Orden für den Motivator

Hermann Schröder aus Schwarme erhält das Bundesverdienstkreuz

Mann heftet Mann einen Orden ans Revers.
+
Hermann Schröder erhält das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Landrat Cord Bockhop.

Schwarme – Vor allem ihm hat Schwarme zu verdanken, dass es den Heimat- und Kulturverein Eule und dessen Domizil Robberts Huus gibt. Kein Ort wäre passender gewesen, als diesen Macher zu würdigen. Landrat Cord Bockhop überreichte Mittwochnachmittag das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland an Hermann Schröder. Um Dank und Anerkennung sichtbar zum Ausdruck zu bringen, hatte Theodor Heuss als erster Bundespräsident 1951 diesen Orden gestiftet.

Als zwölfter Präsident unterzeichnete Frank-Walter Steinmeier persönlich die Urkunde, die der Landrat überreichen durfte.

Seit drei Jahrzehnten ist Hermann Schröder in der Kulturszene und der Kommunalpolitik tätig. So bezog sie die Ehrung nicht auf ein einziges Verdienst, sondern die Gesamtheit dessen, was der 70-Jährigen ehrenamtlich leistet.

„Die Entwicklung Schwarmes in der Verbindung von bäuerlicher Tradition und modernem Leben liegen Dir am Herzen“, bescheinigte der Landrat und erinnerte an die kommunalpolitische Tätigkeit Schröders. 1996 war er Mitbegründer der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) in der Samtgemeinde und zog in den Gemeinderat ein. Zwischen 2001 und 2011 war er Bürgermeister der Gemeinde. Auf Anhieb schaffte er 1996 auch den Einzug in den Samtgemeinderat. Bis 2001 war er ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister der Kommune. Seit 2011 sitzt Hermann Schröder auch im Kreistag und ist dort seit 2016 Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft (FWG).

Vor allem bei den Themen Kultur und Bildung bringe Schröder seine Kompetenz in zahlreichen Fachausschüssen ein, sagte der Landrat über den pensionierten Oberstudiendirektor, der zuletzt stellvertretender Leiter des Gymnasiums in Achim gewesen ist. Dabei zeichnen ihn gut durchdachte Konzepte und Überzeugungskraft aus, so Bockhop, der nicht verhehlte, nicht immer einer Meinung mit Hermann Schröder zu sein.

Von seiner ruhigen Art sei er immer beeindruckt gewesen, gestand Schwarmes Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg, der seinen „kritischen und immer gut vorbereiteten“ Ratskollegen und Amtsvorgänger als „hervorragenden Rhetoriker“ bezeichnete.

Er freue sich für das Dorf, das mit Hermann Schröder nach Friedrich Niemann und Bernhard Wunram ein dritter Schwarmer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird.

„Viele Ideen und Projekte in Schwarme sind mit seinem Namen verbunden“, führte Oldenburg vor Familie und Nachbarn sowie zahlreichen Weggefährten der UWG, der FWG, des Gemeinderats und der Eule während der Feierstunde aus. „Die Eule und Robberts Huus sind das Aushängeschild Schwarmes“, würdigte Oldenburg und erinnerte, das Schröder seit 30 Jahren Vorsitzender des Vereins ist.

Die Bürgerinitiative gegen einen Hähnchenmaststall im Schwarmer Bruch, die Idee, einen Krimi in Schwarme mit Schwarmer Darstellern zu drehen, die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, das und viel mehr sei ohne Hermann Schröder nicht möglich gewesen, führte der Bürgermeister aus.

Bevor der Geehrte zu Wort kommen konnte, reihte sich Tochter Anna bei den Laudatoren ein. „Zu all dem ist er auch der beste Vater, den man sich wünschen kann“, sagte sie auch im Namen ihres Bruders Simon. Beide saßen mit ihren jungen Familien am Ehrentisch.

„Ich bin durch und durch egoistisch“, sagte der Ordensträger und schien, das Gesagte damit zu konterkarieren. Wer sich für andere einsetze, gewinne an Lebensqualität, zitierte er Österreichs ehemaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky. „Sich zu engagieren heißt also, sich selbst zu verwirklichen“, führte Schröder aus. Die Auszeichnung verstehe er als Ehrung aller, die ihn auf seinen Wegen begleitet haben, betonte er und philosophierte darüber, ob man Menschen zum Ehrenamt verpflichten sollte. „Man täte dem Ehrenamt keinen Dienst, wenn man es anordnen würde“, sei er überzeugt. Er verfolge vielmehr den pädagogischen Ansatz, selbst auf eine gute Idee zu kommen und diese umzusetzen. „Du kannst andere begeistern, zu helfen“, bestätigte Johann-Dieter Oldenburg.

Seine Dankesworte verband Hermann Schröder mit einem engagierten Appell, sich bewusst zu machen, dass mit dem sich ändernden Klima ein „totaler Wandel der Gesellschaft“ einhergehen werde.

Geehrt mit der einzigen allgemeinen Verdienstauszeichnung der Bundesrepublik, zieht sich Hermann Schröder nicht aufs Altenteil zurück. Am 12. September kandidiert er erneut für gleich drei Kommunalparlamente im Landkreis Diepholz.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“
Stadt Syke lässt sich neues Notstromkonzept mehr als 100000 Euro kosten

Stadt Syke lässt sich neues Notstromkonzept mehr als 100000 Euro kosten

Stadt Syke lässt sich neues Notstromkonzept mehr als 100000 Euro kosten
Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne
Pastor Eckhart Schätzel nimmt nach 14 Jahren Abschied von der Kirchengemeinde Lemförde

Pastor Eckhart Schätzel nimmt nach 14 Jahren Abschied von der Kirchengemeinde Lemförde

Pastor Eckhart Schätzel nimmt nach 14 Jahren Abschied von der Kirchengemeinde Lemförde

Kommentare