Prachtvolle Kostüme, stimmungsvolle Musik: „A Musical Night“ begeistert

Ein Glanzpunkt reiht sich an den nächsten

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Die Chemie stimmte: Die gut 600 Gäste ließen sich von der Musical-Show mitreißen, beispielsweise bei „Les Misérables“.

Br.-Vilsen - Von Maren Hustedt. Beginnen wir zur Abwechslung einmal mit dem Schluss, denn zum Schluss hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Das überraschte nicht. Denn bei der Gala „A Musical Night“ in der Mensa des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen war das Eis bereits mit dem ersten Vortrag gebrochen.

Schon das gewaltige Opening mit „Circle of Life“ aus „König der Löwen“ öffnete die Herzen des Publikums für die nachfolgenden Darbietungen der acht Musicalstars, die mit Gesang und Tanz in ansprechender Kulisse Auszüge aus den schönsten und bekanntesten Musicals auf die Bühne brachten. Wie Perlen an einer Kette reihten sich dabei die Glanzpunkte aneinander.

Bis in die letzte Reihe der mit gut 600 Gästen fast voll besetzten Halle trug modernste Technik die kraftvollen Stimmen der Darsteller – ob solo oder im Chor. Während das Ohr der Musik lauschte, sah sich das Auge satt an inhaltlich passenden Bildern, die auf eine große Leinwand im Hintergrund projiziert wurden.

Keinesfalls satt sehen konnte man sich an den prachtvollen Kleidern und Kostümen des Abends. Obwohl die männlichen Darsteller zu den Stücken aus „König der Löwen“ in spärlichem „animal print“-Look ihre Muskeln spielen ließen, passten die übrigen Kostüme in jeder Hinsicht zu Anlass und Rahmen der glamourösen Veranstaltung.

Märchenhaft war das lange Ballkleid, in dem Lyndsey Orr das Stück „Don't cry for me Argentina“ aus „Evita“ vortrug. Zur französischen Revolution passend gestaltet waren die historischen Kostüme zu „Les Misérables“. Mit ihrem klaren Gesang und gefühlvollen Ausdruck standen die Darsteller den bekannten Originalen in nichts nach. Viele Lieder trafen mitten ins Herz. Und wer sich im Publikum umsah, der entdeckte hin und wieder jemanden, der unauffällig das Taschentuch zum Auge führte.

Auch für die dynamischen Auszüge aus der „Rocky Horror Picture Show“, welche für mächtig Stimmung sorgten, hatten sich Kostüm- und Maskenbildner ordentlich ins Zeug gelegt. Das Publikum dankte den Mut zur Darstellung mit begeisterten Zurufen und rhythmischem Klatschen.

In einigen Teilen wich das Programm vom Veranstaltungsplan ab. So kamen zum Beispiel statt „Mamma Mia“ von Abba und „Mit 66“ aus dem Musical „Ich war noch niemals in New York“ einige Titel von „Queen“ oder das Lied „I am singing in the rain“ zum Vortrag, wobei letzteres sehr gut zur herrschenden Wetterlage passte. Ganz so viel Spaß wie das Lied machte der echte Regen dem Publikum allerdings nicht. Vor allem, weil der Weg zur Mensa an diesem Abend spärlich bis gar nicht beleuchtet und für Außenstehende schwierig zu finden war.

Der Begeisterung für die Gala tat das allerdings keinen Abbruch. Die Chemie stimmte, sowohl im ersten Teil des Abends als auch nach der Pause. Wer bis dahin den berühmten Gänsehautschauer noch nicht gespürt hatte, dem wurde spätestens beim Erklingen bekannter Weihnachtslieder wie „I am dreaming of a white Christmas“ oder „Jingle Bells“ das Herz warm.

Besondere Anerkennung zollte das Publikum den Darstellern, die ausnahmslos englischsprachig waren, für deutschsprachige Titel wie „Oh du Fröhliche“ und „Leise rieselt der Schnee“. Zu Beginn des ersten deutschsprachigen Liedes ging ein begeistertes Raunen durch den Saal. Viele Besucher freuten sich von Herzen und stimmten in die bekannten Melodien mit ein.

Tannenbaum, Kerzenlicht, weiße Kleider mit kuscheligen Plüschkragen – dazu nationale und internationale Weihnachtslieder und die ansteckend gute Laune der Musical-Künstler. All das sorgte für einen unvergesslich schönen Abend. Stehende Ovationen, der Wunsch nach einer Zugabe und die reine Freude an der Musik riss die Besucher letztlich von den Stühlen und lockte einige Darsteller von der Bühne ins Publikum. Beflügelt von der tollen Stimmung ließen sich mehrere sogar auf ein spontanes Tänzchen mit Gästen ein. An diesem Abend hatten offensichtlich alle ihren Spaß – Besucher und Künstler gleichermaßen.

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