Ferdinand Wehrspaun feiert 90. Geburtstag

Raus aus Molkerei, rein ins Ehrenamt

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Jubilar Ferdinand Wehrspaun mit seiner Ehefrau Annegret und seiner Enkeltochter Johanna Möller.

Süstedt/Asendorf - Von Dieter Niederheide. Im Kreis seiner Familie, mit seinen Kindern und Enkelkindern sowie mit alten Weggefährten und vielen guten Bekannten beging Ferdinand Wehrspaun am Samstag im Gut Reetzen, wo er nach zwei Schlaganfällen aus gesundheitlichen Gründen ein neues Domizil hat, seinen 90. Geburtstag. Inmitten einer herrlichen Landschaft und liebevoll umsorgt von seiner Ehefrau Annegret, die täglich bei ihm ist, verbringt der geachtete und beliebte Asendorfer seinen Lebensabend.

Der Altersjubilar, geboren in Großlafferde (Kreis Peine), blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Als Oberschüler wurde er Luftwaffenhelfer, kam zum Reichsarbeitsdienst und dann zur Wehrmacht. Hart waren für den jungen Ferdinand Wehrspaun die Jahre in russischer Gefangenschaft, insbesondere, als er in Odessa beim Hafenausbau Schwerstarbeit leisten musste. Nachdem er freigelassen worden war, nahm er mit Erfolg an einem Sonderlehrgang zur Erlangung des Reifezeugnisses teil. 1950 begann er als 24-Jähriger eine Lehre in einer Molkerei, er machte den Abschluss als Molkereimeister, und bis 1960 sammelte Wehrspaun berufliche Erfahrung im Molkereiwesen, zum Beispiel in Coppenbrügge, Eldagsen, Freden, Hameln und Bückeburg. 1960 wechselte Ferdinand Wehrspaun zur Asendorfer Molkerei und war bis 1985 deren Geschäftsführer.

Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod seiner damaligen Ehefrau. Später heiratete Ferdinand Wehrspaun dann seine jetzige Ehefrau Annegret. Mit ihr gemeinsam wechselte der Altersjubilar, als er Ruheständler wurde, von der Molkerei ins Ehrenamt. Der Molkerei ist er weiterhin verbunden über den von ihm vor mehr als 50 Jahren gegründeten Molkereimeierclub Asendorf, dem er lange Zeit als Sprecher vorstand. Aus dem Molkereifachmann wurde ein engagierter Unruheständler, der nicht nur in Asendorf vieles in Gang setzte. Seine Aktivitäten nahmen einen breiten Raum ein und stärkten die Gemeinde, zum Beispiel als er die Initiative zur Gründung des Heimatvereins Asendorf ergriff.

Eine der Folgen war, dass der Kreisheimatbund Diepholz auf Ferdinand Wehrspaun aufmerksam wurde. Der Asendorfer wurde Regionalvorsitzender Ost, und inzwischen ist er Ehrenmitglied.

Das Seniorencafé und der Männerkreis der evangelischen Kirchengemeinde Asendorf sind eng mit seinem Namen verbunden. Gemeinsam mit seiner Ehefrau setzte sich Ferdinand Wehrspaun für die Integration der Aussiedler in der Gemeinde ein. Dazu erklärt Annegret Wehrspaun im Gespräch mit unserer Zeitung schlicht: „Wir wollten helfen.“ Das haben beide stets getan. „Wir haben immer noch Kontakt zu einigen Aussiedlern von damals“, sagt Annegret Wehrspaun. Auch, als später etwa 100 bosnische Menschen in die Region kamen, half das Ehepaar.

Helfen, darum ging es den Wehrspauns auch, als sie für „Essen auf Rädern“ fuhren.

Was heute in Asendorf so abläuft, das berichtet Annegret Wehrspaun regelmäßig ihrem Ehemann, der sich interessiert an den Geschehnissen zeigt. Besondere Freude kommt bei ihm auf, wenn seine Frau den Hund „Cosmo“ (ein Havaneser) mitbringt. Dessen Lieblingsplatz ist dann bei Herrchen auf dem Schoß.

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