DRK saniert Kindergarten in Bruchhausen-Vilsen

Platz da für die Wippsteerts

Baubesprechung: Architekt Martin Heller setzt das Konzept des DRK um, wie es sich Einrichtungsleiterin Sandra Otten und Fachreferent Stephan Neddermann (von links) vorstellen.  
Foto: Anne-Katrin Schwarze
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Baubesprechung: Architekt Martin Heller setzt das Konzept des DRK um, wie es sich Einrichtungsleiterin Sandra Otten und Fachreferent Stephan Neddermann (von links) vorstellen. Foto: Anne-Katrin Schwarze
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Br.-Vilsen – „De Wippsteert wippt geern mit sien langen Steert up un daal. Wippsteerts trippelt so flink över dat Gras, dat man de spillerigen Benen gaar nich mehr sücht.“ So erklärt der Arbeitskreis „Plattsnackers“ den Begriff für die Bachstelze. Umgangssprachlich benutzen Platt-Sprechende Wippsteert auch als freundliches Synonym für quirlige Kinder. Jede Menge genau solch lebensfroher Mädchen und Jungen wünscht sich Sandra Otten für den neuen DRK-Kindergarten in Bruchhausen-Vilsen. „Wir bieten ihnen die Freiheit, sich unabhängig zu entwickeln“, sagt die Leiterin der Einrichtung, die am 27. August ihren Betrieb aufnehmen wird. Schon jetzt herrscht Auf der Loge ein reges Kommen und Gehen. Das Deutsche Rote Kreuz lässt die Räume des ehemaligen kommunalen Kindergartens „Löwenzahn“ sanieren.

„Für Tag zwei der zweiten Woche läuft alles gut“, sagte gestern Martin Heller, planender Architekt des ortsansässigen Büros Syndikat. Er koordiniert den Einsatz der 14 Gewerke, die den Bau aus dem Jahr 1972 modernisieren und den Bedürfnissen des neuen Betreibers anpassen sollen.

Dass das DRK dort die Regie hat, soll sich optisch in den Verbandsfarben Grau, Weiß und Rot zeigen. Klare Linien als Ausdruck von Verbindlichkeit sollen rein äußerlich ein weiteres Leitbild aufgreifen.

Doch der Träger wird seiner 14. Einrichtung im Landkreis nicht für jeden Preis den eigenen Stempel aufdrücken. Mit Ausnahme vom Leitungsbüro werden keine Wände eingerissen, auch die kleine Bühne in der großen Gemeinschaftshalle bleibt erhalten. Es steht sogar Pate für praktische Podeste, die in den Gruppenräumen zu finden sein sollen.

In einem DRK-Neubau wären alle Türen weiß, hätte man sich für andere Klinken entschieden und nicht so gedrungen wie vor 50 Jahren gebaut. Viele Türen bleiben aber in ihren Angeln, auch das Linoleum im 800 Quadratmeter großen Gebäude dient weiterhin als Bodenbelag. Kompromisslos neu werden jedoch die Badezimmer an den Gruppenräumen ausgestattet. Trotz zweijähriger Planungsphase sei es gelungen, auch aufgrund des nachhaltigen Umgangs mit Materialien die geplanten Kosten einzuhalten“, sagt Stephan Neddermann. Sollte es finanziellen Spielraum geben, nutze er diesen lieber die Ausstattung“, betont der Fachreferent für die Kindertagesstätten des DRK im Landkreis.

Noch gar nicht lange her, da gehörte er selbst zum Pädagogenteam im „Löwenzahn“. Er kennt die Einrichtung gut und weiß, welche baulichen Gegebenheiten sich bewährt haben und was er vor dem Neubezug ändern möchte.

Den Außenbereich werden die Drei- bis Sechsjährigen ganz anders erleben als Generationen vor ihnen. Eine 60 Quadratmeter große Sandkiste wird im Mittelpunkt des Interesses stehen, ist sich Sandra Otten bereits sicher. Stephan Neddermann bekommt leuchtende Augen, wenn er skizziert, wie aus einer Sandfläche und einem Hügel ein Verkehrskreisel mit Abfahrten für Rutschautos und Kettenfahrzeuge werden wird. „Mit Bushaltestelle und Tankstelle“, ergänzt Sandra Otten voller Vorfreude.

Mit Sandra Otten ist der Leitungsposten des „Wippsteert“ seit Anfang Juni besetzt. Außerdem sind jetzt 12 pädagogische Mitarbeiter eingestellt worden, vier von ihnen haben schon in Kitas in der Samtgemeinde gearbeitet. Obwohl die Pandemie das Bewerbungsverfahren erschwert habe, habe man jeweils die erste Wahl an Mitarbeitern auch verpflichten können, freut sich die Leiterin. Heute trifft sich das Personal erstmals in großer Runde in den DRK-Räumen an der Homfelder Straße. Nicht nur, um sich kennenzulernen, sondern vor allem, „um das Rahmenkonzept passgenau für diese Einrichtung zu machen“, so Neddermann.

Am 27. August erwartet das DRK 72 kleine Wippsteerts in den beiden Regelgruppen mit je 25 und einer Kleingruppe für zehn Kinder sowie in der Integrationsgruppe mit 18 Plätzen. „Wir haben nur noch sechs freie Plätze“, freut sich Sandra Otten über das Interesse der Eltern am neuen Träger.

Nicht alles wird an Tag eins fix und fertig sein, soll es auch nicht. „Eltern, Kinder und Mitarbeiter sollen hier den Freiraum finden, vieles gemeinsam zu gestalten“, betont Sandra Otten.

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