Kritik von Bürgern

Reihenhäuser sind am „Alten Kamp“ unerwünscht

Martfeld - Von Mareike Hahn. Das Baugebiet „Alter Kamp“ in Martfeld steht kurz vor der Erweiterung. Bevor der zweite von drei Abschnitten erschlossen wird, möchte die Gemeinde den Bebauungsplan (B-Plan) „Alter Kamp“ ändern.

„Der Grund ist, dass wir es erlauben wollen, künftig in dem Bereich auch Stadtvillen zu bauen“, erklärte Bürgermeisterin Marlies Plate (Grüne) am späten Mittwochnachmittag während einer Sitzung des Gemeinderats. Was zunächst nach einem schnellen Beschluss ohne Zündstoff aussah, entwickelte sich dann doch zu einer einstündigen Diskussion. Dabei äußerten auch einige Anwohner ihren Unmut.

Bauamtsleiter Torsten Beneke erläuterte die vorgesehenen Änderungen im B-Plan, die den Häuslebauern künftig mehr Freiheiten lassen sollen: „In Teilbereichen soll es die Möglichkeit für eine zweigeschossige Bauweise geben. Daneben sollen auch Reihenhäuser zugelassen werden. Zudem wird die Traufhöhe auf sieben und die Firsthöhe auf maximal zehn Meter festgelegt.“

Kerstin Hansen (Unabhängige Liste Martfeld, ULM) störte sich als erste an dem Vorschlag, im „Alten Kamp“ Reihenhäuser zu erlauben. Ihr ULM-Kollege Heinrich Lackmann sah das ebenfalls skeptisch. Er verwies auf die großen Mehrfamilienhäuser am Riedekamp: „Die waren sicher nicht in unserem Sinne.“

Gleichzeitig lobte Lackmann die Weiterentwicklung des Baugebiets: „Der erste Abschnitt ist bis auf ein Grundstück belegt“, sagte er und brachte die Anwesenden auf den neuesten Stand der Planungen der Kreissparkasse als Flächeneigentümerin: „Wenn der zweite Abschnitt, der an der Holzmaase liegt, zur Hälfte voll ist, soll der dritte, ortsnähere angegangen werden.“

Nach Benekes Angaben dürfte ein Reihenhaus bis zu 50 Meter breit werden, pro Reihenhausscheibe wären – ebenso wie pro Einzelhaus und pro Doppelhaushälfte – laut B-Plan-Entwurf zwei Wohnungen erlaubt. Dass es rein rechnerisch demnach möglich wäre, im „Alten Kamp“ ein Haus mit 20 Wohnungen zu errichten, erschien den Ratsmitgliedern bedenklich. So forderte Burckhard Radtke (SPD), „Auswüchse“ im Vorfeld zu verhindern.

Bevor die Kommunalpolitiker für die erste Änderung des B-Plans stimmten, baten sie Beneke, das Wort „Reihenhaus“ aus dem Entwurf zu streichen.

Eine Entscheidung im Sinne der Anwohner, wie sich in der Einwohnerfragestunde zeigte. Sie befürchten, dass sich das ohnehin starke Verkehrsaufkommen auf Beeren- und Müllerskamp durch die neuen Bauten noch erhöhen wird. Dabei seien beide Straßen schon jetzt zu schmal, weshalb die Abfallwirtschaftgesellschaft mit ihren Fahrzeugen dort Probleme habe. „Und wenn sich zwei Autos entgegenkommen, muss einer bis zur nächsten Parkbucht zurücksetzen“, sagte ein Bürger. „Diese Zuwegung ist nicht in Ordnung, das ist echt gefährlich.“ Eine Frau ergänzte, dass es auf den Straßen einen „richtigen Tourismus“ zum Containerhaus von Reiner Janßen gebe, die Anwohner seien also schon belastet.

Ein Bürger regte eine Anbindung zum nächsten Bauabschnitt von der Holzmaase an. „Darüber werden wir nachdenken“, versprach Marlies Plate.

Ein Mann bat darum, auf der Wiese im Bereich des dritten Abschnitts mit Schotter vorübergehend eine Wendemöglichkeit zu schaffen. „Das kriegen wir sicher hin“, entgegnete Beneke.

Der Bauamtsleiter bat die Einwohner, all ihre Bedenken in Stellungnahmen zu verpacken und im Rathaus abzugeben. Voraussichtlich ab Mai werde der Entwurf des B-Plans dort ausliegen, dann „haben alle Bürger die Möglichkeit, ihn anzusehen und sich zu äußern. Der Rat guckt sich jede Stellungnahme an und entscheidet, ob er sie berücksichtigt.“

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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