Olaf Seebode, Lukasz, Hündin Fussel und zwei Esel treten morgen ihre zweite große Reise an

Der Plan: 2 500 Kilometer wandern

Der 15-jährige Lukasz geht gemeinsam mit Hund Fussel, zwei Eseln und Erzieher Olaf Seebode zu Fuß den Jakobsweg. Foto: REGINE SULING

Martfeld - Von Regine Suling. Eine Spur von Aufregung und zugleich auch Anspannung ist zu spüren: Erzieher Olaf Seebode und der 15-jährige Lukasz sind bereit für ihr zweites gemeinsames Abenteuer. Mit den Eseln Sjørd und Larry sowie Hündin Fussel wollen sie sich morgen in Martfeld aufmachen, um durch Deutschland, Frankreich und Spanien zu wandern – auf dem berühmten Jakobsweg. Rund 2 500 Kilometer überwinden die beiden zu Fuß und wollen mit ihren tierischen Begleitern bis nach Finisterra in Spanien gelangen. „Wir haben uns rund 15 Kilometer pro Tag vorgenommen“, erzählt Olaf Seebode.

Als sonderpädagogische Maßnahme konzipierte er bereits die erste Pilgerreise im Jahr 2018, die 1 000 Kilometer lang war und die beiden auf dem nördlichen Jakobsweg, dem Camino Norte, vom Startpunkt in Südfrankreich bis nach Spanien führte. Sie hatte positive Effekte auf seinen Schützling Lukasz. Er zog danach aus dem Heim zu Seebode nach Martfeld in eine neu geschaffene Erziehungsstelle, besuchte wieder die Schule und absolvierte gerade in den vergangenen Monaten erfolgreich mehrere Praktika. Lukasz erfuhr von seiner Umwelt nach der ersten Wanderung viel Respekt für seine Leistung. „Das war für ihn etwas Besonderes“, weiß Seebode.

Warum er noch einmal auf eine große Reise zu Fuß gehen will? Lukasz antwortet kurz und knapp: „Weil ich Lust drauf hab. Und weil mir da keiner auf die Nerven geht.“ Rund ein halbes Jahr werden Olaf Seebode und Lukasz unterwegs sein. Trainiert haben sie bereits: „Wir haben schon sechs Touren über mehrere Tage gemacht“, berichtet der Erzieher. „Jeder von uns hat etwa zehn Kilo in seinem Rucksack“, fügt er hinzu.

Auch Hund Fussel ist das Wandern gewohnt. Mit seinem Herrchen ist er schon einmal die 2 500 Kilometer gelaufen. Diesmal soll die beiden ein weiterer Jugendlicher auf der Pilgerreise begleiten: Das Konzept von Olaf Seebode überzeugt die beteiligten Jugendämter offenbar. Was die Wanderung damals bewirkt hat und auch jetzt wieder erreichen soll, bringt Olaf Seebode auf den Punkt. „Die Jugendlichen sollen wieder ein Bewusstsein für elementare Dinge bekommen“, fügt er hinzu. Dafür, dass es schön ist, wenn man es warm und trocken hat und etwas zu Essen auf den Tisch kommt.

Ein Spaziergang wird die Tour nicht: „Wer da nicht an seine Grenzen kommt, ist das Ding nicht gelaufen“, weiß Seebode nur zu gut. Den Marsch hat er generalstabsmäßig vorbereitet, hat mit dem Veterinäramt alles Nötige geklärt, die besondere Pilgerreise bei den Botschaften und allen beteiligten Behörden angemeldet. Meistens wird er mit seinen Schützlingen draußen übernachten, unter einem Zeltdach in freier Natur. „Wir wollen aber alle vier bis fünf Tage Wanderreitstationen erreichen“, sagt der Martfelder. Nach einem Bericht in der Radio Bremen-Sendung „buten un binnen“ haben ihm zahlreiche Menschen ebenfalls Unterkünfte angeboten. Zudem wollen sich die Wanderer auch immer wieder mit den Orten befassen, durch die sie laufen: „Im französischen Grenzgebiet wollen wir uns mit den Soldatenfriedhöfen beschäftigen, in Guédelon beim Bau einer mittelalterlichen Burg mithelfen“, sagt Seebode. Und auch der Glaube spiele eine Rolle: „Du kriegst bei so einer Reise einen anderen Bezug zur Religion“, findet der Erzieher.

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