Großbaustelle L202

Ortsdurchfahrt Bruchhausen-Vilsen pünktlich fertig und nur ein bisschen teurer

Baustelle an einem Kreisverkehr im Winter
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Am Montag sollen die Restarbeiten beginnen. Dazu gehört, den Kreisel zu fegen und alle Baken wegzuräumen.

Br.-Vilsen – Innerhalb der geplanten Zeit fertig und nur wenige Tausend Euro teurer als kalkuliert – über welche, noch dazu öffentliche Großbaustelle kann man das noch sagen? Über die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Bruchhausen-Vilsen. Obwohl Anliegern wie Durchfahrern die Zeit der Sperrungen, immer neuen Umleitungen und Umwege lang erschien, lief unterm Strich alles wie bereits seit Anfang 2020 geplant.

Noch steht hier und da eine Bake, noch funktionieren noch nicht alle Details wie vorgesehen, doch befahrbar ist die Landesstraße 202 in Bruchhausen-Vilsen wieder. Wie die Straßenbaubehörde es zum Jahresende 2021 angekündigt hatte.

Lasse die Witterung es zu, beginne die Baufirma direkt nach ihrer Weihnachtspause am Montag mit den Restarbeiten, teilt Andine Sieling mit. Als Leiterin der Straßenmeisterei in Vilsen hatte sie die Baustelle nicht täglich quasi aus dem Bürofenster heraus im Blick, sondern war die entscheidende Schaltstelle zwischen dem beauftragenden Land und den ausführenden Firmen.

„Es muss noch gefegt werden“, kündigt sie an. Was man sich vom Handwerker wünscht, der bei einem zu Hause für rechtschaffenes Chaos gesorgt hat, gehört sich auch im großen Stil. Besonders im Kreisel werde es dann auch nicht mehr nach Baustelle aussehen.

Manch einer denkt nämlich, dass das Rund um die Museumslok auf dem neugestalteten Sockel noch nicht fertig ist. Der Straßenbelag unterscheidet sich optisch deutlich von dem der abgehenden Straßen. „Da wurde Gussasphalt verbaut“, erklärt Andine Sieling. Dieser sehe nicht nur großkörniger aus, sondern sei durch seine gröbere Oberfläche belastbarer als herkömmlicher Straßenasphalt. Dieser Belag werde vor allem in beanspruchten Kreuzungsbereichen verbaut, führt sie aus. Beispielsweise auf der großen Ampelkreuzung auf der Bundesstraße 6 in Barrien am Ortsausgang Richtung Bremen.

Darüber hinaus warten vor allem Radfahrer auf die Rückkehr des Bautrupps, denn die zugesagte Absenkung einiger Bordsteine im Bereich der Überwege steht noch aus (wir berichteten). Bleibe das Wetter, wie es ist, sollen die baulichen Restarbeiten bis Ende Januar abgeschlossen sein.

Ob bis dahin auch die bereits vorbereitete Lichtsignalanlage im Einmündungsbereich der Straße „Am Bahnhof“, also Richtung Hoya, funktioniert, muss Uve Schmidt von der zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsstelle Nienburg, noch offenlassen. Diese Ampel soll es Linksabbiegern aus Richtung Hoya demnächst deutlich einfacher machen, wortwörtlich die Kurve zu kriegen. Die Inbetriebnahme verzögere sich, weil die Herstellung des dafür notwendigen Stromanschlusses Probleme bereite, begründet Uve Schmidt im Gespräch mit dieser Zeitung.

Da diese Ampel mit dem Signallicht am Bahnübergang gekoppelt werden muss, müsse sie von einem Sachverständigen geprüft werden. „Er würde sie dann für den Betrieb frei geben“, so Schmidt. Doch ohne Stromanschluss kein Signal, keine Kopplung, keine Inbetriebnahme, keine Prüfung, keine Inbetriebnahme… „Ein konkreter Termin dafür ist hier derzeit jedoch nicht bekannt“, teilt er aus Nienburg mit.

Abgesehen davon gebe es aus seiner Sicht nicht viel zu meckern. Dass es beim Ausbau so komplexer Abschnitte zu nicht vorhersehbaren Verzögerungen kommen könne, hatte die Behörde an Tag Eins der Maßnahme vorsorglich angekündigt. Schon im Mai, zwei Monate nach dem tatsächlichen Baubeginn am 18. März, waren die Arbeiten dem Zeitplan zwar deutlich voraus, doch die aus Erfahrung befürchtete Verzögerung trat mit den „umfangreichen Umlegungsarbeiten der Versorgungsträger“ ein, heißt es in Schmidts Fazit.

Die Gemeinde Bruchhausen-Vilsen hat im Zuge der Straßensanierung die sogenannten Nebenanlagen, also Fuß- und Radwege, auf den neuesten Stand gebracht sowie den Regen- und Schmutzwasserkanal erneuert. Die bisherigen Kanäle stammten aus den 1960er-Jahren. „Die ,Lebenszeit‘ dieser unterirdischen Bauwerke hängt von bestimmten Faktoren ab, zum Beispiel der Abwassermenge, Wartung und Instandhaltung.“ Gemeindedirektor Bernd Bormann rechne daher damit, dass die Kanäle für die etwa nächsten 60 Jahre in Ordnung sein sollten.

„Aus Sicht der Gemeinde ist grundsätzlich alles nach Plan gelaufen“, blickt er auf die Baumaßnahme, wohl wissend, dass „bei einer Großbaustelle unerwartete Probleme und Wendungen auftreten“ können, auf die kurzfristig reagiert werden müsse. Dass der Umleitungsverkehr und „insbesondere die inoffiziellen Schleichwege über gemeindliche Straßen“ zwischenzeitlich immer mal wieder zu Unmut und Unverständnis geführt hätte, wisse er.

„Jedoch ist so eine Maßnahme ohne Beeinträchtigungen für Verkehrsteilnehmer sowie Anlieger nicht durchführbar. Mit umsichtiger Planung, permanenter Kommunikation und ein wenig Einsicht und Verständnis ist jedoch alles im erträglichen Rahmen geblieben“, sagt er. Grundsätzlich sei die Maßnahme im anvisierten Zeitraum durchgeführt worden. Dass die Arbeiten gegen Ende schleppend verlaufen seien, führe er darauf zurück, „dass die Baustelle durch die Firma nur noch mit sehr wenig Personal bestückt wurde“, merkt er an.

Vollständig abgerechnet ist diese Baumaßnahme noch nicht, heißt es aus Nienburg. Straßen- und Kanalbau ohne Lichtsignalanlage hatten eine Auftragssumme von 2 560 000 Euro brutto; „der aktueller Stand der wahrscheinlichen Abrechnungssumme liegt bei 2 600 000 Euro“, teilt Uve Schmidt mit. Der Flecken Bruchhausen-Vilsen hatte anteilig für die Nebenanlagen 230 000 Euro kalkuliert, die durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz mit 90 000 Euro bezuschusst werden. Die Erneuerung des Schmutz- und Regenwasserkanals ist Angelegenheit der Samtgemeinde und war mit 700 000 Euro veranschlagt. Die Endabrechnung mit der Straßenbaubehörde stehe aber noch aus.

Nicht nur baulich und technisch soll der Abschnitt zwischen Bedarfsampel an der Bassumer Straße über den Kreisverkehr bis zur Ampel am Rathaus jetzt auf dem neuesten Stand sein. Auch die Nutzer sollen profitieren – Lange- und Bassumer Straße sind wesentliche Bestandteile des Schulwegs. Geht dieser Plan auf? „Für ein Fazit ist es noch zu früh“, meint Bernd Bormann. Da müssten erst noch einige Monate im „Echtbetrieb“ vergehen. „Man darf jedoch bereits jetzt feststellen, dass die Verkehrsflächen insbesondere für die vermeintlich schwächsten Verkehrsteilnehmer großzügiger und ein stückweit sicherer geworden sind“, lautet sein Urteil.

„Im Vorfeld haben wir dazu intensive Gespräche mit den Fach- und Verkehrsplanern der Straußenbauverwaltung geführt“, erinnert er. Denn Ziel sei es gewesen, auch dem Rad- und Fußgängerverkehr besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Geh- und Radwege werden durch den sogenannten Ziel- und Quellverkehr des Schulzentrums stark genutzt, dafür wollte man die gesetzlichen Vorgaben weitestmöglich ausschöpfen. „Dies betrifft sowohl die Breite der Nebenanlagen als auch den sogenannten taktilen Ausbau, um auch Menschen mit Beeinträchtigungen eine bessere Nutzung zu ermöglichen“, sagt er. Die Erneuerung und die Verlängerung der Nebenanlagen an der Bassumer Straße sehe er als „sichere Verbindung und Lückenschluss zur Bruchhöfener Straße und damit auch zum Baugebiet Hoppendeich und in den Ortskern“.

Für Anlieger und Nutzer soll die Zeit der Einschränkungen jetzt vorbei sein. „Für dieses Jahr sind zur Zeit auf den Bundes- und Landesstraßen im Bereich der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen keine Baumaßnahmen geplant“, lässt Uve Schmidt aus der Nienburger Behörde wissen.

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