Von Lob und Pausen

Wilfried Helms spricht vor 120 Zuhörern über das Lernen

Referent Wilfried Helms (Mitte), Dirk Aue, Vorstandsmitglied vom Schulförderverein, und Ramona Hall von der Jugendhilfe Stephansstift begrüßten rund 120 Gäste zu dem Vortrag „Das Lernen lernen“. Foto: Marion Thiermann
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Referent Wilfried Helms (Mitte), Dirk Aue, Vorstandsmitglied vom Schulförderverein, und Ramona Hall von der Jugendhilfe Stephansstift begrüßten rund 120 Gäste zu dem Vortrag „Das Lernen lernen“.

Br.-Vilsen - Von Marion Thiermann. Das gehirngerechte Wiederholen, die richtige Lernmenge und die Motivation - diese Aspekte thematisierte Wilfried Helms kürzlich im Forum des Schulzentrums in Bruchhausen-Vilsen. Dort referierte er vor rund 120 Zuhörern im Rahmen der Vortragsreihe „Eltern zwischen Macht und Ohnmacht“, die gemeinsam vom Fachdienst Jugend des Landkreises, der Jugendhilfe Stephansstift aus Sulingen und dem Schulförderverein Bruchhausen-Vilsen veranstaltet wird, über das Thema „Das Lernen lernen“.

Der Inhaber von „Mind-Unlimited“ aus Hamburg, die neben Fachlektüre auch Lehrerfortbildungen, Feriencamps, Wochenend- und Elternseminare anbieten, hat sein Wissen schon in mehreren Büchern festgehalten.

Helms gab auch den Gästen in Bruchhausen-Vilsen viele praktische Tipps. Zudem forderte er sie zu Lernexperimenten auf. Der Referent nannte ihnen Zahlen, die sie in einer bestimmten Reihenfolge wiedergeben sollten. Erst waren es sechs, dann neun und schließlich zwölf Zahlen. Die Zuhörer merkten schnell, dass es bei steigender Anzahl immer schwieriger wurde, sich die Ziffern zu merken. „Das ist der Moment, wo man zu seinem Kind sagt ,konzentrier dich mal‘ oder ,streng dich mal an‘“, erklärte Helms. Doch das Ultra-Kurzzeitgedächtnis kann nur fünf bis sieben Informationen gleichzeitig speichern, erklärte er. Die richtige Lernmenge ist also entscheidend. Vokabeln zum Beispiel sollten in „Päckchen“ von sechs bis sieben Stück gelernt werden. Nach einer Pause könne dann das nächste „Päckchen“ geübt werden, wobei regelmäßige Wiederholungen nicht zu vergessen sind, damit sich der Stoff einprägt.

Bei einem Diktat sei es effektiver, einzelne Wörter bis maximal zwei Sätze am Stück zu lernen, als gleich den ganzen Text.

Ein großes Problem ist es laut dem Experten, nach Gehör zu lernen. Das sei eine Quelle für Fehler. Kinder schreiben beispielsweise oft den Buchstaben „h“ in einem Wort, wo dieser nicht hingehört. Das visuelle Lernen sei wichtig.

Auch die Motivation spiele eine sehr große Rolle. Geht das Kind demotiviert und mit einem mulmigen Gefühl an den Lernstoff, wird es nichts behalten, sagte der Referent. Motivierend sei ein Lob: Das Kind müsse sich über den Fortschritt, den es gemacht hat, freuen. „Fängt das Kind an zu stottern, wird blass und kriegt nichts mehr hin, machen Sie eine Pause, sonst treiben Sie es in eine Demotivation. Benutzen Sie niemals Sätze wie ,das ist doch ganz einfach‘“, sagte der Referent. Das hieße übersetzt für das Kind: „Ich bin dafür doof zu“.

Wichtig sei ebenfalls, die Konzentrationsspanne zu beachten. Die liegt bei Lernstoff, der dem Kind nicht liegt, bei einem Erstklässler bei fünf bis acht Minuten und in der fünften bis sechsten Klasse bei 30 Minuten. Der Grund: Das Gehirn verbrauche viel Energie.

Apropos Gehirn: In der heutigen Zeit sei dieses durch Smartphones dauerbelastet. Pausen sind wichtig. Bei Kindern rät der Experte zu ein bis zwei Stunden zum Ausruhen am Tag und ausreichend Schlaf in der Nacht, um das für die Konzentration wichtige Hormon Cortisol zu produzieren.

Wilfried Helms erklärte, dass Kinder und Jugendliche unter 16,5 Jahren noch kein ausgeprägtes handlungsorientiertes Denken haben. „Sie werden nicht von selbst lernen, wenn sie wissen, dass in drei Wochen eine Klassenarbeit ansteht“, sagte der Referent.

Die Haltung der Eltern sei ebenfalls entscheidend. Es komme auf die Mimik, die Körpersprache und das „Betonen, was das Kind kann“ an. Ist das Gelernte mit einem guten Gefühl verbunden, ist es auch wieder abrufbar.

Weitere Infos gibt es unter

www.mind-unlimited.com

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