimatverein Süster Kring, der die Noltesche Mühle und die dazugehörige Scheune betreibt, bei Veranstaltungen Konkurrenz machen könnte. Dem sei nicht so, denn „wir wollen zusammenarbeiten“, betonte Schumann immer wieder. Der Süster Kring biete vor allem Konzerte an. „Wir haben was anderes vor und harmonieren somit gut.“

Ein Besucher fragte, warum ein neuer Verein gegründet werden müsse. Man könne doch stattdessen das bereits vorhandene Potenzial des Heimatvereins ausschöpfen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Vereine irgendwann fusionieren“, sagte Schumann. Doch das sei Zukunftsmusik. Schließlich hätten die Mitglieder des Süster Krings schon genug zu tun und kaum Zeit für neue Projekte.

Während der Diskussion ging es auch immer wieder ums Geld. Die Anwesenden wollten wissen, was die Umsetzung von Schumanns und Lammers Plan kosten werde. Die Renovierung der Mühle belaufe sich auf etwa 800000 Euro, sagte Schumann. Das Honorar für den Architekten entfalle, da er seine Arbeitszeit als Spende ansehe. Wie hoch die Summe für die Gestaltung des gewünschten Landschaftsparks ausfallen werde, bezifferte Schumann nicht: „Das kann man nicht vorhersagen.“

Mit Sicherheit sagen konnte er dagegen, dass Fördergelder vom Staat und von der EU erst fließen, wenn der Verein gegründet ist. „Frau Gluschak von der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen ist zuversichtlich, dass wir welche bekommen.“ Die Renovierung der Mühle und die Gestaltung des Parks sollen zudem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert werden. Eine Mitgliedschaft im Verein kostet fünf Euro pro Monat. Wer möchte, kann auch mit einer Spende in Höhe von 300 Euro den Bau des Wasserrads und des Getriebes oder mit 50 Euro den Steg- und Brückenbau in der Gartenanlage unterstützen. Im Gegenzug werden die Namen der Spender auf Tafeln genannt. Wer Namensgeber für eine der 48 Quellen auf dem Gelände sein möchte, zahlt 500 Euro.

„Die zweckgebundenen Spenden werden nur für die gewünschten Sachen eingesetzt“, erklärte Schumann. „Doch bevor wir zweckgebundene Dinge umsetzen können, müssen wir uns erst einmal darum kümmern, dass das Gebäude nicht weiter verfällt.“ Es müsse eine Spundwand zwischen dem Vorteich und der Mühle gezogen werden, damit kein Wasser mehr in das Bauwerk eindringe. Zudem müsse der abgängige Schornstein entfernt werden. Neben diesen Projekten stehe 2016 vor allem die Planung der weiteren Vorgehensweise an. „Wir werden viele Gespräche mit Behörden führen.“ In den kommenden Jahren sollen die Arbeiten weiter gehen. „Wir wollen so viel erhalten, wie es geht. Aufgrund der Baukastenweise des Fachwerks ist das gut möglich“, berichtete Lammers. In dem Gebäude sollen unter anderem ein Café, eine Galerie und ein Konferenzraum entstehen, in dem Firmen tagen können.

Auch um den Außenbereich haben sich die beiden schon viele Gedanken gemacht. Sie möchten einen 780 Meter langen Verbindungsweg zwischen der Ober- und der Nolteschen Mühle anlegen. Dort soll ein mühlenkundlicher Lehrpfad mit Informationstafeln zu Recht, Technik und Art der Mühlen entstehen.

Rund um die Obermühle wollen die Männer insgesamt etwa zwei Kilometer lange Rad- und Wanderwege sowie mehrere Sitzbänke installieren. Schumann, der früher als Landschaftsgärtner gearbeitet hat, möchte zudem an dem 1738 errichteten Gebäude einen Park anlegen. „Wir wollen im großen Mühlenteich ein Podest errichten. Von dort aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die Mühle“, sagte Schumann. In der Nähe der Obermühle befindet sich ein Tal mit 48 Quellen. „Da sprudelt es richtig“, erklärte Schumann. „Wir haben hier eine große Sache vor. Wir wollen ein kleines Heiligenberg erschaffen.“ Er kann sich ferner eine Streuobstwiese mit Bienenstöcken vorstellen, eine Eselfarm und eine Ziegenweide.

In fünf Jahren will er seine Pläne umgesetzt haben. „Vielleicht dauert es auch länger. Aber irgendwann möchte ich in der Mühle Kaffee trinken.“

Damit alles, was im Verein passiert, transparent ist, soll jedes Mitglied regelmäßig per E-Mail die wichtigsten Neuigkeiten zugeschickt bekommen. Weitere Infos gibt Schumann unter Telefon 04252/1675.

Der Verein „Obermühle Süstedt von 1738“ soll am Sonntag, 17. Januar, um 18 Uhr im Gasthaus Dillertal in Homfeld gegründet werden. Dafür brauchen die Initiatoren noch mindestens fünf Mitstreiter, die das Gründungsprotokoll unterzeichnen. „Wir suchen zudem noch einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter. Es wäre schön, wenn beide aus Süstedt oder der näheren Umgebung kämen“, sagt Schumann. Für die Posten des Kassenwarts und des Schriftführers habe er bereits Kandidaten gefunden.

asc

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