Vorsitzender des Sozialausschusses wünscht sich bessere Bezahlung

Personalsituation in Kitas „angespannt“

Samtgemeinde - Die Personalsituation in den Kindertagesstätten der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen ist „angespannt“. Das sagte Cattrin Siemers, Ressortleiterin Bildung, bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses auf Nachfrage von Andree Wächter (SPD). Insgesamt arbeiten rund 80 Kindergärtner in den kommunalen Kitas.

„Zu Beginn eines Kindergartenjahrs können wir eigentlich immer noch alle Stellen besetzen“, sagte Siemers. „Was nicht gut zu besetzen ist, sind allerdings Vertretungsstellen. Die meisten Erzieher arbeiten lieber fest in einer Gruppe.“

Schwierig werde es, wenn Mitarbeiter krank oder schwanger werden. „Meistens haben wir schon ein paar Tage nach Beginn eines Kindergartenjahrs die ersten Langzeitausfälle.“ Schwangere Erzieherinnen – im aktuellen Kita-Jahr seien es vier – bekämen sofort ein Beschäftigungsverbot.

„Während der Grippewelle im Winter konnten wir zum Teil sogar nur Notgruppen anbieten“, sagte Siemers. „Das ist für die Eltern und für uns sehr unbefriedigend, aber manchmal geht es einfach nicht anders.“

Ausschussvorsitzender Michael Albers (SPD) wünschte sich, dass Erzieher künftig besser bezahlt werden, damit der Beruf an Attraktivität gewinnt. Cattrin Siemers freute sich in diesem Zusammenhang über aktuelle Überlegungen des Lands, die Ausbildung umzugestalten. „Der Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne (SPD, Anm. d. Red.) hat in Aussicht gestellt, dass es ab dem 1. August 2019 eine duale Ausbildung in dem Bereich geben soll, ergänzend zum bisherigen System“, berichtete die Verwaltungsmitarbeiterin. „Ziel ist eine bessere Vergütung und eine kürzere Ausbildungszeit. Außerdem sollen Quereinsteiger und Gymnasiasten mehr angesprochen werden.“

Angedacht sei, dass Gymnasiasten und Quereinsteiger in Zukunft eine dreijährige Ausbildung mit 2.400 Unterrichts- und 2 .400 Praxisstunden absolvieren und sich danach „staatlich anerkannter Erzieher“ nennen können. Realschüler würden in derselben Zeit zur „Fachkraft für Kindertagesstätten von null bis zehn Jahren“ ausgebildet. Durch eine anschließende Weiterbildung könnten auch sie zu „staatlich anerkannten Erziehern“ werden.

Interessenten müssen sich laut Siemers bei einer Schule und bei einem Träger bewerben. „Wir hoffen, dass der Fachkräftemangel durch die neuen Möglichkeiten reduziert wird.“ 

mah

Rubriklistenbild: © dpa

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