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Ralf Rohlfing und Gemeindebrandmeister Michael Ullmann sprechen über das Feuerwehrwesen in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen während der Corona-Krise

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Von: Jannick Ripking

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Retten, löschen, bergen, schützen: Die Grundsätze der Feuerwehr sind auf einem Schild auf dem Gelände der Ortsfeuerwehr Bruchhausen-Vilsen abgebildet. „Wir sind vollkommen einsatzbereit“, sagt Gemeindebrandmeister Michael Ullmann.
Retten, löschen, bergen, schützen: Die Grundsätze der Feuerwehr sind auf einem Schild auf dem Gelände der Ortsfeuerwehr Bruchhausen-Vilsen abgebildet. „Wir sind vollkommen einsatzbereit“, sagt Gemeindebrandmeister Michael Ullmann. © Jannick Ripking

Samtgemeinde – Die Feuerwehren in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen dürfen den Dienstbetrieb wieder aufnehmen (wir berichteten). Aber wie weit sind die Ortsfeuerwehren mit der Umsetzung der Corona-Auflagen? Welche Hürden sind zu bewältigen? Hat das Ehrenamt Feuerwehr unter der Corona-Krise gelitten? Die Kreiszeitung hat bei Gemeindebrandmeister Michael Ullmann und Ralf Rohlfing, Verantwortlicher der Samtgemeinde für das Feuerwehrwesen, nachgefragt.

„Ich habe rumgehorcht, wie weit die einzelnen Wehren sind“, sagt Michael Ullmann. Nach seinem Kenntnisstand haben acht von zehn Ortsfeuerwehren bereits einen ersten Dienst seit dem Lockdown absolviert. Einzig Bruchhausen-Vilsen und Ochtmannien würden sich noch in der Vorbereitungsphase befinden. „Herunterfahren ist einfach, aber Hochfahren ist schwierig. Die beiden Ortsfeuerwehren müssen die Umsetzung der Dienste noch auf Papier bringen“, kommentiert der Gemeindebrandmeister.

Auch im Hinblick auf die vielen kleinen bis mittelgroßen Einsätze, die insbesondere die Ortsfeuerwehr Bruchhausen-Vilsen in den vergangenen Wochen und Monaten hatte, sei Vorsicht bei der Dienstumsetzung geboten. „Durch Einsätze vermischen sich die Gruppen untereinander“, meint Michael Ullmann. Das sei nicht zu verhindern.

Im Grunde habe die Motivation der ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht unter der Corona-Zwangspause gelitten. „Vielleicht hat der eine oder andere es genossen, dass er mehr Freizeit hatte“, mutmaßt Ralf Rohlfing, „aber die Einsatzkräfte sind mit Herzblut dabei. Sie wollen wieder loslegen und helfen.“ Michael Ullmann ergänzt: „Ein Ortsbrandmeister hat mir gesagt, dass er seine Kameraden eher bremsen anstatt motivieren muss.“ Daher sehen die beiden die Feuerwehren der Samtgemeinde auch in einer Sonderstellung innerhalb des Ehrenamtes. „Allgemein könnte das Coronavirus negative Auswirkungen auf das Ehrenamt haben“, schätzt Ralf Rohlfing, „aber bei unserer Feuerwehr sehe ich das nicht so.“

Um alle Einsatzkräfte bei der Stange und deren Motivation aufrechtzuhalten, sei allerdings dennoch Fingerspitzengefühl der Führungskräfte erforderlich. Insbesondere im Umgang mit jungen Leuten. „Sie sind heiß und wollen eine Ausbildung machen“, sagt Ralf Rolhfing. Das sei an den Feuerwehrtechnischen Zentralen und den Feuerwehrakademien derzeit aber nicht möglich. „Wir werden da einen Stau haben“, meint Michael Ullmann. Deswegen sei das persönliche Gespräch zwischen Ortsbrandmeister und den einzelnen Einsatzkräften enorm wichtig. Als Beispiel: „Da muss man einem 16-Jährigen dann einfach sagen, dass der 20-jährige Quereinsteiger Vorrang bei der Ausbildungsplatzvergabe hat“, sagt Michael Ullmann. Das müsse aber auch verständlich und transparent kommuniziert werden. Dass es dadurch zu Problemen kommt, glaubt er nicht: „Die jungen Leute haben so viel Lust, dass sie das verstehen werden.“

Von Außenstehenden werde die Feuerwehr zwar manchmal immer noch belächelt, „aber wenn es im Ernstfall drauf ankommt, wonach wird dann gerufen?“, fragt Ralf Rohlfing rhetorisch und hebt dadurch den gesellschaftlichen Stellenwert dieses Ehrenamtes hervor. Er betont: „Das Einsatzgeschehen und Tagesgeschäft der Feuerwehr stand nie still.“ Die Einsatzabteilung sei nicht inaktiv gewesen. Michael Ullmann sagt: „Seit März sind wir vollkommen einsatzbereit.“ Um das zu gewährleisten, seien Maschinen, Aggregate und die Fahrzeuge regelmäßig gewartet und gereinigt worden – unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

Bruchhausen-Vilsens Gemeindebrandmeister Michael Ullmann sagt abschließend: „Wir sind froh, dass wir so eine engagierte, motivierte und gut ausgebildete Einsatzabteilung bei der Feuerwehr in der Samtgemeinde haben.“

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