Cordula Kagemann aus Weseloh ist mit ihrer Kunst auf der ganzen Welt zu Hause

Papierkunst, Collage, Malerei

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Cordula Kagemann unterrichtet demnächst in Australien.

Weseloh - Von Dagmar Voss. Nicht nur auf dem abgeschiedenen Hof von 1732 in Weseloh ist Cordula Kagemann zu Hause, sondern auch immer mal sonst wo auf der Erde. Ausstellungen in der Schweiz oder Italien, in Berlin oder Neuseeland zeugen von der Umtriebigkeit der gebürtigen Bremerin. Demnächst arbeitet sie wieder etliche Wochen auf der anderen Seite der Welt: in Australien. Dort gibt sie Kurse mit den Werkstoffen, die sie selbst so sehr faszinieren.

„Papier und Farbe sind die Materialien, mit denen ich am liebsten arbeite – dabei ist das Papier meist nicht der Malgrund, sondern das Gestaltungsmittel, aus dem meine Bilder entstehen“, sagt Cordula Kagemann. Die Künstlerin erschafft ihre Schöpfungen vorwiegend in zwei verschiedenen Werkreihen: zum einen sind es Pulp-Paintings, zum anderen Collagen und Mixed-Media-Arbeiten. Die Pulp-Paintings sind aus handgemachtem Papier oder eingefärbtem Papierbrei, der Pulpe. „Sie entstehen schnell in einem spontanen Prozess, bei dem ich mit Papierpulpen aus Fasern, hauptsächlich Baumwolle und Hanf, arbeite.“ Der mit Pigmenten eingefärbte Papierbrei wird auf einem frisch geschöpften Papierbogen in nassem Zustand aufgetragen, anschließend gepresst und getrocknet.

Es entstehen abstrakte Kompositionen, indem schichtweise farbige Pulpe aufgetragen oder mit dem Schöpfrahmen aufgegautscht wird. Sie sind durch die sich quasi überlagernden Papierbögen unterschiedlich in Thema und Ausdruck.

Cordula Kagemann erklärt dazu: „Im Prozess wird das Papier gestaltet, übermalt, verändert und umgewandelt – Material, Farbe, Schrift und Bilder treten als gleichberechtigte Partner in den Gestaltungsprozess ein, indem sie sich überlagern, verbinden und sich schließlich zu einer kompositorischen Einheit zusammenfügen.“

Für die Mixed-Media-Arbeiten und Collagen auf Leinwand sind die Hauptgestaltungsmittel der Kunstdozentin Papier, Pappe und Acrylfarbe. „Thematisch sind diese Arbeiten – in Beziehung zum Material – von Strukturen und Formen aus der Natur geprägt oder vom Verhältnis zwischen Mensch und Natur“, erklärt die 40-Jährige. „Diese Bilder thematisieren für mich den alltäglichen Prozess des Lebens, das Sammeln von Erlebnissen, Eindrücken und Orten, das Älterwerden, das Erinnern und Vergessen.“

Aktuell arbeitet sie mit Monotypien an sogenannten Gelatinedrucken auf festen Platten, die sie per Video aufzeichnet. Die Künstlerin mit einem Diplom in Kunst, visueller Kommunikation und Erwachsenen-Pädagogik verwendet diese Filme für ihre Video-Tutorials.

Ihre Werke entstehen in einem Prozess, der über einen längeren Zeitraum andauern kann. Immer wieder sind Öffnungen und Ausschnitte durch transparentes Material zu erkennen. Sie bieten Einblicke in Tieferliegendes – hier ist eine Bildwelt zu sehen, die den derzeitigen Lebensstil von Cordula Kagemann spiegelt.

Ihre nächste Ausstellung ist im Juni in Bremen Findorff.

www.atelierweseloh3.wordpress.com

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