Die Welt der Sterne

Im Alten Gaswerk in Bruchhausen-Vilsen weichen Wände für das Planetarium

Männer pflastern Boden in einem hohen Gebäude
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Ein Knochenjob: Wochenlang haben VVV-Mitglieder und der Bürgermeister im Alten Gaswerk Platz für das Planetarium geschaffen.

Br.-Vilsen – Containerschiffe aus China kommen ja nicht immer pünktlich am anderen Ende der Welt an, zeigte jüngst das Schicksal der „Ever Given“ im Suezkanal. Auch Romke Schievink wartet auf eine Lieferung aus China: Die Sonderanfertigung der Kuppel, die das Alte Gaswerk in Bruchhausen-Vilsen in ein Planetarium verwandeln und zur Attraktion werden dürfte, steckt in einem Container.

Der Liefertermin Mitte Juli hat sich bereits auf Anfang August verschoben. Er wartet also nicht nur ge-, sondern auch angespannt auf eine Nachricht aus Hamburg, wo der Frachtriese anlanden soll.

Auf eine neun Meter breite und sechs Meter hohe Licht undurchlässige Kuppel wird der spektakuläre Zeiss-Projektor „Modell 1“ für planmäßig zwei Jahre den Sternenhimmel der nördlichen Halbkugel projizieren (wir berichteten).

Wer das zum Veranstaltungsraum umgebaute Gaswerk je besucht hat, schüttelt jetzt den Kopf: „Das passt nicht“. Aber was nicht passt, wird passend gemacht. Diese alte Handwerkerweisheit hat sich Bürgermeister Lars Bierfischer zu eigen gemacht und mit einer Handvoll Helfer Platz geschaffen.

Der Sozialraum aus Zeiten, als der Bauhof dort noch residierte, ist jetzt endgültig Geschichte. Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV), die das Gebäude seit 2007 vornehmlich nutzen, haben selbst mit angepackt beim großen Umbau. Seit Februar haben neben Lars Bierfischer und seinem Sohn Bjarne auch Dieter Borcherding, Wilfried Müller, Peter Schmidt-Bormann, Heiko Leers, Heinz-Jürgen Hövel, Hermann Stühring und Ralf Rohlfing große Teile ihrer Freizeit im Gaswerk verbracht, um für das Planetarium Platz zu schaffen.

Allein zwei Wochen lang waren sie damit beschäftigt, noch vorhandene Lagerräume auszumisten. Unter der Bauleitung von Horst Burmester vom „Syndikat“ konnte eine Fachfirma dann die Wände einreißen. Das alte Pflaster aufzustemmen, aufzunehmen und neu zu verlegen, hat die Mannschaft um Lars Bierfischer übernommen. Er selbst habe eine Woche „Aktivurlaub“ auf dieser Baustelle verbracht, erzählt er an einem Nachmittag, den die Herren – zumeist im fortgeschrittenen Alter – wieder einmal auf der Baustelle verbringen. Verschwitzt und schmutzig bis zum Haaransatz von dem Knochenjob, den sie ehrenamtlich übernommen haben.

Bisher nur ein Entwurf am Computer: So soll die Kuppel des Planetariums aussehen.

„Selbstverständlich ist der VVV mit dieser Nutzung einverstanden“, betont Wilfried Müller. Sollte der Raum doch für eine Lesung, ein Konzert oder anderes benötigt werden, kann die Kuppel abgebaut werden.

Jetzt aber freuen sich alle darauf, dass sie überhaupt erst einmal aufgestellt wird. Für den Transport des weltweit einzig funktionstüchtigen „Modell 1“ stellt Günter Schweers an diesem Wochenende ein Fahrzeug seiner Taxiflotte zur Verfügung. Nachbarschaftshilfe, denn Romke Schievink und seine Partnerin Bea Tilanus haben im vergangenen Jahr die Wassermühle in Bruchmühlen bezogen.

Noch im August soll das Planetarium öffnen. Wenn der verspätete Container rechtzeitig ankommt.

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