Vorwurf: Missbrauch auf Parkplatz in Berxen

Prozessauftakt zur Vergewaltigung

Br.-Vilsen - Vor dem Schöffengericht Nienburg musste sich jetzt ein 52-Jähriger verantworten. Er wurde angeklagt, im Oktober 2016 eine Freundin von ihm vergewaltigt zu haben. Was war geschehen?

Der Angeklagte lernte im Oktober 2015 die Frau kennen und es entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Beziehung zwischen den beiden. Bei mehreren Treffen kam man sich immer näher und tauschte Zärtlichkeiten aus.

Am besagten Tattag waren beide gemeinsam nach Hannover gefahren, hatten eingekauft, ein Lokal aufgesucht, gemeinsam gegessen und sich dann gegen Abend auf den Heimweg in Richtung Syke, dem Wohnort der Freundin, gemacht.

Während der Fahrt von Hannover Richtung Syke hielt der Mann auf dem Parkplatz an der B 6 in Berxen (Hinter dem Kreuzkrug) an, wo es dann zu sexuellen Übergriffen auf die Frau kam. Der 52-Jährige hatte sich im Fahrzeug auf dem Parkplatz zunächst bis auf die Unterwäsche entkleidet und hatte dann, so der Ermittlungsstand, ihr die Kleider vom Leib gerissen. Er wollte mit ihr Geschlechtsverkehr durchführen, was die Frau jedoch verweigerte. Daraufhin bedrängte er sie im Fahrzeug so sehr, dass sie Panik bekam. Sie konnte sich letztendlich aus dem Fahrzeug befreien.

In Glaubensgemeinschaft aktiv

Bei der Einlassung des Angeklagten äußerte der Verteidiger, dass sein Mandant der jesidischen Glaubensrichtung angehöre und dem Glauben sehr stark verwurzelt sei. Er habe auch innerhalb der Glaubensgemeinschaft Funktionen übernommen und sei dort aktiv. Den Ausführungen des Verteidigers zufolge, sei es dem Angeklagten verboten, Beziehungen zu Personen außerhalb dieser Glaubensgemeinschaft aufzubauen. Wenn er dies machen würde, hätte es letztendlich zur Folge, dass er von der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen würde. Über diese Frage entbrannte im Gericht ein Zwist, sodass sich das Schöffengericht veranlasst sah, die Verhandlung auszusetzen, um einen Religionswissenschaftler hinzuzuziehen, der entsprechende Glaubensfragen des jesidischen, aber auch des muslimischen Glaubens beantworten soll.

Bis zur Klärung dieser Fragen wurde der Prozess ausgesetzt. Ein vor der Beweisaufnahme gestellter Antrag des Verteidigers, die Öffentlichkeit auszuschließen, wurde vom Schöffengericht abgelehnt.

awb

Rubriklistenbild: © dpa

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