Die Fahrradsaison beginnt

Polizei und Zweiradexperte aus Bruchhausen-Vilsen geben Sicherheitstipps

Zwei Radfahrer auf einem Feldweg  .
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Erstes zartes Grün an den Büschen und Bäumen lockt die Freizeitfahrer wieder aufs Rad. Wie sie ihr Zweirad auf die Saison vorbereiten, dazu gibt der Fachmann Tipps. Die Polizei rät: Zur Sicherheit gehört auch der Helm für den Fahrer.

Bruchhausen-Vilsen – Radfahren war wohl noch nie so beliebt wie heute. Nicht nur für ausgedehnte Freizeittouren oder im Urlaub. Das Rad von heute bringt einen auch ohne große Kraftanstrengung kilometerweit. Das Corona-Jahr hat diese Entwicklung noch beflügelt: Radfahren wurde zur Alternative für öffentliche Verkehrsmittel und hat mehr denn je die stark eingeschränkte Freizeitgestaltung bestimmt.

Mit dem Frühjahr beginnt für die immer größer werdende Gruppe der Freizeitfahrer die Fahrradsaison. „Zu Ostern wollen viele ihr Fahrrad fahrtüchtig haben“, weiß Ralf Schmidt, Betreiber der „Fahrrad-Schmiede“ in Bruchhausen-Vilsen. Um diese Zeit hat er in seiner Werkstatt immer viel zu tun.

Allen, die ihr Rad als zuverlässiges Fortbewegungsmittel nutzen wollen, rät Ralf Schmidt im Frühjahr zu einer Inspektion. Der Winter kann mit Feuchtigkeit und Streusalz vor allem Dichtungen und der Bereifung zusetzen. „Besonders bei Fahrradketten ist mit hohem Verschleiß zu rechnen“, weist er hin.

Verkehrssicher mit Klingel

Das Präventionsteam der Polizeiinspektion Diepholz erinnert zudem an die Standards, die ein Fahrrad verkehrssicher machen: eine helltönende Klingel, zwei rutschfeste Pedale und zwei voneinander unabhängige Bremsen. „Reflektoren sollten an beiden Pedalen, an den Lichtern und an den Speichen vorhanden sein“, betont Polizeipressesprecher Thomas Gissing. Aus seiner Sicht gehöre zu einem gut ausgestatteten Fahrrad unbedingt auch ein gutsitzender Helm für dessen Fahrer.

Ralf Schmidt betreibt die Fahrrad-Schmiede seit 2003. Vor gut drei Jahren hat er Laden und Werkstatt von Schwarme nach Bruchhausen-Vilsen verlegt. Seine Branche boomt und hat eine wohl ungeahnte Entwicklung hinter sich. Besonders Pedelecs sind in den vergangenen Jahren ein großer Trend geworden. Die Hersteller kämen mit der Produktion kaum hinterher. „Das gewünschte Modell kann oft nicht sofort geliefert werden“, berichtet er aus seinem Alltag. Die „kürzeste“ Lieferzeit liege bei einem Vierteljahr, bis zu sechs Monate sei aber auch keine Seltenheit.

Mehr Pedelecs

Ein Pedelec unterstützt den Fahrer nur dann mit dem Motor, wenn dieser in die Pedale tritt. Bei E-Bikes kann man den Motorantrieb per Knopfdruck anschalten. Bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde gelten Pedelecs als Fahrräder und sind nicht zulassungspflichtig. E-Bikes hingegen sind schon ab sechs Kilometer pro Stunde zulassungspflichtig. Daher sind Pedelecs häufiger in Gebrauch.

Auch Sarah Verheyen aus dem Tourismus-Service in Bruchhausen-Vilsen bemerkt die steigende Zahl an Fahrradfahrern. Die Karten für die verschiedenen Radfahrrouten im Raum Bruchhausen-Vilsen würden deutlich häufiger angefragt. „Gerade während der Pandemie wollen die Leute Fahrrad fahren“, so Sarah Verheyen.

Bundesweit lässt sich das auch in Zahlen fassen: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hatte im vergangenen Jahr dazu eine Befragung durchgeführt. Diese ergab, dass jeder Vierte in Deutschland „deutlich“ und „etwas häufiger“ Rad fahre als vor der Corona-Zeit. Das Fahrradfahren war für viele der Befragten ein „Ersatz für andere Freizeitaktivitäten“. Das Rad nutzten viele außerdem, weil sie sich einen höheren Schutz vor Ansteckung versprachen als in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zu einer der vielen Routen in der Samtgemeinde zählt die „BruVi-Zeitreise“. Die Gesamtstrecke ist 45 Kilometer lang, kann aber beliebig auf 21 oder 29 Kilometer abgekürzt werden. Die „Zeitreise“ führt an historischen Gebäuden, Mühlen und Hügelgräbern vorbei.

Die „Überlandtour“ ist mit 86 Kilometern die längste ausgearbeitete Strecke und schlängelt sich durch die Mitgliedsgemeinden.

Auf die Bedürfnisse von Radfahrern ist die Region eingestellt. Verteilt in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen und der angrenzenden Samtgemeinde Grafschaft Hoya gibt es bereits 32 Ladestationen für E-Bikes. Gut angenommen würden auch die sogenannten Lufttankstellen, sagt Sarah Verheyen. Dort kann man bei Luftnot seine Reifen aufpumpen. Eine dieser „Tankstellen“ befindet sich direkt beim Tourismus-Service am Bahnhof in Bruchhausen-Vilsen, eine andere am Freibad in Schwarme. Eine dritte gibt es am Heiligenberg. An den beiden letztgenannten finden Radler zusätzlich die gängigsten Werkzeuge, um sich bei Pannen helfen zu können. Auch Martfeld und Asendorf sollen bald Lufttankstellen erhalten.

Sicherheitstipps

Außerdem können in Bruchhausen-Vilsen, in Zusammenarbeit mit der Fahrrad-Schmiede, sowohl Elektro- als auch „normale“ Fahrräder ausgeliehen werden. Im vergangenen Jahr sei dieses Angebot durch die Corona-Lockerungen im Sommer stark genutzt worden. „Teilweise waren alle Fahrräder ausgebucht“, so Ralf Schmidt. Neu in der Ausleihe ist seit 2020 das Rollstuhlfahrrad. Dabei befindet sich der Fahrer auf dem hinteren Teil des Fahrrads, während am vorderen Teil ein Rollstuhl befestigt werden kann. Das Treten wird von einem Elektromotor unterstützt.

Der Rahmen des Fahrrads sollte an verankerte Gegenstände angeschlossen werden, so das Präventionsteam der Polizeiinspektion Diepholz. Das Schloss sollte dabei am besten aus gehärtetem Spezialstahl und massivem Schließsystem bestehen. Laut Präventionsteam sei es sinnvoll, leicht abnehmbare Teile wie Lichter oder auch Akkus von Elektrofahrrädern nach dem Abstellen mitzunehmen. Über die Internetseite www.polizei-beratung.de gelangt man zu einem digitalen Fahrradpass. Dort kann man alle Informationen zu seinem Fahrrad speichern und hat sie im Falle eines Diebstahls parat.

Rauf aufs Rad

Alle Strecken und Informationen zur Ausleihe unter www.bruchhausen- vilsen.de.

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