Die Pastoren-Nachwuchsschmiede

Berufswunsch Pastorin: Leonie Töpperwien ist zweite FSJlerin der Kirchengemeinde

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Leonie Töpperwien leitet während der Zeit des FSJ die Jugendetage.

Br.-Vilsen – „Ich wollte früher einmal Tierärztin oder Modedesignerin werden“, erzählt Leonie Töpperwien, doch heute ist sich die 18-Jährige aus Bruchhausen-Vilsen relativ sicher: Sie will Pastorin werden. Damit aus dem „relativ sicher“ ein „ganz sicher“ wird, hat Leonie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Kirchengemeinde Bruchhausen begonnen.

Pastor Florian von Issendorff und seine Frau Anja haben die 18-Jährige mit offenen Armen aufgenommen. Aber Leonie ist keine Fremde für die beiden, sie hat sich bereits nach ihrer Konfirmation 2014 in der Kirchengemeinde als Teamerin engagiert. „Außerdem habe ich in der achten Klasse mal ein zweiwöchiges Praktikum hier gemacht“, erzählt die FSJlerin. Bereits zu diesem Zeitpunkt kam ihr der Gedanke, irgendwann einmal Theologie zu studieren und Pastorin zu werden. „Aber ich hatte Angst, dass das Praktikum möglicherweise nur die besten zwei Wochen der Kirchenarbeit abdecken würde. Um ganz sicher zu sein, dass mir die Kirchenarbeit immer so gut gefällt, mache ich jetzt das FSJ“, erklärt sie.

Schon immer habe ihr die Gemeinschaft in Bruchhausen gefallen. „Jeder sorgt für jeden. Und das ist schön“, meint Leonie. Zudem gehe es auch nicht nur um den Glauben, stattdessen wird beispielsweise auf der Jugendetage, für die Leonie verantwortlich ist, über alles geredet, miteinander gekocht oder einfach nur beisammengesessen. Ihren ganz eigenen Glaube habe die 18-Jährige nach einem schweren Schicksalsschlag gefunden. Auch Anja von Issendorff betont: „Wir bieten den Jugendlichen hier ein Zuhause, einen Treffpunkt, erst im Anschluss kommt der Glaube.“

Neben der Leitung der Jugendetage übernimmt Leonie noch viele weitere Aufgaben wie die Gestaltung einiger Gottesdienste und den Unterricht in zwei Konfirmandengruppen. Darüber hinaus begleitet sie die beiden Pastoren zu Terminen wie Geburtstagen. Ab Oktober soll es auch einmal im Monat den offenen Jugendtreff „K3“ geben, für dessen Planung die 18-Jährige verantwortlich ist.

Zudem ist die FSJlerin seit Kurzem Mitglied der Landessynode Hannover. Das Parlament, bestehend aus Theologen, beruflichen Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Diakonen, entscheidet unter anderem über den Einsatz und die Verteilung der Kirchensteuer und wählt die Landesbischöfe. „Das hatten wir auch noch nie. Leonie ist mit ihren 18 Jahren wohl das jüngste Mitglied“, meint Pastor Florian von Issendorff. 

Für ihre Kandidatur brauchte die junge Frau insgesamt 30 Unterschriften von Kirchenvorstehern aus dem Wahlbezirk, welcher sich aus sechs Kirchenkreisen bildet. Nach zwei Vorstellungsrunden in Barnstorf und Osnabrück setzte sich die 18-Jährige gegen neun andere Kandidaten durch. „Die Menschen freuen sich darüber, dass sich auch Jüngere in der Kirche engagieren“, sagt die FSJlerin. Mit ihrem Stimmrecht im Parlament weiß Leonie auch etwas anzufangen: „Ich möchte mich dafür einsetzen, die Kirche für Jugendliche attraktiver zu machen. Bei den ,fridays for future’-Demonstrationen gehen sie auch gemeinsam auf die Straße, und dieses Gefühl möchte ich ins Gemeindehaus holen.“

Leonie ist nach Mattis Klotzhuber die zweite FSJlerin in der Kirchengemeinde. „Bruchhausen-Vilsen ist momentan eine Pastoren-Nachwuchsschmiede“, erzählt Florian von Issendorff begeistert.

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