René Rameil und seine Schüler stellen aus

Reisen dienen als Inspiration

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René Rameil zeigt seine Bilder im Rathaus. Im Mai kommen noch Werke seiner Schüler dazu.

Br.-Vilsen - Von Uwe Campe. Auf drei Etagen ist im Rathaus der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen bereits seit vergangenem Monat die Ausstellung „Kunst von unterwegs“ des Wachendorfer Künstlers René Rameil zu sehen, der damit kurzfristig für einen eigentlich vorgesehenen anderen Künstler eingesprungen ist. Auf eine offizielle Eröffnung musste seinerzeit jedoch gleich aus mehreren Gründen verzichtet werden. Erst jetzt fand der Künstler in einem Gespräch mit der Kreiszeitung Gelegenheit, sowohl Hintergründe der gezeigten Bilder als auch das demnächst vorgesehene Ausstellungsprojekt näher zu erläutern.

Der 1962 in Düsseldorf geborene Rameil schloss 1988 sein Lehramtsstudium Kunst in Duisburg ab, studierte anschließend an der Hochschule für Künste in Bremen und erhielt dort 1996 das Diplom Freie Bildende Kunst im Bereich Malerei und Druckgrafik. In den folgenden Jahren war er in viele künstlerische Projekte involviert und darüber hinaus als Kunstpädagoge an verschiedenen Schulen tätig. Nachdem er 2016 auf den „Landsitz Wachendorf“ übersiedelte, wo er seither für die dortigen Ausstellungen zuständig ist, übernahm er zusätzlich im August 2018 eine Tätigkeit als Werk- und Kunstpädagoge an der Freien Waldorfschule Bruchhausen-Vilsen.

In „Kunst von unterwegs“ zeigt Rameil einen Querschnitt seines umfangreichen Gesamtwerks. Zu sehen sind auf privaten Reisen, aber auch anlässlich vieler Kunstreisen mit zwölften Klassen entstandene Bilder. Die in den unterschiedlichsten Techniken – wie beispielsweise Aquarell, Druckgrafik oder Zeichnung – angefertigten Arbeiten führen den Besucher unter anderem nach London, Cornwall, Paris, Rom, Griechenland oder auf die Kanaren, wo sich der Künstler besonders von der kargen Lavalandschaft Lanzarotes angezogen und inspiriert fühlte. Auf manchen Bildern findet der Betrachter Motive und Ansichten, die er vielleicht auch aus eigener Anschauung kennt, etwa das Kolosseum in Rom, den Montmartre in Paris oder die Kathedrale in London.

Zudem weiß die sehr gelungene Anordnung der Bilder zu gefallen, etwa die Aquarelle auf dem lichtdurchfluteten Flur der dritten Etage des Rathauses. Aber auch die vier großformatigen und sehr düster gehaltenen Alugrafien (Flachdrucke) mit Motiven aus Düsseldorf, Mönchengladbach, Viersen und Duisburg, die eine Hommage an erste Stationen des Künstlers darstellen, verfehlen ihre Wirkung nicht.

Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann zeigte sich dann auch verständlicherweise mehr als angetan von den gezeigten Werken, desgleichen die Mitarbeiter des Rathauses.

Anfang Mai ist allerdings ein Umbau vorgesehen. Wie schon der zweite Teil des Titels („Kunst von unterwegs – und aus der Schule“) andeutet, werden dann als Doppelausstellung zwar noch einige der bisherigen Bilder Rameils zu sehen sein, diese aber um Werke seiner Schüler aus der Waldorfschule ergänzt werden. Und zwar etwa von 24, im DIN-A3-Format auf Acryl angefertigte Variationen des berühmten Picasso-Gemäldes „Mädchen mit Taube“. Wie der Kunstlehrer hervorhob, seien gerade solche Arbeiten in besonderer Weise geeignet, Individualität und persönliche Sichtweisen eines jeden einzelnen Schülers zu einem vorgegebenen Thema herauszukristallisieren. Darüber hinaus würde den Schülern, die in Zeiten digitaler Medien zunehmend Abmessungen auf Smartphone-Größe gewohnt seien, auch die Furcht vor größeren Formaten genommen. Pädagogisch wertvoll sei außerdem die Schulung von Geduld und Ausdauer, denn bei jungen Menschen zeige sich heute eine sehr niedrige Frustrationsschwelle, die häufig dazu führe, ein Vorhaben bereits beim ersten misslungenen Versuch wieder einzustellen.

Zum dabei sein:

Die Vernissage der Ausstellung „Kunst von unterwegs – und aus der Schule“ beginnt am Donnerstag, 9. Mai, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses an der Langen Straße 11. Die Besucher können nach der Begrüßung die Bilder anschauen und sich mit den Künstlern austauschen. Darüber hinaus besteht bis zum 27. Juni die Möglichkeit, die Ausstellung während der regulären Öffnungszeiten des Bruchhausen-Vilser Rathauses – montags von 8 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr und mittwochs und freitags von 8 bis 13 Uhr – zu sehen.

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