Gestütshauptwart verabschiedet sich in den Ruhestand

Mit Pferden auf du und du

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Peter Waldhoff (rechts) arbeitet seit 27 Jahren auf der Besamungsstation in Süstedt – jetzt geht er in den Ruhestand. Stationsleiter Klaus Berger dankt dem 65-Jährigen für seinen Einsatz.

Süstedt/Celle - Von Dieter Niederheide. Gestütshauptwart Peter Waldhoff (65) ist ein Mann der ersten Stunde. Seit 27 Jahren gehört er fest zum Team der 1989 gegründeten Besamungsstation Nordhannover des Landgestüts Celle in Süstedt. Jetzt heißt es für ihn: Abschied nehmen. Der langjährige Mitarbeiter des Landgestüts geht in den Ruhestand – eine Tatsache, die die Pferdezüchter aus der Region mit Sicherheit bedauern. Sie werden seine Kompetenz rund ums Pferd und seine feine Art vermissen.

Immerhin ist der Gestütshauptwart ein anerkannter Pferdefachmann, der bislang jährlich viereinhalb Monate zur Frühjahrs- und Sommerzeit in Süstedt neugeborenen Fohlen das Hannoveraner Brandzeichen oder den Chip setzte. Und nicht nur das: Er stand den Züchtern auch stets mit Rat und Tat zur Seite.

Dass er mit Pferden auf du und du ist, wurde dem gebürtigen Schwaben schon in die Wiege gelegt. Sein Vater war beruflich als Gestütsleiter mit den eleganten Vierbeinern verbunden. Im Alter von zwölf Jahren zog Peter Waldhoff mit seiner Familie in die Lüneburger Heide. Der 65-Jährige: „Schon damals steckte in mir die Liebe zu den Pferden.“

So kam es, dass er nach der Schulzeit beim Landgestüt in Celle zu arbeiten anfing. Die Ausbildung war nach eigenen Angaben vielseitig: Alles rund ums Pferd gehörte dazu – vom Dressur-, Spring- und Geländereiten bis zu Stallausmisten und Pferdepflege. Auf die Frage, ob er schon mal vom Pferd gestürzt ist, antwortet Waldhoff: „Wer noch nie vom Pferd gefallen ist, hat nie auf einem Pferd gesessen.“

Berufliche Höhepunkte waren für ihn die traditionellen Hengstparaden des Landgestüts Celle, bei denen er in schmucker Uniform zum Beispiel bei der 24er-Dressurvorführung mitritt. Später stieg er vom Reiten aufs Kutschefahren um und fuhr einen sechsspännigen Krönungswagen. Gerne erinnert er sich daran, wie er in der historischen Bekleidung eines römischen Kriegers mit einem „römischen Kampfwagen“ an der Parade in Celle teilnahm. „Das sind unvergessene, herrliche Erlebnisse“, sagt der 65-Jährige.

Zur Besamungsstation in Süstedt kam Waldhoff zeitgleich mit dem Leiter, Sattelmeister Klaus Berger. Als eine gravierende Veränderung für die Station bezeichnet Waldhoff rückblickend den Trend zur Hofbesamung: „Früher kamen die Züchter mit ihren Stuten zu uns nach Süstedt, heute sehen sie den Hengst nicht mehr, sie holen sich den Samen im Spezialkarton ab oder lassen ihn sich schicken.“

Eins ist für den Pferde-Experten sicher: „Zu den Züchtern bestehen Freundschaften, die ich weiter pflegen werde. Ich lasse die Verbindungen nicht abreißen, und bei den Fohlen- oder Stutenschauen in der Region werde ich auch als Pensionär zu Gast sein.“

Seine Ehefrau Irene, die in den vielen Jahren bei den Wochenenddiensten in Süstedt gerne an seiner Seite war und sogar bei vielen Schauen mitgeholfen hat, war ihm stets eine große Stütze. In Zukunft hat das Paar, das in Celle lebt, mehr Zeit füreinander.

Freitag verabschiedete sich die Crew des Süstedter Landgestüts von dem frisch gebackenen Ruheständler. Mehr als 100 Leute kamen, um Waldhoff „Tschüs“ zu sagen.

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