Sparkasse zeichnet die drei besten Seminararbeiten des Gymnasiums aus

Piraten bringen Fabio den Sieg

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Die Schüler Fabio Meyer, Lara Wesseling und Maybrit Nolte (vorne, von links) freuen sich über ihre Preise für die besten Seminararbeiten. Zu den Gratulanten gehörten (von links) die Lehrer Daniel Heymann und Lisa Peitzmeier-Stoffregen, Ann-Kathrin Schumacher von der KSK, Schulleiter Reinhard Heinrichs und KSK-Geschäftsstellenleiter Herbert Fritzsche.

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Wie vielfältig Seminararbeiten in der gymnasialen Oberstufe sind, das erklärten Lara Wesseling, Maybrit Nolte und Fabio Meyer kürzlich in der Vilser Zweigstelle der Kreissparkasse (KSK) Syke. Sie waren dort erschienen, weil ihre Arbeiten die besten des letztjährigen elften Jahrgangs des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen waren und von der KSK prämiert wurden.

Eine Jury, in der auch KSK-Geschäftsstellenleiter Herbert Fritzsche und -Mitarbeiterin Ann-Kathrin Schumacher saßen, hatte – wie auch in den vergangenen acht Jahren – die drei besten Werke ausgewählt.

„Ich habe wieder hochinteressante Texte mit ganz spannenden Themen gelesen“, fasste Fritzsche seine Eindrücke zusammen. Die Themen, die sich die Schüler im zweiten Halbjahr des Jahrgangs elf ausgesucht hatten, könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Oberthema lautete „Unsichtbare Bedrohungen“.

Lara Wesseling erreichte den dritten Platz und bekam dafür 100 Euro. Über Platz zwei freute sich Maybrit Nolte, die 200 Euro erhielt. Der Sieger war Fabio Meyer, der seine 300 Euro „erst einmal sparen möchte“.

Text über moderne Piraterie

Über „Moderne Piraterie am Beispiel Somalia“ schrieb Fabio Meyer aus Martfeld. Piraten faszinieren ihn schon seit seiner Kindheit. „Aber heutige Piraten unterscheiden sich von denen in Geschichten sehr deutlich“, erklärte der Gymnasiast. „In meiner Arbeit ging ich der Frage nach, wie das Problem entstanden ist.“ Hauptaugenmerk lag dabei auf der politischen Situation in Somalia und den daraus resultierenden inländischen Kämpfen rivalisierender Klans und Stämme. „Die Piraterie hat kommerzielle Formen angenommen, den Fischern wurde ihre Lebensbasis entzogen“, stellte Fabio fest. „Um das Problem zu lösen, muss man nicht nur Militär schicken, man muss nach den Ursachen sehen, und die liegen im Machtkonstrukt der autonomen Regierung.“

Maybrit Nolte aus Süstedt befasste sich mit dem „Niedergang der niederdeutschen Sprache, eine Handlungsanalyse“. Sie selbst, erzählte Maybrit, spreche allenfalls mit ihren Großeltern ab und an Plattdeutsch. „Ich habe den historischen Hintergrund beleuchtet, bis hin zum heutigen Sprachverfall des Niederdeutschen“, sagte die Schülerin. Sie untersuchte in ihrer Arbeit die Situation am Gymnasium, aber auch an den Grundschulen – in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen und in ganz Niedersachsen. „Dazu habe ich auch ein Interview mit Christiane Ehlers vom Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen geführt.“

Und auch wenn, wie Maybrit festgestellt hat, immer weniger Menschen Plattdeutsch sprechen, gibt es Lichtblicke: „Niederdeutsch ist als Abiturfach zugelassen, und es gibt an einigen Schulen auch Arbeitsgemeinschaften.“ Plattdeutsch als Abiturfach am Gymnasium Bruchhausen-Vilsen, das sieht Schulleiter Reinhard Heinrichs nicht kommen: „Das halte ich für einen idealistischen Ansatz und aufgrund meiner Erfahrung für nicht umsetzbar.“

Spannende weitere Projekte

„Der unsichtbare Hunger“ lautet der Titel der Seminararbeit von Lara Wesseling aus Martfeld. „Es geht um Mikronährstoffe wie Vitamin A und Eisen, die der Körper selbst nicht herstellen kann und die man mit der Nahrung aufnehmen muss“, erklärte die Schülerin. Dies sei vor allem ein Problem in ärmeren Ländern, etwa in Afrika oder Südostasien. „Nur wenige Menschen wissen von den Gefahren eines Mangels.“ Diese seien Entwicklungsstörungen, größere Krankheitsanfälligkeit und auch ein früherer Tod. Eine Lösung könne der sogenannte „Goldene Reis“ sein. „Daran wird derzeit geforscht, der hat viel Beta Carotin, und das soll dem Körper helfen, mehr Vitamin A aufnehmen zu können. Aber das ist noch nicht komplett erforscht“, erklärte Lara. Auf das Thema sei sie zufällig gestoßen, bei Recherchen im Internet.

Alle drei Schüler zogen als Fazit ihrer Arbeiten, dass sie nicht nur über ihr spezielles Thema viel gelernt hätten. „Das wissenschaftliche Schreiben ist neu gewesen“, fasste Lara zusammen. Das betonte auch Lisa Peitzmeier-Stoffregen, Vertreterin von Schulleiter Heinrichs: „Es ist eine hohe Kunst, solche Themen auf 15 Seiten komprimiert darzustellen, aber etwas, was später an den Universitäten vorausgesetzt wird.“ 

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