Ein Jahr und elf Monate Gefängnis

Cannabis-Gärtner fällt erneut auf die Nase

Asendorf - Von Dieter Niederheide. Kein Glück als Cannabis-Pflanzer hatte ein ehemaliger Bremer (50), der aufs Land zog. Obwohl er mit einer Indoor-Plantage schon einmal auf die Nase fiel und unter anderem wegen des unerlaubten Anbaus von Marihuana zwei Jahre Gefängnis kassierte, die zur Bewährung ausgesetzt wurden, hat er es in einem Schuppen in Asendorf erneut gewagt, Cannabis anzubauen. Damit fiel er wieder auf die Nase.

Am 16. Dezember 2017 hob die Polizei die Indoor-Plantage in Asendorf aus. Kassiert wurden 78 Cannabispflanzen, 144 Setzlinge und 300 Gramm Marihuana. Jetzt hatte sich der Mann wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts in Syke zu verantworten. Am Ende des Strafprozesses wurde er wegen unerlaubtem Handeltreibens sowie des Fahrens unter Alkoholeinfluss und ohne im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein, zu einem Jahr und elf Monaten Gefängnis verurteilt.

Das Schöffengericht gewährte ihm erneut eine Bewährungschance. Diese Entscheidung begründete der Vorsitzende Richter des Gerichts damit, dass die Sozialprognose des Verurteilten positiv zu bewerten sei. Das Ohne-Wenn-und-Aber-Geständnis des Mannes sei nicht taktisch geprägt gewesen. Der Vorsitzende Richter machte dem Mann mit aller Deutlichkeit klar, dass er bei einer erneuten Straftat mit dem Widerruf beider Bewährungsstrafen rechnen muss und für fast vier Jahre „sitzt“. Auch die Staatsanwältin bejahte die Bewährungschance und forderte zwei Jahre Gefängnis. Das Gericht bestätigte dem Mann eine hohe kriminelle Energie bei der Tatausführung.

Der Strafverteidiger begründete, warum sein Mandant erneut sein Glück mit einer Marihuana-Plantage versuchte. Finanzielle Probleme seien der Auslöser gewesen. Er sei damals mit einem Sportunternehmen arg in die Miese geraten. Der in früheren Jahren als Sportler auch auf internationaler Ebene erfolgreiche Mann räumte vor dem Schöffengericht ein, dass er mit der Ernte aus der Indoor-Plantage in Asendorf Geld machen wollte, also Handel treiben wollte. Etwa 2500 Euro habe in den „unternehmerischen“ Plan gesteckt. 

Die bei der Hausdurchsuchung sichergestellten 300 Gramm Marihuana seien die erste Ernte gewesen. Die Frage nach der Qualität konnte er dem Gericht nicht beantworten. „Ich kann das Zeug nicht ab, bin kein Konsument“, begründete er das Nichtwissen. Untersuchungen beim Landeskriminalamt ergaben, dass das sichergestellte Pflanzengut einen hohen THC-Gehalt hatte. 

Der Erlös aus dem Verkauf sei für ihn der letzte Strohhalm bezüglich seiner Finanzlage gewesen, räumte der Mann ein. Sein Verteidiger wies im Plädoyer darauf hin, dass der Mandant beim Abbau der Anlage in Asendorf durch die Polizei mithalf. Er sei dabei, sich in der Region eine neue Existenz aufzubauen.

Die Anklage wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss und ohne Fahrerlaubnis handelte er sich ein, als er mit einem Kleinkraftrad, mit 1,89 Promille Alkohol im Blut unterwegs war. Erwischt wurde er in Bruchhausen-Vilsen. Neben der Strafe bekam er eine einjährige Führerscheinsperre.

Rubriklistenbild: © kom

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