Angeklagter aus Nienburg bestreitet Tat

Opfer berichtet von Vergewaltigung

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Nienburg - Von Max Brinkmann. Nachdem der Angeklagte im Vergewaltigungsprozess vor dem Nienburger Schöffengericht verhört wurde, sagte das mutmaßliche Opfer aus.

Dem Nienburger Angeklagten wird vorgeworfen, am 4. Oktober 2016 eine Bekannte sexuell bedrängt und zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Der Angeklagte sagte aus, dass die Bekannte unbedingt Geschlechtsverkehr mit ihm haben wollte, er aber aufgrund seiner Religion ablehnte. Das Opfer beschreibt die Tat jedoch ganz anders.

Laut Aussage der 31-Jährigen, habe sie den Angeklagten bei ihrer Dolmetscherin kennengelernt. Bei Treffen mit ihr sei dieser öfters anwesend gewesen. Der Angeklagte hatte ihr zudem Arbeit als Hochzeitsfotografin angeboten. Seitdem standen die beiden, laut der Aussage des Opfers, in einem Arbeitsverhältnis – es habe keine privaten Treffen gegeben. Sie hätte allerdings Vertrauen zu dem Mann aufgebaut, da er häufig betont habe, sie sei wie eine Tochter für ihn.

Bei einem der Treffen mit der Dolmetscherin und dem Angeklagten sei es darum gegangen, die Familie des Opfers nach Deutschland zu holen. Sie selbst ist im Dezember 2015 als Flüchtling nach Syke gekommen. Bei der Frage nach einem Rechtsanwalt, verwies der Angeklagte auf einen angeblichen Bekannten in Hannover.

Die Fahrt zu diesem Juristen geschah am Tattag. Das Opfer sagte aus, sie habe sich an diesem Tag nicht wohl gefühlt. Beim Einsteigen in das Auto des Angeklagten bemerkte sie, dass die Rücksitze ausgebaut waren und dort stattdessen eine weiße Decke lag. Sie fragte, wo die Sitze seien und der Angeklagte erwiderte: „In der Werkstatt“.

Während der Fahrt bekam sie ein mulmiges Gefühl, beschrieb das Opfer. Als der Angeklagte bei einem kurzen Halt in einen Supermarkt ging, rief sie ihre Mutter an und sagte, sie wolle wieder nach Hause. Da sie den Ort jedoch nicht kannte, musste sie sich an den Mann halten.

In Hannover angekommen, gingen die beiden zu Fuß weiter, berichtete das Opfer. Der Mann hätte nach ein paar Minuten auf ein Gebäude gezeigt und gesagt: „Da ist das Büro, aber der Rechtsanwalt ist heute nicht da.“ Geklingelt hätte er nicht. Die Frau habe immer wieder gesagt, dass sie nach Hause wolle. Doch der Angeklagte habe darauf bestanden, noch etwas essen zu wollen. Im Anschluss hätten sich die beiden auf den Heimweg gemacht. Auf der Bundesstraße 6 (B 6) in Höhe Berxen sei der Frau dann plötzlich schlecht geworden und sie habe sich übergeben müssen. Deshalb sei der Angeklagte in ein Waldstück gefahren.

Sie sagte aus, dass sie sich gefragt habe, warum der Mann so tief in den Wald fahre und habe Angst bekommen. Der Angeklagte sei ausgestiegen, zur Beifahrerseite gegangen, habe die Tür aufgemacht und die Tasche der Frau nach hinten geworfen, damit sie niemanden mehr anrufen konnte. Laut ihre Aussage habe der Mann gesagt: „Ich will dich jetzt. Ich will dich vergewaltigen, egal was du tust!“ Dann packte er sie an der Taille und zog sie nach hinten, beschrieb die 31-Jährige.

Er soll angefangen haben, sie und sich selbst auszuziehen, während das Opfer sich wehrte. Er schloss die Türen des Autos ab und versuchte, mit der Hand in sie einzudringen, während sie sich wehrte, ihm in die Schulter biss und versuchte, ihn mit den Beinen wegzustoßen. Der Angeklagte habe dennoch in sie eindringen können.

Das Opfer sagte aus, es hätte dem Mann Spaß gemacht, wodurch er etwas entspannter wurde und sie sich befreien und nackt wegrennen konnte. Es sei jedoch so dunkel gewesen, dass sie nichts erkannte. Der Angeklagte soll „Was ist los? Wir sind fertig. Du gehörst jetzt mir. Ich bring dich nach Hause“ gerufen haben. Die Frau erklärte, sie habe keine andere Möglichkeit gesehen, als zu ihm zurückzukehren. Sie zog schnell ihre Kleidung an und sprach die Rückfahrt nicht, sondern zitterte laut ihren Ausführungen nur. Beim nächsten Verhandlungstermin soll eine weitere Zeugin verhört werden, die eigentlich gestern aussagen sollte – sie hatte sich krankgemeldet.

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